VonMaja Yüceschließen
Die Stadt Fritzlar, Ausrichterin des Hessentags 2024, wendet sich mit einer Resolution an die hessische Landesregierung und bittet um mehr Geld.
Fritzlar – Das hat es in der Geschichte des Hessentages so noch nicht gegeben: Die Stadt Fritzlar, Ausrichterin des Landesfestes 2024, wendet sich mit einer Resolution an die hessische Landesregierung und bittet darin mit deutlichen Worten um mehr Geld. Zugleich gehöre das Konzept des Hessentags auf den Prüfstand.
Konkret fordert die Stadt das Land auf, seinen Beitrag auf 50 Prozent der Gesamtkosten für die Durchführung der fünf Kernmodule (siehe Hintergrund) des Hessentages anzuheben. Der bisherige Zuschuss von zwei Millionen Euro solle als Mindestbetrag gelten. Außerdem fordert Fritzlar das Land auf, das Konzept des Hessentages grundsätzlich zu überarbeiten und für eine leistungsgerechte Bezuschussung gegenüber dem Eigenanteil der ausrichtenden Städte zu sorgen.
Hauptlast tragen ausrichtende Städte
Das zehntägige Landesfest wird nicht vom Land Hessen bezahlt, sondern erhält von diesem nur einen Kostenzuschuss für die geforderten „fünf Kernmodule“ – also Treffpunkt Hessen/Landesausstellung, Natur auf der Spur, Festzug, Ehrentribüne und Parkplätze. Die Hauptlast trägt die Gastgeberkommune, die auf gute Erträge etwa aus der Hessentagsstraße angewiesen ist. Die Einnahmen hängen von der Zahl der Besucher, deren Kaufkraft und oft vom Wetter ab. (may)
Einstimmig und mit kräftigem Applaus haben die Stadtverordneten die Resolution, die alle fünf Fraktionen unterzeichnet haben, jetzt in der Stadtverordnetensitzung auf den Weg gebracht. Grund dafür: Nach den Hessentagen stehen die Ausrichter oft mit Defiziten da, die sie so nicht erwartet hatten. Und diese Kosten können die Kommunen in finanzielle Schwierigkeiten bringen. Auch in Fritzlar fühlt man sich mit der steigenden finanziellen Belastung für die zehntägige Landesfest-Party alleingelassen (HNA berichtete).
Themenseite zum Hessentag
Alle Nachrichten rund um den Hessentag 2024 in Fritzlar finden Sie künftig auf unserer Themenseite zum Landesfest.
Hessentag: Stadtverordnete befürchten zu hohe Kosten
Die Stadtverordneten treibt die Sorge um, dass das Budget für die Ausrichtung des Hessentags auch in Fritzlar (24. Mai bis 2. Juni) nicht ausreichen wird. Der Zuschuss des Landes in Höhe von zwei Millionen Euro sei zu knapp bemessen, der Eigenanteil der Stadt werde voraussichtlich vier bis fünf Millionen Euro betragen, so Michael Schär (CDU), der den Resolutionstext verlas. Und das, obwohl man bereits aus Kostengründen auf die Hessentagsarena für Großveranstaltungen verzichte, was zu einer erheblichen Einsparung führe.
„Uns ist es wichtig, dass der Hessentag in Fritzlar ein Erfolg wird und auch für andere Städte in der Größenordnung von Fritzlar attraktiv bleibt“, heißt es in der Resolution. Doch dafür müsse sich die finanzielle Unterstützung des Landes den aktuellen schwierigen Bedingungen – Folgen der Coronapandemie und des Ukrainekrieges – anpassen. Das derzeitige Konzept des Hessentages sei überholt. Die Zusage des Landes, sich neben dem bisherigen Budget von zwei Millionen Euro, „lediglich an gestiegenen Sicherheitskosten mit 50 Prozent zu beteiligen, nicht mehr zeitgemäß“. (Maja Yüce)
Rubriklistenbild: © Peter Zerhau

