- VonSabine Kohlschließen
Der Sommer scheint so langsam richtig Fahrt aufzunehmen. In den nächsten Tagen klettern die Temperaturen in Osthessen auf teils deutlich über 30 Grad. Die andere Seite der Medaille: Es wird erneut schwül, ab Mittwochabend drohen mal wieder Gewitter.
Fulda - Während die Menschen in Südeuropa gerade einen extremen Hitzesommer mit Temperaturen jenseits der 40 Grad erleben, hat sich der Sommer in Hessen bislang eher durchwachsen präsentiert. Immer wieder warnte der Wetterdienst vor Unwettern und Gewittern. Kühle Tage wechselten sich mit schwüler Hitze ab.
Hochsommer in Hessen kommt mit schwüler Hitze und Gewittern
Die kühlen Phasen sollen nun erst einmal vorbei sein. Nach dem durchwachsenen Wochenende wird es in den kommenden Tagen richtig heiß - und soll es zunächst auch bleiben. Schon am Montag stiegen die Temperaturen laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach auf 26 bis 30 Grad. Am Dienstag geht es dann bereits rauf auf 33 Grad.
In Osthessen laden zahlreiche Badeseen zu einem Ausflug ins kühle Nass ein. Durch die geringe Bewölkung und den hohen Sonnenstand ist die UV-Belastung allerdings erhöht. Wer sich länger im Freien aufhält, sollte an geeigneten Sonnenschutz denken, mahnt der Wetterdienst.
„Dabei wird es immer schwüler“, berichtet Wetter-Experte Dominik Jung auf dem Portal wetter.com. „Bei uns in Deutschland kommen die 40 Grad und mehr aus Südeuropa zum Glück nicht an, allerdings können es im Südwesten am Mittwoch zumindest 35 oder 36 Grad werden“, prognostiziert Jung. Möglicherweise werde sogar der bisherige Hitze-Höchstwert des Jahres 2024 überschritten. Der bisherige heißeste Tag des Jahres war der 29. Juni, als in Kitzingen in Unterfranken 35,0 Grad gemessen wurden.
Ab Mittwochabend komme es dabei zu großem Hagel, Starkregen und Orkanböen. „Die Unwetter reichen von Frankreich bis zu uns nach Deutschland“, sagt Jung. Der DWD sagt für den Mittwoch im Tagesverlauf zunehmend dichtere Bewölkung vorher, die von Südwesten aufzieht. „Zum Abend sind erste Schauer und unwetterartige Gewitter möglich“, heißt es in der Meldung.
Und auch der Donnerstag bringt noch reichlich Unwetterpotenzial mit sich. „Im Tagesverlauf treten häufig Schauer und teil kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen auf“, schreibt der DWD.
Was die Gewitter diesmal nicht bringen, ist Abkühlung. Es bleibt in Osthessen auch am Donnerstag schwül-warm mit Temperaturen zwischen 26 und 30 Grad und auch nachts wird es teils kaum noch kühler als 20 Grad. Erst das Wochenende könnte dann wieder trockenes Sommerwetter bringen mit Temperaturen zwischen 24 und 28 Grad.
Betreiber von Schwimmbädern dürften sich über eine länger anhaltende Wärmeperiode freuen. Verlief die Saison in Bädern und an Badeseen doch bisher eher durchwachsen. Dabei haben viele Freibäder in Osthessen bereits seit Mai ihre Tore geöffnet. Kürzlich ist außerdem das frisch sanierte Freibad in Dalherda in der Rhön hinzugekommen.
Wetter-Experte schaut voraus: August bleibt hochsommerlich heiß
Wetter-Experte Dominik Jung blickt sogar noch weiter voraus: „Es geht nächste Woche sommerlich warm bis heiß weiter. Erneut werden 30 Grad und mehr erwartet. In der Spitze können es auch bis zu 35, 36 oder gar 37 Grad werden. Der August scheint erst mal auf sommerlichen und hochsommerlichen Spuren weiterwandern zu wollen.“
Das wechselhafte Wetter sei im Übrigen völlig normal für einen mitteleuropäischen Sommer, argumentiert Dominik Jung und fügt hinzu: „Nur das wissen viele Menschen gar nicht mehr, weil es in den vergangenen Jahren so oft trockene Dürresommer gegeben hat mit teils langen Hitzephasen.“ Dabei sei gerade das eher ungewöhnlich für unsere Breitengrade.
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