Energie

Frankfurt nimmt sich bei Photovoltaik viel vor

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Eine Photovoltaikanlage in Heddernheim - eine von gut 2 150 PV-Anlagen in der Stadt.
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Die Stadt Frankfurt will klimaneutral werden, doch der Weg dahin ist noch weit. Bislang sind nur auf 110 von 2500 städtischen Gebäuden Anlagen.

In Frankfurt will die Römer-Koalition die Stadtverwaltung und die Beteiligungsgesellschaften mit Photovoltaikanlagen oder Solartechnik ausstatten. Bei den städtischen Gebäuden wie Schulen, Kindergärten, Verwaltung und Feuerwehrwachen soll das Ziel bis 2030 erreicht sein.

Für die etwa 600 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften, allen voran die Stadtwerke und die Wohnungsgesellschaft ABG, ist die Ausstattung mit Solar- oder Photovoltaikanlagen bis 2035 vorgesehen. Das deckt sich mit dem Vorhaben der Römer-Koalition, Frankfurt bis 2035 klimaneutral zu machen und die Stadtverwaltung bereits bis 2030.

Ein Element zum Erreichen der Klimaziele

Der Weg dahin ist allerdings weit. Bislang sind nach Auskunft des Klimadezernats unter Leitung von Stadträtin Rosemarie Heilig (Grüne) auf 110 von 2500 städtischen Immobilien Photovoltaikanlagen (PV) installiert.

In ganz Frankfurt gab es jüngsten Angaben von Ende 2021 zufolge 2150 Photovoltaikanlagen - auf den knapp 80 000 Wohngebäuden in der Stadt. 80 Prozent der Photovoltaikanlagen waren demnach auf Privatimmobilien installiert.

Aus Sicht des Klimadezernats sind Photovoltaik- und Solartechnik lediglich ein Element zum Erreichen der Klimaziele. „Großstädte werden sich nie aus eigenen erneuerbaren Anlagen vollumfänglich mit Strom versorgen können. Dazu ist der Stromverbrauch zu hoch und die verfügbaren Flächen zu klein“, teilte die Sprecherin mit.

FR|Klima Frankfurt

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Die Städte seien angewiesen auf die Region und den Ausbau der erneuerbaren Energien auf Bundesebene, sagte die Sprecherin weiter. Dennoch könnten Städte wie Frankfurt auf dem eigenen Territorium einen Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien leisten.

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion in Frankfurt liegt den Angaben zufolge bei etwa fünf Prozent. Den größten Beitrag habe die Stromerzeugung durch Bioabfallverbrennung im Müllheizkraftwerk Nordweststadt (38 Prozent), gefolgt von der Stromerzeugung im Biomasseheizkraftwerk Fechenheim (27 Prozent). Daneben spielten noch die Stromerzeugung durch Photovoltaikanlagen, Wasserkraft und Biomethan eine Rolle.

Abgeschlagen beim „Wattbewerb“

Angesichts der vielen Sonnenstunden in Frankfurt und der oft ungenutzten Dach- und Freiflächen habe Frankfurt dennoch ein großes Potenzial, mehr Photovoltaikanlagen zu nutzen, sagte die Sprecherin. „Dies ist neben allen anderen Klimaschutzmaßnahmen wie der Einsparung und der Energieeffizienz ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität.“

Die Römer-Koalition hatte 2022 „Grundsatzbeschlüsse“ zur Klimaneutralität getroffen. Es folgten vier Beschlüsse für eine „Solaroffensive“ (2022 und 2023). Vorgesehen sind darin ein städtisches Förderprogramm für PV-Anlagen, eine zusätzliche Beratung, eine Website, eine Kampagne, konkrete jährliche Ziele zum PV-Ausbau sowie die Teilnahme am Städtevergleich „Wattbewerb“, der die PV-Leistung im Verhältnis zur Einwohner:innenzahl misst.

Beim „Wattbewerb“ liegt Frankfurt derzeit allerdings nur auf Rang 70 von 71. Spitzenreiter ist Paderborn, Schlusslicht Offenbach.

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