VonAndreas Ungermannschließen
In den kommenden Tagen steht die Halbzeit für die Landesgartenschau (LGS) in Fulda an. Zeit für Stadt und LGS-Geschäftsführung eine Zwischenbilanz zu ziehen – und die fällt positiv aus.
Fulda - Die Landesgartenschau in Fulda ist am 27. April eröffnet worden, noch bis zum 8. Oktober läuft sie auf 42 Hektar. Die LGS-Geschäftsführer Marcus Schlag und Ulrich Schmitt sowie Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) zeigen sich mit der ersten Halbzeit äußerst zufrieden.
Landesgartenschau Fulda: 300.000 Besucher zur Halbzeit
Knapp 300.000 Besucher haben die Gärten zwischen Aueweiher und Fulda-Galerie bereits besucht. „Eine echte valide Kennzahl aber sind die verkauften Dauerkarten“, sagt Schmitt. 23.835 Tickets sind es bislang, und dieser Wert liegt deutlich über jenem von 1994, als in Fulda die erste Landesgartenschau stattfand.
In den kommenden Wochen möchten die Organisatoren die Zahl aber noch einmal mit einem zusätzlichen Angebot steigern. Vom 22. Juli bis 3. September gilt das Ferienticket, das als Dauerkarte für diesen Zeitraum erhältlich ist (mehr Infos zum Ferienticket weiter unten). Von Ende Juli bis Anfang September seien schon entsprechende Angebote für Kinder und Familien vorgesehen.
Dazu zählen Kinderschminken und Malaktionen, Sport und Lesungen, Kräuter- und Imker-Workshops sowie Aktivitäten im Grünen Klassenzimmer. Die Fahrten mit der Grünen Aussicht – dem CitySkyliner – sind mit dem Ticket ebenfalls vergünstigt möglich. „Hier wünsche ich mir schon noch eine bessere Frequenz“, räumt Geschäftsführer Schmitt ein.
Sein Kollege Marcus Schlag betont indes für den bisherigen Zeitraum: „Wir sehen, dass unser Konzept voll aufgegangen ist. Der WasserGarten wird für die Erholung gut angenommen. Das gilt auch für die gärtnerischen Ausstellungen und Beratungen im KulturGarten sowie für die Spielangebote im SonnenGarten“, sagt Schlag, der sich auch mit der regional bestückten Gastronomie zufrieden zeigt.
Die Hundeführungen, die es in anderen Bundesländern – abgesehen von Freyungen in Bayern, wo Hunde mit auf das Gelände dürfen – so nicht gibt, erfreuen sich laut LGS-Pressesprecherin Patricia Bickert großer Beliebtheit. Auch in der Bundesgartenschau-Stadt Mannheim sei darüber schon berichtet worden.
Angenommen werde das Gesamtpaket in den unterschiedlichen Parkteilen über die Generationen hinweg und auch von vielen Gästen außerhalb der Region. „Versuchen Sie im Moment mal, ein Hotel in Fulda zu bekommen“, unterstreicht OB Wingenfeld. Aus eigener Erfahrung wisse er, wie schwer das aktuell sei.
Neben den Besucherzahlen – und das hatten Stadt und LGS schon vorab stets betont – sei deutlich aussagekräftiger, was an den LGS-Einrichtungen langfristig für die Stadtentwicklung bleibe. Und hier sehen sich die Verantwortlichen nach wie vor gut aufgestellt. Beispielhaft verweisen sie unter anderem auf den Biergarten am Tierpark und die Spielmöglichkeiten. Während der Pressekonferenz bei Kolpings Weitblick im KulturGarten wies Wingenfeld daraufhin, dass dieser Parkteil ganz neue Perspektiven auf Fulda eröffne, die auch er so zuvor noch nicht erhalten habe.
Ferienticket
Gültig vom 22. Juli bis 3. September 2023
Preise: Erwachsene 55 Euro, Erwachsene ermäßigt 45 Euro, Junge Erwachsene 28 Euro
Kinder / Jugendliche (ab 7 bis 17 Jahre) 14 Euro, Familie I (Ein Erw. und alle Kinder der Familie), Familie II (Zwei Erw. und alle Kinder der Familie
Erhältlich an allen Kassen der LGS und online Tickets – Landesgartenschau Fulda 2023 (lgs-fulda-2023.de)
Der OB nutzte den Pressetermin – wie bereits die offizielle Eröffnung – noch einmal dazu, für eine engere Taktung der Landesgartenschauen zu werben. Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hatte trotz eines deutlichen Bekenntnisses zum Format der Landesgartenschauen während der Kabinettssitzung vergangene Woche eine entsprechende Entscheidung an die nächste Landesregierung weitergegeben.
„Ich habe aber den Eindruck, dass unsere Überzeugungsarbeit gehört wird“, sagt Wingenfeld, der in den Gartenschauen auch Chancen für kleiner Städte sieht. Wie die Geschäftsführer meint auch er, das Konzept in Oberhessen – sprich Wetterau und südlicher Vogelsberg – wo 2027 mehrere Kommunen die nächste LGS ausrichten, könne aufgehen. Dort rechnen die Verantwortlichen allerdings schon jetzt nicht mit ähnlich vielen Besuchern wie in Fulda.
In der Barockstadt indes vergleicht man sich eher mit Hanau oder Gießen und sieht sich hier schon auf einem guten Weg. Ein Erfolgsmodell sei zudem die Beteiligung der Landwirtschaft auf dem gut frequentierten FuldaAcker. „Das Thema Landwirtschaft, Klimawandel und zukunftsträchtige Bepflanzungen sind enorm wichtig. Und daran wird nach Fulda auch niemand mehr vorbeikommen“, sind sich Schlag, Schmitt und Wingenfeld einig.
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