Landesfest

Hessentag in Fritzlar könnte kleiner werden als geplant - das ist der Grund

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Bei der Übergabe der Hessentags-Fahne in Pfungstadt: Noch gibt es keine endgültige Bilanz, aber die Kosten für das Landesfest waren auch in Südhessen deutlich gestiegen.
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Der Hessentag in Fritzlar soll etwas kleiner ausfallen als geplant. Bürgermeister Hartmut Spogat will den Gremien nun Vorschläge unterbreiten.

Fritzlar – Während die Freien Wähler Hessen eine grundsätzliche Reform zur Kosteneinsparung beim Hessentag fordern, hat man in Fritzlar die Ausgaben bereits fest im Blick. Dort soll der Hessentag im Mai 2024 stattfinden – Bürgermeister Hartmut Spogat berichtet, dass es voraussichtlich Einsparungen geben werde. Denn die Tendenz zeige bei den Kosten nach oben – Spogat führt eine Vielzahl von Gründen auf, zum Beispiel die Nichtverfügbarkeit von Material, steigende Personalkosten sowie die anhaltende Krise und der Krieg in der Ukraine. Eine Schätzung oder Berechnung der Gesamtkosten könne aktuell nicht verlässlich und verantwortungsbewusst aufgestellt werden.

„Deshalb bin ich aufgefordert, Fehlentwicklungen zu erkennen, und Empfehlungen am Umfang der Gesamtveranstaltung, für das Stadtparlament auszusprechen. Das heißt konkret: Veränderungen am Programm vorzunehmen“, sagt Spogat dazu. Mit ruhigem Gewissen könne er die Kostensteigerungen nicht vertreten und werde den Gremien Einsparungen nennen – ohne, dass die Attraktivität des Festes leide. Welche Einsparungen er genau vorschlagen wird, möchte der Bürgermeister zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, sondern zunächst in den Gremien besprechen.

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Zu den Forderungen der Freien Wähler sagte er, dass die ausrichtenden Kommunen bereits jetzt in vielen Dingen freie Hand hätten: „Der Hessentag passt sich den Städten an“, so Spogat. „In der Vergangenheit haben sich die Städte gefühlt überbieten wollen – unter anderem mit dem Angebot an Künstlern, welches dann zu immensen Kostenerhöhungen führte.“ Gerade weil der Hessentag für manche Städte auch eine Marketingmaßnahme sei, hätten diese auf Großkonzerte und sehr namhafte Künstler gesetzt. „Dabei entsteht oft ein sehr hohes Defizit.“

Diesem Umstand sei das Land Hessen gefolgt und habe dem Hessentag eine neue Definition und Ausrichtung verpasst: „Hessentag der Zukunft.“ Ziel war es dabei, den Kostendruck von den Kommunen zu nehmen. Gleichzeitig seien aber auch die Zuschüsse für die alleinige Ausrichtung der Feier auf zwei Millionen Euro reduziert worden. Dieser Zuschuss werde nur für die fünf Kernmodule des Hessentags gezahlt – also für die Landesausstellung, Natur auf der Spur, eine Halle oder Zelt für Großveranstaltungen (4000 bis 5000 Besucher), den Festzug und eine Anzahl an Parkplätzen. Alles Weitere liege in der alleinigen Verantwortung der ausrichtenden Stadt – auch finanziell.

Trotz möglicher weiterer Einsparungen bleibt Bürgermeister Spogat optimistisch: „Realistisch betrachtet, werden wir dennoch einen gelungenen Hessentag präsentieren, der in guter Erinnerung bleibt und Freude bereiten wird.“ Der Rathauschef zeigt sich überzeugt von der Wichtigkeit des Landesfestes, das auch Anlass für viele überregionale Vereine und Verbände sei, zusammenzukommen. „Der Hessentag ist ein großartiges Fest für die Gemeinschaft in der Stadt, Region, aber auch für das ganze Bundesland Hessen und darüber hinaus.“ (Daniel Seeger)

Zuletzt gab es ein Zerwürfnis zwischen der Stadt Fritzlar und der Projektleitung des Hessentags 2024, der Agentur MK Holding. Die Stadt will den Vertrag auflösen.

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