Kultur

Kommentar zu den Bühnen: Zeit zu entscheiden

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Modell des alten Gebäudes über dem Platzhalter für ein neues Opernhaus am Willy Brandt Platz.
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Die Kulturmeile-Lösung ist ein guter Vorschlag, alle Fakten liegen auf dem Tisch. Die Stadtverordneten können nun ihre Entscheidung treffen. Ein Kommentar.

Es ist ein stimmiger Vorschlag, den Oberbürgermeister Mike Josef und Kulturdezernentin Ina Hartwig mit der Frankfurter Sparkasse und der Hessischen Landesbank ausgehandelt haben. Bei der sogenannten umgekehrten Kulturmeile bliebe die Oper am Willy-Brandt-Platz, den die Menschen als Kulturort ins Herz geschlossen haben.

Das Schauspiel zöge an die Neue Mainzer Straße, ohne Teile der Wallanlage zu versiegeln und majestätische Bäume zu fällen. Ein Eingriff in die geschützte Wallanlage wäre in Zeiten der Klimakrise und der Überhitzung der Innenstadt vielen Menschen nicht zu vermitteln, auch wenn andernorts neues Grün hinzu käme. Aus diesem Grund ist die Spiegelvariante nicht zufriedenstellend.

Auch Doppelanlage hätte Charme

Eine Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz hätte hingegen Charme: Sie würde das denkmalgeschützte Wolkenfoyer am besten zur Geltung bringen. Allerdings wäre weniger Platz für neues Grün hin zum Jüdischen Museum.

Zwei Interims wären nötig. Und die Werkstätten müssten gestapelt gebaut werden oder gar in ein innenstadtfernes Gebäude ziehen. Das wollen die Beschäftigten der Bühnen nicht und ihre Meinung zählt.

Für die Römer-Koalition liegen nun alle Fakten zur Entscheidungsfindung vor. Sie sollte das Thema zu obersten Priorität machen und sich intern soweit abstimmen, damit in der Stadtverordnetenversammlung im September eine Entscheidung möglich wird. Jeder weitere Verzögerung kostet unweigerlich Geld.

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Die Stadt hat sich mit der Frankfurter Sparkasse und der Hessischen Landesbank geeinigt. Das Schauspiel soll an der Neuen Mainzer Straße gebaut werden, die Oper am Willy-Brandt-Platz.

Die Standortfrage und die Kosten machen den Stadtverordneten die Entscheidung schwer. Eine Analyse.

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