Große Nachfrage

„Wir sind jeden Tag ausverkauft“: Werden Ostereier knapp?

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Sehr gut nachgefragt: die Bio-Eier, die die Hennen von Johanna Arnemann in Großenrode legen.
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Hühnereier erfreuen sich derzeit großer Nachfrage, die Lage auf dem Markt ist angespannt. Die Gründe dafür sind vielschichtig.

Kreis Northeim - Die Nachfrage nach Hühnereiern ist auf sehr hohem Niveau. Momentan gibt es eine rund achtprozentige Unterdeckung, so Hans-Peter Goldnick, Präsident des Zentralverbands der deutschen Geflügelwirtschaft und der Vorsitzende des Bundesverbandes Ei, im Gespräch mit der HNA.

Es wäre aber unsinnig, jetzt Eier zu horten, mahnt er zur Ruhe. Sorge um sein Osterei müsse sich niemand machen, zeigt er sich zuversichtlich.

Hohe Nachfrage nach Hühnereiern führt zu Anspannung auf dem Markt – Experte erklärt die Gründe

Die Gründe für den aktuell angespannteren Eiermarkt sind laut Goldnick vielfältig: Die Frühjahrsbelebung habe früher als sonst eingesetzt, zudem stiegen aktuell einige niederländische Betriebe aus der Eierproduktion aus und auch die Färbereien kauften noch viele Eier auf, die dann in rund zwei Wochen als bunte Ostereier auf dem Markt kommen. Des Weiteren hätten viele Betriebe erst jetzt ihre Legehühner ausgetauscht, da würde es noch bis Ende März dauern, bis die Eierproduktion mit den neuen Hennen wieder in vollem Gang sei. Hinzu komme der erhöhte Konsum, weil Hühnereier nun weg vom negativen Cholesterin-Image als Superfood entdeckt worden seien.

Manuel Bartens, Geschäftsführer beim Landvolk Northeim-Osterode, verweist darauf, dass es in der Region viele Hühnermobile gibt, wo Eier mit einer besseren Haltungsqualität erzeugt werden, die dann direkt oder über regionale Supermärkte wie Edeka und Rewe verkauft werden. Hier gebe es kaum Ausfälle. Zum Glück sei in der Region auch Vogelgrippe kaum ein Thema gewesen.

Acht Eier mehr pro Person und Jahr

Rund acht Eier mehr als 2023 haben die Deutschen im vergangenen Jahr zu sich genommen, insgesamt 244 Eier pro Person und Jahr. Das bedeutet aber auf alle hochgerechnet, dass rund 640 Millionen Eier mehr verbraucht wurden. Um diese zu erzeugen, braucht es rund zwei Millionen Legehennen mehr, macht Hans-Peter Goldnick, Präsident des Zentralverbands der deutschen Geflügelwirtschaft und der Vorsitzende des Bundesverbandes Ei, deutlich.

Dass die Eier, die seine rund 4500 Hennen im Hühnermobil legen, sehr gefragt sind, betont auch Christian Schlegel aus Ellierode (Bad Gandersheim). „Wir sind jeden Tag ausverkauft“, freut er sich, macht aber darauf aufmerksam, dass er nicht wegen Ostern die Eierproduktion einfach mal verdoppeln könnte. Er rät Verbrauchern deshalb, sich rechtzeitig vor Ostern einzudecken. Zumal ein Ei vor dem Verzehr am besten drei bis fünf Tage reifen sollte.

Produzentin aus Großenrode zeigt sich zufrieden – Eier werden „verstärkt nachgefragt“

Auch Bio-Ei-Produzentin Johanna Arnemann aus Großenrode ist sehr zufrieden. „Wir merken, dass Eier verstärkt nachgefragt werden“. Zu Weihnachten und zu Ostern sei der Eierabsatz immer sehr hoch, im Sommer kippe das etwas. Sie hält insgesamt 12.000 Hühner, die rund 11.000 Eier am Tag legen. EU-weit seien die Eier wohl aktuell etwas knapp, aber das gelte nicht bei den Bio-Eiern.

Tobias Schnabel, Inhaber des Northeimer Edeka-Marktes, blickt zuversichtlich auf das Ostergeschäft. Es sei zwar eine Herausforderung, aber alle, von ihm bei der Edeka vorbestellten Eier seien sicher zugesagt. Deswegen gehe er nicht von leeren Eierregalen zu Ostern aus. (rom)

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