Stadtverordnetenversammlung

Wanfrieder Heimatmuseum soll in Grundschule einziehen

+
Dr. Helmut Pippart wurde mit der Ehrennadel in Silber für seine Verdienste um die Stadt Wanfried ausgezeichnet.
  • schließen

Weil die Gerhart-Hauptmann-Schule in Wanfried umzieht, soll in den ehemaligen Schulgebäuden das Heimatmuseum untergebracht werden. Zudem wurde ein Termin für die Bürgermeisterwahl in Wanfried festeglegt.

Bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung im Ortsteil Völkershausen haben die Parlamentsmitglieder nun einen Termin für die anstehende Bürgermeisterwahl festgelegt. Wilhelm Gebhard ist seit 2007 Bürgermeister der Stadt Wanfried, seine Amtszeit endet jedoch kommendes Jahr.

Termin für Bürgermeisterwahl in Wanfried am 11. Mai 2025

Der Christdemokrat wurde vom Kreisverband Werra-Meißner als Kandidat im Wahlkreis 168 (Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg) für die Bundestagswahl im nächsten Jahr vorgeschlagen und steht nicht zur Wiederwahl in Wanfried.

Gebhards Nachfolger soll am 11. Mai 2025 gewählt werden. Sollte es zu einer Stichwahl kommen, ist der zweite Termin der 25. Mai. „Wir hatten erst überlegt, ob wir unseren Termin mit der Bundestagswahl zusammenlegen können, diese findet aber erst Ende September statt, wenige Tage vor meinem Amtsende und das wäre zu spät“, erklärt Gebhard. Kommendes Jahr müssen die Wanfrieder also zweimal an die Wahlurne treten.

Heimatmuseum in Wanfried zieht in altes Schulgebäude

Das Wanfrieder Heimatmuseum soll wiedereröffnet werden. Darüber herrschte am Freitagabend große Einigkeit im Wanfrieder Parlament. Bis Ende 2019 war das Museum im Obergeschoss des Keudellschen Schlosses untergebracht, seither sind die Exponate jedoch eingelagert.

Das soll sich jedoch bald ändern. Denn die Gerhart-Hauptmann-Schule zieht in den Herbstferien um auf den neuen Schulcampus, die alten Gebäude stehen dann leer. Angedacht ist nun eine Wiedereröffnung des Wanfrieder Museums im Backsteingebäude des bisherigen Grundschulstandortes.

Wiedereröffnung des Wanfrieder Heimatmuseums in Etappen – Förderung nötig

Eine Wiedereröffnung müsse jedoch in Etappen vorbereitet werden: Zunächst muss ein Förderantrag gestellt werden, damit die Archivierung, Auflistung und Sichtung der mehr als 1.000 Exponate wissenschaftlich fundiert vorgenommen werden kann, erklärt Gebhard. „Wir müssen wissen, was zur Verfügung steht, damit ein professionelles Konzept für eine interessante Ausstellung erstellt werden kann.“ Ohne Förderung, so der Bürgermeister, sei dies nicht allein für die Stadt finanzierbar.

Silberne Ehrennadel

„Zeit seines Lebens hat er sich mit Wanfried identifiziert und sich eingebracht wie kaum ein anderer“, eröffnete Bürgermeister Gebhard die Ansprache zur Ehrung von Helmut Pippart. Die Stadt liege ihm am Herzen, die Entwicklung der Stadtteile ebenso – besonders aber der Erhalt des Fachwerks.

„Helmut Pippart hat sich in erster Linie als Restaurator und Mensch verdient gemacht, der sich um die alte Bausubstanz sorgt und seit Jahren sehr viel Geld und Zeit investiert. Ehrenamtlich und uneigennützig“, so der Bürgermeister.

Doch auch im medizinischen Sinne habe er Spuren hinterlassen, habe 48 Jahre als Landarzt in Wanfried gewirkt und sei erst kurz vor seinem 80. Geburtstag in Ruhestand gegangen.

„Er ist in der Medizin neue Wege gegangen, war unter anderem Vorreiter in der Ausbildung junger Ärzte.“ Die Stadt Wanfried sei Dr. Helmut Pippart dankbar, dass er Tag und Nacht für die Menschen da war und die Saat dafür gesät hat, dass es auch noch heute eine gute Hausarztpraxis mit ausreichend guten Ärzten vor Ort gebe.

Mit Lob und Dank für seine Lebensleistung überreichte ihm Wilhelm Gebhard unter Beifall des Parlaments die Ehrennadel. 

Vorbehaltlich einer erfolgreichen Rückübertragung des Grundstücks Marktstraße 2a (bisher Standort der Grundschule) an die Stadt Wanfried wird der Magistrat eine Umsetzung des Museums in besagtem Backsteingebäude prüfen lassen.

Bei erfolgreicher Rückübertragung wird der Magistrat beauftragt, eine Kostenschätzung für die Sanierung des Backsteingebäudes zur Umnutzung als Wanfrieder Museum sowie der Errichtung einer öffentlichen Toilette einzuholen. Nach Ermittlung der Kosten wird der Sachverhalt zur Beratung an den Haupt-, Finanz- und Umweltausschuss überwiesen.

Wanfried plant länderübergreifenden Radwegeausbau

Der Unstrut-Werra-Radweg sollte länderübergreifend ausgebaut werden. Gebhard: „Das Projekt zum Ausbau des Radwegs zwischen Diedorf, Wendehausen (beides Thüringen) und Heldra hat aufgrund der hessischen Fördermodalitäten jedoch eine erhebliche Kostensteigerung erfahren.“ Das Wanfrieder Parlament befürwortet das Projekt weiterhin, jedoch unter der Bedingung, dass es auf hessischer Seite einen Fördersatz von mindestens 75 Prozent der Gesamtkosten (knapp 895.000 Euro) gibt.

Eine Förderung über die Thüringer Landesaufbaubank sei nicht möglich, das Förderprogramm endet an der hessisch-thüringischen Landesgrenze. Alternativ sehen die Förderrichtlinien von Hessen Mobil ausschließlich eine Förderung von geteerten Radwegen vor, nicht jedoch der Kieswege.

Bis alle Fragen zum Ausbau des Unstrut-Werra-Radweges geklärt sind, werden keine Mittel im Wanfrieder Haushalt freigegeben.

Kommentare