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Das Büro von Mike Josef weist Kritik des BUND am Bau der Multifunktionsarena am Waldstadion zurück. Den Umbau der Festhalle will die Stadt nicht verfolgen.
Frankfurt - Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) hat Kritik des BUND an den Plänen für eine Multifunktionsarena am Stadion zurückgewiesen. Anders als die Umweltschutzorganisation behaupte, gehe von dem Bau keine Gefahr für die Trinkwasserversorgung in Frankfurt aus, teilte das OB-Büro am Donnerstag auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mit. Der vom BUND zitierten Idee des Konzertveranstalters Marek Lieberberg, die Stadt könne die Festhalle zu einer Multifunktionsarena umbauen, erteilte der Oberbürgermeister eine klare Absage.
BUND fürchtet Eingriff ins Grundwasser durch Bau von Multifunktionsarena in Frankfurt
Geht es nach Mike Josef, dann stimmt der Magistrat in seiner Sitzung am 17. Januar für den Bau der Multifunktionsarena auf einem Parkplatz am Waldstadion. Die Stadtverordneten könnten dann am 30. Januar oder am 27. Februar den endgültigen Beschluss fassen.
Jedoch meldete sich Mitte dieser Woche der BUND zu Wort und meldete ernste Bedenken an. Die Organisation sprach von einem „gravierenden Eingriff in das Grundwasser“ durch den Bau der Halle. Die Wasserwerke im Süden Frankfurts müssten deshalb die Fördermenge senken.
Oberbürgermeister Mike Josef: Hallenbau von Multifunktionsarena in Frankfurt bedenkenlos möglich
Das OB-Büro weist diese Bedenken zurück. Der Grundwasserspiegel sei bei den Plänen sehr wohl bedacht worden. Das Gutachten des Büros AS+P sei zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Tiefgeschoss unter der Halle bedenkenlos möglich sei. Von weitergehenden Plänen – etwa einem Untergeschoss mit zusätzlicher Eisfläche – habe man eben wegen des Grundwassers abgesehen.
Zeit für eine Entscheidung
Die Fakten liegen auf dem Tisch. Die Politik sollte jetzt über den Bau einer Halle am Stadion entscheiden. Ein Kommentar.
Ein Umbau der Festhalle stößt in der Stadtpolitik nicht auf Gegenliebe. „Mir fehlt die Fantasie, wie daraus eine Multifunktionsarena werden soll“, sagte etwa Julia Eberz (Grüne), Vorsitzende des Sportausschusses. Tatsächlich hatte Josef mit Messeverantwortlichen über eine Nutzung der Festhalle als Multifunktionsarena gesprochen. Bei dem Unternehmen gibt es demnach große Bedenken, wie ein regelmäßiger Sportbetrieb durch Basketballer der Skyliners und Eishockey-Löwen in den Messebetrieb integriert werden sollen. Von einem angedachten Umbau der Festhalle hatten Stadt und Messe daraufhin abgesehen. (Georg Leppert)
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