- VonSabine Kohlschließen
Nach einer teils schon sommerlichen ersten Aprilhälfte meldet sich nun gefühlt der Winter zurück. Regen, Graupel und Schnee - in den nächsten Tagen kann alles dabei sein. Für Montagabend warnt der Wetterdienst vor schweren Sturmböen.
+++ Update, 18.55 Uhr: Der deutsche Wetterdienst hat die Warnungen vor starkem Gewitter auf die Landkreise Fulda, Main-Kinzig und Hersfeld-Rotenburg erweitert. Alle Warnungen gelten bis Montag, 20.30 Uhr.
+++ Update, 18.15 Uhr: Für den Vogelsbergkreis hat der Deutsche Wetterdienst eine Warnung vor starkem Gewitter (Stufe 2 bis 4) herausgegeben. Die Warnung gilt von Montag, 18.30 Uhr, bis Montag, 20 Uhr. Es bestehe unter anderem die Gefahr von Blitzschlag, der schnellen Überflutung von Straßen, Aquaplaning oder Hagelschlag.
+++ Erstmeldung, 16.02 Uhr: Fulda - Nach einem noch überwiegend trockenen und sonnigen Montagvormittag zieht laut Deutschem Wetterdienst (DWD) am Nachmittag von Westen her neuer, teils kräftiger und schauerartiger Regen in Hessen auf. Teilweise sind Gewitter möglich. Seit dem Nachmittag warnt der DWD für die Landkreise Fulda, Vogelsberg, Main-Kinzig und Hersfeld-Rotenburg zudem vor schweren Sturmböen.
Es treten schwere Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 95 Stundenkilometern auf. Es besteht die Gefahr vereinzelt umstürzender Bäume sowie herabstürzender Äste und anderer Gegenstände. Der Wetterdienst empfiehlt, Gerüste und freistehende Objekte zu sichern sowie beim Aufenthalt im Freien auf herabstürzenden Gegenstände zu achten.
Sommer-Wetter ist vorbei: Mit Sturm und Regen kommt der Temperatursturz
Die Warnung gilt zunächst bis Montagabend, 21 Uhr. Bis zum Dienstagmorgen gilt weiterhin einen Warnung vor Sturmböen mit Geschwindigkeiten von 65 bis 80 Stundenkilometern.
Insgesamt hat das zum Teil sommerliche Wetter der ersten Aprilhälfte, mit Rekord-Temperaturen und Hitze-Tagen in Hessen und ganz Deutschland, erst mal ein Ende. Laut Wetter-Experte Dominik Jung stürzen die Temperaturen zum Teil um 10 bis 15 Grad ab. „Die Temperaturen liegen nach den ersten 14 April-Tagen fast 7 Grad über den langjährigen Mittelwerten. Das ist extrem viel. Nun wird dieser Überschuss aber abgebaut werden“, sagt Jung gegenüber dem Wetterportal wetter.net.
Selbst die Tornadowahrscheinlichkeit sei am Montagnachmittag erhöht, es gebe Signale für eine Windscherung. „Das heißt, der Wind ändert mit zunehmender Höhe seine Richtung und Geschwindigkeit. Das erhöht das Potenzial für die Bildung von Tornados“, erläutert Dominik Jung.
Die Temperaturen sinken auf 9 bis 13 Grad, in der Nacht sogar auf fast schon frostige 2 bis 5 Grad, im höheren Bergland geht es laut Wetterdienst sogar mal unter die null Grad. Erst zum Mittwoch hin wird der Wind schwächer, lediglich auf den Höhen kann es dann noch starke bis stürmische Böen geben. Verantwortlich für den Temperatursturz ist Polarluft aus dem Norden. Den Wetterwechsel leitet eine Kaltfront über der Nordsee ein.
Sturm-Wetter zieht bis Mittwoch durch, frostige Temperaturen bleiben
Das Wetter in Hessen bleibt den Rest der Woche wohl wechselhaft. Am Dienstag ist es bewölkt, es kommt zu Schauern und vereinzelt zu kurzen Graupelgewittern. In den Mittelgebirgen wie Rhön und Vogelsberg ist Schnee und Schneeregen möglich. In der Nacht zum Mittwoch sinken die Temperaturen erneut bis auf den Gefrierpunkt. Frost ist also durchaus möglich. Bis mindestens zum Ende der Woche hält sich das wechselhafte, winterlich kalte Wetter laut dem Deutschen Wetterdienst.
Laut Experte Dominik Jung ist dieses Wetter für Mitte April allerdings absolut nichts Ungewöhnliches: „Wir erwarten in dieser Woche typisches Aprilwetter. Aufgrund der extrem hohen Temperaturen der vergangenen Wochen kommt uns dieser Wettersturz allerdings besonders heftig vor.“
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Jung macht zudem nicht unbedingt Mut für den Rest des Monats: „Die gesamte zweite Aprilhälfte ist nun deutlich frischer als die erste. Erneute Sommertage sind nicht in Sicht.“ Winterreifen müsse man aber auch nicht mehr aufziehen. Schnee in nennenswerten Mengen gebe es meist erst in Höhen ab 1000 Metern.
Schwierig sei die Situation lediglich für die Landwirte: Wegen des warmen Wetters ist die Natur einige Wochen zu früh dran. „Die anstehenden Boden- und auch Luftfröste können schwere Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen hervorrufen“, warnt Jung.