SPD im Sinkflug

Landtagswahl Hessen: Nancy Faeser verliert sogar in der Heimatgemeinde

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Die Landtagswahl in Hessen zeigt einige Besonderheiten im Taunus. In zwei Orten erreicht die AfD mehr als 20 Prozent der Zweitstimmen.

Main-Taunus-Kreis/Hochtaunuskreis – Schon um 18 Uhr zeigten die ersten Prognosen zur Landtagswahl in Hessen 2023: Es ist ein Erdrutschsieg für die CDU, doch auch die AfD gewinnt deutlich dazu. Das spiegelt sich auch im Taunus wider. Insgesamt gibt es 55 Wahlkreise in Hessen. Je zwei Wahlkreise liegen im Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis. Dass noch letzte Daten übertragen werden müssen, weil es am Sonntagabend nicht recht klappte, tut der grundlegenden Tendenz keinen Abbruch.

CDU gewinnt im Taunus – Nancy Faeser schwächelt selbst in ihrer Heimatgemeinde

Die CDU holt alle vier Direktmandate im Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis. Das sind im Wahlkreis Main-Taunus I Christian Heinz (44,0 Prozent), in Main-Taunus II Axel Wintermeyer (43,31 Prozent), in Hochtaunus I Holger Bellino (43,38 Prozent), in Hochtaunus II Sebastian Sommer (37,21 Prozent).

Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat das Direktmandat für den Landtag verpasst.

Das schlechte Landesergebnis der hessischen SPD zeigt sich auch in der Heimatgemeinde von Spitzenkandidatin Nancy Faeser. In Schwalbach am Taunus liegt die Sozialdemokratin fast 15 Prozentpunkte hinter CDU-Kandidat Christian Heinz. In den übrigen Gemeinden im Wahlkreis Main-Taunus I liegt sie weit hinten, insgesamt erreichte Faeser nur rund ein Drittel der CDU-Stimmen. Auch bei den Zweitstimmen zeigt sich diese Tendenz: Mit 37,0 Prozent erhielten die Christdemokraten in Schwalbach am Taunus rund doppelt so viele Stimmen wie die SPD.

AfD-Hochburgen im Taunus liegen in Grävenwiesbach und Weilrod

In den Gemeinden Flörsheim am Main, Grävenwiesbach, Usingen, Neu-Anspach, Weilrod und Schmitten belegten die AfD-Kandidaten bei den Wahlkreisstimmen für die Direktmandate den zweiten Platz hinter der dominierenden CDU. Den größten Stimmenanteil griff Clemens Hauk (AfD) in Grävenwiesbach ab. Dort erreichte er 21,01 Prozent der Erststimmen. Holger Bellino konnte sein Mandat jedoch mit stabilen 41,06 Prozent verteidigen. In Weilrod erreichte Peter Lutz (AfD) 19,47 Prozent.

Bei den Landesstimmen sieht es ähnlich aus. Hier wurde die AfD zweitstärkste Kraft hinter der CDU in Flörsheim, Hochheim, Grävenwiesbach, Usingen, Wehrheim, Neu-Anspach, Weilrod und Schmitten. In Weilrod und Grävenwiesbach erreichte die AfD mehr als 20 Prozent der Zweistimmen.

Wo lagen die Hochburgen in Hessen bei der Landtagswahl 2018?

2018 kam die AfD erstmals in den hessischen Landtag. Die Grünen wurden zweitstärkste Kraft, knapp vor der SPD. Bei der Zweitstimme zeigte sich eine deutliche Tendenz zu einem roten Nordhessen, wo die SPD besser abschnitt als im von der CDU dominierten Süden von Hessen. Auch im Main-Taunus-Kreis und im Hochtaunuskreis gewann die CDU bei der Zweitstimme.

Bei der Erststimme stach 2018 nur Steinbach hervor. Dort bekam Stefan Naas von der FDP die meisten Stimmen im Ort, in dem er auch Bürgermeister war, 28,10 Prozent. Naas konnte 2023 aber in seinem Heimatort nicht erneut die Mehrheit erlangen. Mit 23,78 Prozent lag er in Steinbach hinter dem CDU-Kandidaten Sebastian Sommer (24,81 Prozent). (Anna Kirschner)

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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