- VonSabine Kohlschließen
Ein April mit Rekord-Wetter zeichnet sich ab: Am Wochenende wurde der erste Hitzetag des Jahres gemessen. So früh wie noch nie. Nun folgt eine Abkühlung mit Gewitter, bevor es am Wochenende wieder sommerlich wird.
Fulda - Das Wetter verzeichnet den nächsten Rekord: 30,1 Grad wurden am Samstag in Ohlsbach in Baden-Württemberg gemessen. Ein Extremwert für Anfang April. Noch nie gab es in Deutschland so früh einen Hitzetag. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. Von einem Hitzetag sprechen Wetter-Experten, wenn das Thermometer die 30-Grad-Marke knackt. Der bisherige Rekord für die erste Monatsdekade (1. bis 10. April) lag bei 27,7 Grad, gemessen im Jahr 2011.
Ein Sommerwochenende gab es fast in ganz Deutschland, an vielen Orten - so auch in Hessen - wurden die 25 Grad überschritten; ab dieser Grenze sprechen Wetter-Experten von einem Sommertag. „Was für ein Sommerwochenende. Hohe Temperaturen, starker Pollenflug, hoher UV-Index, viel Saharastaub in der Luft. Man könnte meinen, wir wären im Juli oder August. Grill- und sogar schon Badewetter ist das gewesen“, beschreibt es Wetter-Fachmann Dominik Jung gegenüber dem Portal wetter.net. Anders als bei ihrer Prognose für das Osterwetter lagen die Wetter-Experten diesmal richtig, als sie ein extrem warmes Wochenende vorhersagten.
Hitzetag im April: Nach kurzer Abkühlung mit Gewitter wird Wetter wieder sommerlich
Nach den ersten sieben Tagen sei der April rund 6,7 Grad wärmer als normal. Das sei „extrem“, fügt Jung hinzu. Laut dem Deutschen Wetterdienst liegen die sehr hohen Apriltemperaturen allerdings nicht allein am Klimawandel. Eine Rolle spiele der aktuell zu warme Atlantik, gepaart mit einer Strömung aus Südwesten, die durch ein Orkantief westlich von Irland verstärkt werde. Hinzu komme das sonnige Wetter in Deutschland.
Der April bleibt seinem Motto - er macht, was er will - allerdings treu. Das warme und überwiegend trockene Wetter hält sich vorerst nur noch am Montag. Bereits am Abend sind laut Dominik Jung vor allem im Nordwesten Deutschlands Gewitter und vereinzelt Starkregen möglich. „Es besteht außerdem eine geringe Tornado-Gefahr, da sollte man wachsam sein“, warnt Jung.
Am Dienstag wird es dann im Westen von Deutschland bereits deutlich kühler, in Hessen liegen die Temperaturen laut dem Deutschen Wetterdienst etwa nur noch bei 13 bis 16 Grad, hinzu kommt eine starke Bewölkung und leichter Regen. Ähnlich sieht es am Mittwoch und Donnerstag aus. In der Nacht sinken die Temperaturen auf einstellige Werte, hier besteht die Gefahr von Bodenfrost. Frisch ausgesetzte Pflanzen sollten also besser abgedeckt werden.
April macht, was er will: Wetter wechselt von warm auf kalt, dann wieder warm
Bereits zum Wochenende soll aber das Sommer-Wetter zurückkommen. Schon ab Mittwoch setzt sich von Südwesten her der Hochdruckeinfluss durch und das Wetter beruhigt sich. Wind und Regen weichen einem Sonne-Wolken-Mix. Ab Freitag steigen dann auch die Temperaturen.
Für Samstag und Sonntag prognostizieren Dominik Jung sowie Diplom-Meteorologe Marcel Schmid vom DWD besonders für den Süden und Südwesten erneut Temperaturen von 25 Grad oder mehr. Das nächste Sommer-Wochenende steht also bereits in den Startlöchern.
Die frühen Extrem-Temperaturen sowie die ständigen Wetterwechsel schlagen einigen Menschen allerdings auf die Gesundheit. Die hohen Temperaturen so früh im Jahr vertrügen viele sogar weniger gut als am Ende des Sommers, wenn sich der Körper an Wärme gewöhnt habe, sagt Medizin-Meteorologin Kathrin Graw vom DWD. Die Wetterwechsel können laut Graw zu Kopfschmerzen, Migräne, Müdigkeit, Schlafstörungen, Abgeschlagenheit, Kreislaufproblemen und schlechter Konzentration führen.
Bei vielen anderen Menschen hat das warme Frühlingswetter allerdings den genau gegenteiligen Effekt: „Die Menschen werden aktiver und gehen mehr ins Freie. Das hebt die Stimmung und verbreitet gute Laune“, erklärt Medizin-Meteorologin Graw. Die Sonnenstrahlen kurbeln die Bildung von Vitamin D und Serotonin an - letzteres wird auch als Glückshormon bezeichnet, das stimmungsaufhellend wirkt. Also, nichts wie ins Freie und das - bald zurück erwartete - Sommerwetter genießen. Vielleicht fällt dabei auch ein Eis ab, etwa im wieder eröffneten Kult-Eiscafé in Fulda.
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