Bedankte sich bei den Macherinnen: Landrätin Nicole Rathgeber (rechts) gratulierte (von links) Kathrin Beyer von Omnibus, Siegrid Bommhardt von der Seniorenbegleitung und FBS-Geschäftsführerin Gudrun Lang stellvertretend für das gesamte Team der Familienbildungsstätte.
Mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür hat die evangelische Familienbildungsstätte in Eschwege am Freitag (28. Juni) drei Jubiläen gefeiert.
Eschwege – Als „Gradmesser für die Gesellschaft“ feierte die evangelische Familienbildungsstätte in Eschwege mit einem Festakt und anschließendem Tag der offenen Tür gleich drei bedeutende Jubiläen: Seit 75 Jahren bietet die Familienbildungsstätte eine Vielzahl an Bildungs- und Unterstützungsangeboten für Menschen jeden Alters. Die Seniorenbegleitung durch Ehrenamtliche besteht seit 20 Jahren und die Freiwilligenagentur Omnibus blickt auf 15 erfolgreiche Jahre zurück.
Der Festakt begann schwungvoll mit interaktiven Warm-ups, angeleitet von Geschäftsführerin Gudrun Lang, der pädagogischen Leiterin Birgit Elbracht und der stellvertretenden Dekanin des Kirchenkreises, Katrin Klöpfel. Diese Übungen verdeutlichten die Vielfalt und die Bedeutung der Arbeit der Familienbildungsstätte. Denn als alle Anwesenden, die bereits ein Angebot der Familienbildungsstätte genutzt hatten, gebeten wurden, aufzustehen, erhobenn sich alle im Raum - ein deutlicher Beweis für die tiefen Wurzeln der Einrichtung in der gesamten Gesellschaft. Katrin Klöpfel betonte in ihrer Ansprache die Wertschätzung und Mitmenschlichkeit, auf denen die Angebote der Familienbildungsstätte aufgebaut seien: „Hier darf ich sein, wie ich bin - mit allem, was mich ausmacht und was mich bewegt.“ Sie hob hervor, dass die Angebote der Familienbildungsstätte weit über Bildungsmaßnahmen hinausgehen und auch Beratung, Begleitung und Begegnung umfassen: „Möge hier auch künftig immer der Geist der Nächstenliebe spürbar sein“, so Katrin Klöpfel.
Landrätin Nicole Rathgeber würdigte die Familienbildungsstätte und ihre Einrichtungen als „starken Partner an der Seite der Menschen, der Liebe und Hoffnung schenkt.“ Sie dankte allen Verantwortlichen und Ehrenamtlichen für ihren besonderen Einsatz und betonte, dass der Werra-Meißner-Kreis sehr stolz auf die Institution sei. Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe lobte die Familienbildungsstätte als eine Einrichtung, die unvergleichliche Leistungen erbringe, und dankte ihr im Namen der Stadtgesellschaft. Die Familienbildungsstätte habe sich zu einem echten Mehrgenerationenhaus entwickelt, in dem das Erlernte innerhalb der Familien weitergegeben werde. Insbesondere die Seniorenbegleitung sei in der älter werdenden Gesellschaft von herausragender Bedeutung, so Heppe, und die Agentur Omnibus vermittele zahlreiche sinnstiftende Tätigkeiten für Ehrenamtliche.
Seniorenbegleiter gewürdigt
Während des Festaktes wurden langjährige Seniorenbegleiter ausgezeichnet. Besonders geehrt wurden Elisabeth Stück, Ingeborg Zwilling, Birgit Lehmann und Annegret Mäurer, die sich seit der ersten Stunde, also seit 20 Jahren, engagieren. Ebenfalls geehrt wurden Dolores Adler, Tamara Gottschalk, Gabriele Kessler, Marlies Schäfer und Rosemarie Spenner-Müller, die seit 13 Jahren aktiv sind. Für zwölf Jahre Engagement wurden Doris Hildebrandt, Christa Sölter und Ekkehard Ihde ausgezeichnet. Barbara Lemmel-Busch und Inge Reimuth engagieren sich seit elf Jahren ehrenamtlich. Fritz Schindewolf und Violetta Schüttemeyer wurden für ihr zehnjähriges Engagement geehrt. „Ihr verschenkt euch mit so viel Liebe und Herzenswärme an die Senioren“, dankten Siegrid Bommhardt und Peggy Großkurth von der Seniorenbegleitung den Ehrenamtlichen. (ms)
Lena Kricheldorff von der Familienbildungsstätte in Kassel gratulierte ebenfalls herzlich zu den Jubiläen und betonte die Bedeutung des Austausches zwischen den evangelischen Familienbildungsstätten in der Region. Sie ermutigte dazu, gemeinsam eine „blühende Zukunftswiese“ zu entwickeln. Ein weiterer Höhepunkt der Feier war die Verlesung der Grußworte von Bischöfin Beate Hofmann. Sie bezeichnete die evangelischen Familienbildungsstätten als „Gradmesser für die Gesellschaft“, die damit auch Motor der Entwicklung der Kirche seien, weil sie nah an den Menschen arbeiteten und damit stets den Puls der Zeit fühlten. Bundestagsabgeordneter Michael Roth, zugleich Schirmherr des Mehrgenerationenhauses, gratulierte per Videobotschaft aus Berlin. „Ihr bringt die Gesellschaft jeden Tag zusammen“, so Roth, „bewahrt euch die Zuversicht und geht weiter auf die Menschen zu - unabhängig von ihrer Herkunft.“ Er betonte, dass die Angebote auch dank der Unterstützung des Bundes im Rahmen des Mehrgenerationenprogramms möglich seien. Kathrin Beyer, Isa Trube und Jutta Döll stellten schließlich das vielfältige Angebot der Freiwilligenagentur Omnibus vor, das Menschen in der Region auf unterschiedliche Weise zu sinnstiftenden Tätigkeiten führt. Ob Freiwilligentag, Freiwilliges Soziales Schuljahr oder Repaircafé - die Arbeitsbereiche sind breit gefächert und leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft.
Nach dem offiziellen Teil konnten die Besucher beim Tag der offenen Tür die verschiedenen Angebote hautnah erleben. An diversen Ständen stellten sich die Fachbereiche vor und in der Küche, dem Herzstück der Familienbildungsstätte, gab es ein interkulturelles Kuchenbüfett. Die Gäste nutzten die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen und sich über die zahlreichen Aktivitäten und Kurse zu informieren. So wurde das Fest zu einem lebendigen Ausdruck der Gemeinschaft und des Engagements, die die Familienbildungsstätte seit 75 Jahren prägen. (Melanie Salewski)
Evangelische Familienbildungsstätte in Eschwege feiert drei Jubiläen