VonDaniela Petersenschließen
Der islamistische Terroranschlag vom 19. Dezember 2016 mit 13 Toten ist vielen noch in Erinnerung. Fast acht Jahre später hat sich mit dem Krieg in Nahost die Weltlage nochmal verschärft. Auf den hessischen Weihnachtsmärkten gelten besondere Sicherheitsvorkehrungen – auch in Fulda.
Fulda - Mehr Polizeipräsenz und Waffenverbotszonen, das sind die Maßnahmen, die die damals noch existierende Bundesregierung Ende Oktober auf den Weg gebracht hat. Auch am Fuldaer Weihnachtsmarkt dürfen Waffen und Messer nicht mitgeführt werden.
Stadt Fulda gibt viel Geld für Sicherheit auf Weihnachtsmarkt aus
„Die Stadt Fulda setzt schon seit mehreren Jahren einen Sicherheitsdienst am Weihnachtsmarkt ein, der mit einer dauerhaften Präsenz vor Ort ist“, erklärt Johannes Heller, Pressesprecher der Stadt Fulda. Die Kosten für die Sicherheit insgesamt lägen im niedrig sechsstelligen Bereich. Terrorsperren wie sie zum Beispiel vor dem Uniplatz aufgestellt werden, habe die Stadt vor einigen Jahren angeschafft.
Generell sei es so, dass Sicherheitskonzepte wie die des Weihnachtsmarktes immer der aktuellen Lage angepasst würden. „Auch in diesem Jahr werden in verschiedenen Bereichen Zufahrtsperren aufgestellt. In der Rabanusstraße wird es außerdem eine Fahrbahnverengung sowie eine Geschwindigkeitsreduzierung geben, um die Gefahren für Fußgänger zu reduzieren“, erklärt Heller.
Den Sicherheitsbehörden liegen aktuell keine Erkenntnisse oder Hinweise vor, aus denen sich eine konkrete Gefährdung speziell für Weihnachtsmärkte ableiten lässt.
Darüber hinaus sei „der Umgang mit bedrohlichen Lagen“ ebenfalls Teil des Sicherheitskonzepts. Solche Maßnahmen würden aber nicht im Vorfeld kommuniziert.
Messer sind auf allen hessischen Weihnachtsmärkten verboten, wie Innenminister Roman Poseck (CDU) kürzlich noch einmal betonte. „Messer und andere gefährliche Gegenstände haben in unseren Innenstädten und auf Veranstaltungen nichts verloren“, sagte er. Von Messern gehe ein erhebliches Eskalationsrisiko aus.
Innenminister Roman Poseck will Cannabisverbot auf Weihnachtsmärkten
Die Sicherheit von Weihnachtsmärkten liege in der Verantwortung des jeweiligen Veranstalters, erklärte das Innenministerium zudem. Viele Veranstalter setzen – ähnlich wie Fulda – auf private Sicherheitsdienste. Zusätzlich gebe es laut Poseck umfangreiche offene und verdeckte Polizeimaßnahmen in Abstimmung mit den jeweiligen Ordnungsämtern, darunter eine erhöhte Polizeipräsenz an gut besuchten Plätzen sowie Personen- und Fahrzeugkontrollen. Dabei werde auch die Einhaltung des Messerverbots überprüft.
Ausnahmen von diesem Verbot gelten nur für gastronomische Betriebe, wie Johannes Heller erklärt. Händler, die Messer verkaufen, gebe es in Fulda nicht. Auch sie wären von dem Verbot ausgenommen.
Kiffen soll tabu sein
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) plädiert für ein Cannabisverbot auf Weihnachtsmärkten. Das Land wolle die Kommunen dabei unterstützen, Kiffen auf den Märkten zu unterbinden, teilte er in Wiesbaden mit. „Cannabisgeruch, Haschkekse und Joints gehören nicht auf den Weihnachtsmarkt.“ In einem Schreiben habe er den kommunalen Spitzenverbänden ein solches generelles Verbot vorgeschlagen.
Dazu empfiehlt er, mit einer Allgemeinverfügung eine einheitliche Regelung zum Verbot des Cannabiskonsums auf Weihnachtsmärkten zu treffen. Laut Pressesprecher Johannes Heller prüfe die Stadt Fulda gerade, ob beim Thema Cannabis eine Allgemeinverfügung für den Weihnachtsmarkt erlassen werden kann.
Lisa Aulich vom Team Aulich, die am Fuldaer Weihnachtsmarkt den Winterwald und die Pyramide betreiben, findet es gut, dass Messer verboten sind: „Alles, was der Sicherheit dient, ist richtig“, sagt sie. Insgesamt hält sie den Fuldaer Weihnachtsmarkt für „sehr sicher“. „Man braucht keine Angst haben.“ Das Sicherheitskonzept der Stadt sei ausführlich.
Auch die Betreiber selbst müssen ihre Stände so konzipieren, dass sie sicher sind. „Solch fliegende Bauten wie unsere Pyramide werden im Vorfeld mit dem TÜV genau geplant und abgenommen“, sagt sie. Die Veranstaltungs-Team-Gesellschaft sei seit 2011 am Fuldaer Weihnachtsmarkt vertreten. Die Pyramide wurde extra für Fulda angefertigt und wird jedes Jahr auch hier eingelagert.
Archiv-Video: Eröffnung des Fuldaer Weihnachtsmarkt 2023
Gerade befindet sich der Stand am Uniplatz im Aufbau. „Das dauert immer circa dreieinhalb Wochen.“ Zum Start am 29. November seien die Arbeiten aber sicher abgeschlossen. Der Weihnachtsmarkt in Fulda wartet in diesem Jahr mit einer Neuerung auf - auf dem „Karlchen vom Dach“ wird eine Eislaufbahn eingerichtet.
