Vor der EM 2024 in Frankfurt

Fußball-Geschichte: Große Länderspiele – und große Pannen im Frankfurter Waldstadion

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Dachschaden und Überschwemmung im Frankfurter Stadion beim Endspiel des Confederations Cup 2005.
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Bevor im Sommer fünf Spiele der EM in Frankfurt ausgetragen werden, blickt die FR zurück auf die großen Länderspiele im Waldstadion.

Frankfurt – Fünf Partien werden bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankfurt ausgetragen. Anlass genug für eine kurze Rückschau auf bedeutende Länderspiele in der Arena im Stadtwald.

14. Juli 1940: Der Zweite Weltkrieg hat schon begonnen, aber noch wird in Deutschland geregelt Fußball gespielt. Im Waldstadion trifft die Nationalmannschaft auf Rumänien. Das Spiel endet 9:3 und ist in doppelter Hinsicht ein besonderes. Bei keinem Länderspiel in Frankfurt fielen derart viele Tore, und ein gewisser Fritz Walter feiert seinen Einstand in der Nationalmannschaft – und erzielt gleich drei Treffer. 14 Jahre später wírd er Deutschland zum WM- Titel schießen.

Platz unter Wasser und Fußball nach Gehör: Es lief nicht immer rund im Waldstadion

3. Juli 1974: die Wasserschlacht. Deutschland trifft bei der Weltmeisterschaft auf Polen, es geht um den Einzug ins Finale. Aber der Platz im Waldstadion – das bei dem Turnier auch noch so heißen durfte – ist eigentlich unbespielbar. Heftige Regenfälle haben ihn unter Wasser gesetzt. Die Feuerwehr und viele freiwilligen Helfer rücken an. Große Walzen – von denen heute eine im Eintracht-Museum zu sehen ist – kommen zum Einsatz. Das Spiel wird tatsächlich angepfiffen. Uli Hoeneß verschießt einen Elfmeter, aber Gerd Müller trifft. Deutschland gewinnt 1:0 und wird vier Tage später Weltmeister.

15. November 1978: Es soll ein großer Abend werden. Das Länderspiel gegen Ungarn ist die letzte Partie für Welt- und Europameistertrainer Helmut Schön. Doch kurz nach der Halbzeitpause zieht dichter Nebel auf. Die Mannschaften spielten „Fußball nach Gehör“, wie DFB-Historiker Udo Muras schreibt. Nach 60 Minuten ist Schluss. Schiedsrichter Robert Wurtz bricht die Partie beim Stand von 0:0 ab.

14. Juni 1988: Auch bei der EM 1988 wird in Frankfurt gespielt. Zwei der nur 15 Turnierspiele werden im Waldstadion ausgetragen. Die Partie zwischen Italien und Spanien ist spielerisch hochklassig. An einem wunderschönen Sommerabend siegt Italien durch ein Tor von Gianluca Vialli – und in der Stadt feiern Zehntausende Fans in blauen Trikots.

Peinlich: 2005 hält das neue Dach den Wassermassen nicht auf

29. Juni 2005: Das Finale um den Confederations Cup soll der ultimative Test für die Weltmeisterschaft 2006 sein – und der misslingt. Es regnet wie einst vor der Wasserschlacht gegen Polen. Doch diesmal sehen sich die Verantwortlichen gerüstet. Schließlich verfügt das neue Waldstadion über ein großartiges Dach, das sich bei Bedarf über die Rasenfläche spannen lässt. Doch die Konstruktion kommt mit den Regenmassen nicht klar. Unweit der Eckfahne ergießt sich ein Wasserfall aufs Feld. Die Peinlichkeit für Frankfurt ist dem brasilianischen Team egal. Es gewinnt 4:1 gegen Argentinien.

1. Juli 2006: Was für ein Spiel. Frankreich gegen Brasilien im WM-Viertelfinale. Ronaldo und Ronaldinho, Zidane und Henry. Nie zuvor und nie mehr danach stehen so viele Weltstars auf dem Rasen des Frankfurter Stadions. Die Partie hält zumindest in Teilen, was sie verspricht. Frankreich gewinnt 1:0. Titelverteidiger Brasilien ist raus.

Zusammengestellt von Georg Leppert

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