E-Rezept

Rezepte ab 1. Januar nur noch digital – Das sagen Apotheker aus der Region

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Bald können in Apotheken nur noch digitale Rezepte eingelöst werden. Für die Apotheken hat das Vorteile aber auch Nachteile.

Kreis Kassel – Bunte Rezepte in Papierform sind bald Geschichte. Das elektronische Rezept (E-Rezept) ist ab dem 1. Januar Pflicht in deutschen Arztpraxen. Ab dann können Rezepte in den Apotheken nur noch in digitaler Form eingelöst werden.

„Seit Juni dieses Jahres sind deutschlandweit bereits 13,8 Millionen E-Rezepte eingelöst worden“, sagt der Sprecher des Hessischen Apothekerverbands Alexander Schopbach. Wie er informiert, wolle man mit der Neuerung vom Papier wegkommen. Zudem bringe das E-Rezept eine schnellere und fehlerfreie digitale Bearbeitung. Chronisch Kranke müssten auch nicht mehr regelmäßig ihre Ärzte aufsuchen für neue Rezepte.

In der Regenbogen Apotheke in Vellmar wird schon länger mit dem E-Rezept gearbeitet. Vonseiten der Apotheker in Vellmar aus könne man gut damit umgehen, teilt Inhaberin Bettina De Schrijver mit. Allerdings räumt sie ein: „Es läuft, aber es könnte besser laufen. Das liegt aber nicht an den Apothekern, sondern an der Infrastruktur.“ Wie sie erklärt, bietet das neue Rezeptsystem den Apothekern keine Erleichterung. Stattdessen gebe es nun mehr und aufwendigere Arbeitsschritte als noch mit dem Papierrezept.

Ab Januar wird das E-Rezept Pflicht: Bettina de Schrijver, Inhaberin der Regenbogen Apotheke in Vellmar, zeigt, wie das mit der Karte funktioniert.

Stimmung im Kreis Kassel: E-Rezepte haben auch Nachteile für Apotheker

Gleiches kann auch Khaled Mouhamna aus der Gieseke Apotheke in Zierenberg berichten. Auch dort habe man bereits angefangen, mit den E-Rezepten zu arbeiten und gute Erfahrungen gemacht. Dennoch bedeute die Neuerung mehr Arbeit. „Mit den neuen Rezepten hat man keine richtige Kontrolle mehr“, sagt Mouhamna. Er beschreibt, was für Probleme auf Apotheker zukommt, falls bei einem E-Rezept Informationen fehlen oder Änderungen vorgenommen werden müssen. „Vorher konnte man beispielsweise die Dosierung mit der Hand ergänzen“, sagt er. Jetzt müsse man digital für einen solchen Schritt mehrere Funktionen aufrufen und auf Änderungen von den jeweiligen Arztpraxen warten.

Auch bei der Apotheke mit Herz in Hofgeismar gehen immer mehr E-Rezepte ein. Apothekerin Cordula Markowski erkennt ebenfalls neue Herausforderungen. Sie berichtet auch von der Umstellung für die Patienten. „Manchmal kann es auch vorkommen, dass ein E-Rezept noch gar nicht im System ist“, sagt sie. Dann müssen die Patienten in der Apotheke darauf warten. Wieder etwas, was länger dauert. Generell seien viele Patienten, gerade auch ältere, noch etwas verunsichert.

So kann das E-Rezept eingelöst werden

Für die Nutzung des E-Rezepts gibt es drei Möglichkeiten: Ein Weg ist, das E-Rezept mit der elektronischen Gesundheitskarte einzulösen. Hierfür wird die Karte nur in das Kartenterminal der Apotheke gesteckt. Weiter kann das E-Rezept auch über eine E-Rezept-App von Gematik an die Apotheke gesendet werden. Bei der dritten Variante werden die Zugangsdaten für das E-Rezept als Papierdruck in der Arztpraxis ausgehändigt.

Rubriklistenbild: © Sebastian Schaffner

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