Bericht für August 2023

Arbeitsmarkt im Raum Hann. Münden: Mehr Menschen im August arbeitslos

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Es herrscht Fachkräftemangel: Besonders im Gastronomie- und Hotelleriebereich fehlen den Unternehmen junge Auszubildende.
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Die Zahl der Arbeitslosen ist im Altkreis Münden im Augst im Vergleich zum Juli weiter gestiegen. Der Anstieg sei höher, als gewöhnlich, so die Agentur für Arbeit.

Altkreis Münden – Die Agentur für Arbeit teilt in ihrem monatlichen Bericht mit, dass es einen saisonüblichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen im August im Vergleich zum Juli gab.

Altkreis Münden: Arbeitslosenzahl im August gestiegen

Allerdings, so heißt es weiter, fiel dieser höher als gewöhnlich aus. Insgesamt waren im vergangenen Monat im Bezirk der Agentur für Arbeit Göttingen 16 002 Menschen arbeitslos gemeldet, 503 beziehungsweise 3,2 Prozent mehr als im Juli. Die Zahlen gelten für den Agenturbezirk Göttingen, der die Landkreise Göttingen und Northeim umfasst.

Gegenüber dem Vorjahresmonat liegen die Arbeitslosenzahlen deutlich über den Werten des Jahres 2022: Die Zahl der Arbeitslosen stieg binnen Jahresfrist um 1606 (11,2 Prozent). Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt 6,6 Prozent. Damit liegt sie 0,6 Prozentpunkte über dem August-Wert 2022.

Im Geschäftsstellenbezirk Hann. Münden, den den Altkreis Münden umfasst, meldete einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Vergleich zu Juli von 24 Menschen. Im August waren demnach 1203 Menschen im Altkreis arbeitslos. Die Arbeitslosenquote im Altkreis betrug im August 5,5 Prozent, im vergangenen Jahr belief sich die Quote auf 4,8 Prozent.

Anstieg höher als gewöhnlich

Zum Anstieg berichtet die Agentur: „Typisch für die Sommermonate ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit insbesondere in der Gruppe der jugendlichen Arbeitslosen unter 25 Jahren.“ Es melden sich Absolventen von Ausbildungen arbeitslos. Zudem würden sich viele Schulabgänger arbeitslos melden.

„Weil sie beispielsweise bis zum Studienbeginn einen Job suchen. In den Landkreisen Göttingen und Northeim stieg die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren um 162 (9,8 Prozent) auf 1822. Die Zahl der jungen Arbeitslosen wird jedoch erfahrungsgemäß in den kommenden Monaten wieder deutlich sinken. Wie seit einiger Zeit werden auch weiterhin viele Fachkräfte gesucht. Es lohnt sich für beide Seiten, Betriebe wie Ausbildungsinteressierte, mit Blick auf den Ausbildungsstart 2023 am Ball zu bleiben“, heißt es von Agenturchefin Klaudia Silbermann.

Landkreis Göttingen: mehr Frauen in Berufe bringen

„Auch wenn die Nachfrage nach Arbeitskräften in den letzten Monaten etwas verhaltener war und auf der anderen Seite die Zahl der Arbeitslosen gestiegen ist, so hat sich an der generellen Situation, dass offene Arbeitsstellen in vielen Fällen schwer zu besetzten sind, kaum etwas geändert“, heißt es von Klaudia Silbermann, Chefin der Agentur für Arbeit in Göttingen, im monatlichen Arbeitsmarktbericht.

Ein Faktor, um dem Mangel in allen Bereichen entgegenzuwirken, sei, dass Frauen eine bessere Teilhabe am Berufsleben ermöglicht werden soll. „Dafür brauchen wir den gesellschaftlichen Rahmen, um Berufsleben mit Familienarbeit zu vereinbaren und eine partnerschaftliche Verteilung der häuslichen Verpflichtungen zu erreichen. Denn viele Frauen würden gerne mehr Stunden arbeiten oder früher in den Beruf zurückkehren“, so Silbermann zur Situation. Auch für Absolventen stehen die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt momentan gut, so die Agentur in ihrem Bericht für August.

Bis August hatten Unternehmen insgesamt 3048 Ausbildungsstellen und duale Studienangebote bei der Agentur für Arbeit Göttingen gemeldet. Davon waren im zurückliegenden Monat noch 848 nicht abschließend besetzt. Auf der anderen Seite hoffen weiterhin 393 der insgesamt 2077 seit Oktober gemeldeten Ausbildungsinteressierten auf die Zusage eines Betriebes. Die Knappheit an Personal beträfe nicht mehr nur Fachkräfte, auch für sogenannte Anlerntätigkeiten seien immer schwerer Bewerber zu finden.

Auch für Anlerntätigkeiten immer weniger Bewerber

Im Altkreis Münden mit der Stadt Hann. Münden, der Gemeinde Staufenberg und der Samtgemeinde Dransfeld wurde im August ein Sinken des Bestandes an Arbeitsstellen um 54 Stellen auf 459 gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 88 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im August 91 neue Arbeitsstellen, 21 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 605 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 119 Arbeitsstellen, heißt es weiter.

Im Landkreis Göttingen waren im August 11 809 Menschen arbeitslos, was einer Quote von 6,9 Prozent entspricht. Damit liegt die aktuelle Arbeitslosenquote 0,9 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahresmonats. Gegenüber Juli waren 431 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (+3,8 Prozent). Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 1642 (+16,2 Prozent). Im Landkreis Northeim waren im zurückliegenden Monat insgesamt 4193 Menschen bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter gemeldet. Das waren 72 mehr als im Juli (+1,7 Prozent), und 36 weniger als vor Jahresfrist (-0,9 Prozent). Die aktuelle Arbeitslosenquote für den Landkreis Northeim beträgt 6,0 Prozent. Sie liegt damit 0,1 Prozentpunkte unter dem August-Wert 2022. (Jens Döll)

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