VonFlorian Leclercschließen
Mit einem Bauprogramm hält die Stadt Frankfurt die mehr als 480 Bauwerke instand. Es gibt Schulnoten zum Zustand der Brücken.
Frankfurt - Der Einsturz der Carolabrücke in Dresden hat für Entsetzen gesorgt. In anderen Städten und Kommunen fragt man sich jetzt, wie sicher die dortigen Brücken sind. Auch das Mobilitätsdezernat Frankfurt ließ sich umgehend Informationen zusammenstellen.
In Frankfurt war bis 2012 geplant, den Zustand der 482 Brücken und Ingenieurbauwerke von einer öffentlich-privaten Partnerschaft verwalten zu lassen. Sie sollte über einen Zeitraum von 30 Jahren die städtischen Brücken sanieren oder neu bauen. 2012 zogen die Stadtverordneten und der damalige Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) die Reißleine. Die Kosten drohten, aus dem Ruder zu laufen. Seitdem ist die zunächst 25 Personen starke Brückenbauabteilung im Amt für Straßenbau und Erschließung für die Brücke zuständig.
Brücken in Frankfurt: Omegabrücke in Griesheim kontrolliert abgerissen
2015 stellte die Stadt das Brückenbauprogramm auf, das zunächst über fünf Jahre lief. Dabei wurde der Zustand aller Bauwerke erfasst und beurteilt. Es gab Noten von 1 bis 4 - wobei 1,0 bis 1,4 für einen „sehr guten Zustand“ steht und 3,5 bis 4,0 für einen „ungenügender Zustand“.
Von den Brücken waren damals bis zu zehn Prozent in einem sehr guten oder guten Zustand, etwa 33 Prozent in einem befriedigenden Zustand, 36 Prozent in einem ausreichenden Zustand, und 9 bis 10 Prozent waren nicht ausreichend. Drei Prozent wiesen einen ungenügenden Zustand auf. Die Stadtverordneten bewilligten 13 Millionen Euro pro Jahr, um die Brücken in Schuss zu halten. Geld floss unter anderem in die Sanierung der Straßenbrücke über die Nidda in Rödelheim, der Brücke im Zuge der Hanauer Landstraße und der Omegabrücke Griesheim.
An der Sanierung der Brücke über die Hanauer Landstraße werden sich manche vielleicht noch wegen des Staus im Berufsverkehr erinnern. Die Omegabrücke Griesheim löst andere Assoziationen aus. Sie wurde im September 2023 gesperrt. Bei Routinekontrollen hatten die Fachleute „signifikante Risse in der Bauwerkssubstanz“ festgestellt. Ein Einsturz der Brücke galt zwar als eher unwahrscheinlich. Aber sicher ist sicher.
Sanierung der Camberger Brücke soll Ende 2024 abgeschlossen sein
Und so fiel die Brücke kontrolliert und mit ihr eine wichtige Wegeverbindung von einem Teil Griesheims in den anderen. Nach langem Hin und Her wegen der Kosten kaufte die Stadt eine Behelfsbrücke von der Bahn, die im Juli 2024 eröffnet wurde. Sie bleibt als Provisorium für die nächsten fünf Jahre bis zum Neubau der Griesheimer Brücke stehen.
Außerdem wird gerade die Camberger Brücke saniert, die aus mehreren Brückenteilen besteht. Die Sanierung des letzten Brückenteils soll bis Ende 2024 abgeschlossen sein. Auch diese Brücke ist, wie alle, Teil des Brückenbauprogramms, über dessen Fortgang der Magistrat laut Stadtverordnetenbeschluss alle zwei Jahre berichten soll.
Das Amt für Straßenbau und Erschließung konnte am Donnerstag auf Anfrage der Frankfurter Rundschau über den aktuellen Stand des Brückenbauprogramms keine Auskunft geben.
