Hessentag 2024

Großer Aufwand für Hessentag: Freie Wähler Hessen fordern eine Reform des Landesfestes

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Im Jahr 2024 soll der Hessentag in Fritzlar stattfinden.
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Zu teuer, zu lang, zu aufwendig. Das sagen die Freien Wähler Hessen über das Konzept des Hessentags. Die Hessische Staatskanzlei weist das zurück.

Fritzlar – Der Hessentag sollte statt jährlich nur noch alle zwei Jahre stattfinden und zudem ein Landesfest der Regionen, Vereine und der Nachhaltigkeit werden. Das und somit eine Reform des Hessentages fordern die Freien Wähler, so Engin Eroglu (Schwalmstadt), Landesvorsitzender der Freien Wähler Hessen. Grund dafür sei auch die aktuelle Diskussion um die Hessentagsstadt Fritzlar.

Die Stadt Fritzlar will sich nur wenige Monate vor dem großen Landesfest von der für die Gesamtprojektleitung zuständigen Agentur MK Holding trennen. Dies könnte zu Verzögerungen, etwa bei der Planung in den Bereichen Veranstaltungen und Sicherheit führen.

„Der Aufwand für einen rund zehn Tage dauernden Hessentag ist groß: Vom riesigen Planungsaufwand bis hin zu den immensen Kosten, die kaum noch ein Stadtsäckel aushält“, sagt Eroglu.

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Deshalb müsse man weg vom Konzept der immer größer werdenden Attraktionen, Staraufläufen und Besucherrekorden. Denn davon bleibe für die ausrichtenden Städten nichts hängen, ergänzt er. Es müsse aber ein realer Mehrwert in der Region bleiben. Daher solle der Fokus auf die ländlichen Regionen gelegt und ein Konzept entwickelt werden, das diese nachhaltig fördere.

Hessische Staatskanzlei verweis auf bereits erfolgte Neukonzeption

Der Hessentag sei bereits neu konzipiert worden, teilt die Hessische Staatskanzlei auf HNA-Anfrage mit. Seit 2018 sei die Zuwendung der Landesregierung auf 9 Mio. Euro und seit 2019 auf 8,5 Mio. Euro gedeckelt worden. Davon könnten zwei Millionen Euro von den Städten als Defizitausgleich genutzt werden. Die Städte nutzten das Geld für bedeutende Infrastrukturmaßnahmen, also für den Bau von Straßen, Turnhallen und Schwimmbädern.

„Die Forderung der Freien Wähler hätte zur Folge, dass weniger Kommunen diese Investitionsmittel in Anspruch nehmen könnten“, heißt es aus der Staatskanzlei. Und: Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Konzepts für das Landesfest seien fünf Kernmodule (Landesausstellung, Natur auf der Spur, eine Halle für Großveranstaltungen, der Festzug und eine Anzahl an Parkplätzen), darüber hinaus könnten die Kommunen frei entscheiden, wie sie ihren Hessentag gestalten. Dieser habe eine nachhaltige Wirkung für die ausrichtenden Städte – Zusammenhalt der Gesellschaft, Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements. „Das Interesse an Deutschlands größtem Landesfest ist ungebrochen“, so ein Sprecher der Staatskanzlei.

Kritik auch vom Bund der Steuerzahler

Auch der Bund der Steuerzahler Hessen fordert das Land auf, den Hessentag angesichts der immensen Kostensteigerungen beim diesjährigen Landesfest in Pfungstadt grundlegend zu reformieren. Zwar richtet sich die Kritik nicht gegen den Hessentag an sich, doch die dafür aufgewendeten Summen müssten deutlich gesenkt werden. Dazu die Landesregierung: Der Steuerzahlerbund schaue mit seiner Kritik lediglich auf die Aufwendungen, nicht aber auf die Investitionen. (Maja Yüce)

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