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Wilhelm Gebhard (CDU) hat als erster Bewerber für den Wahlkreis 168 (Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg) seine Kandidatur für die Bundestagswahl bekannt gegeben.
Werra-Meißner – Wilhelm Gebhard will es noch mal probieren. Der Christdemokrat wurde vom Kreisverband Werra-Meißner als Kandidat im Wahlkreis 168 (Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg) für die Bundestagswahl im nächsten Jahr vorgeschlagen. Gebhard ist rund ein Jahr vor dem noch nicht feststehenden Wahltermin der erste Bewerber, der Ansprüche auf ein Bundestagsmandat erhebt. Gleichzeitig hat Gebhard bekannt gegeben, dass er nicht für eine weitere Amtszeit als Bürgermeister von Wanfried kandidieren möchte.
In seiner Sitzung am Montagabend (9. September) hat der Kreisvorstand des CDU-Kreisverbands Werra-Meißner beschlossen, Wilhelm Gebhard, den amtierenden Bürgermeister von Wanfried, den Delegierten der CDU auf der anstehenden Wahlkreisdelegiertenversammlung vorzuschlagen. Die findet im November statt. In dieser Versammlung werden die Delegierten der CDU-Stadt- und Gemeindeverbände aus dem Werra-Meißner-Kreis und dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg endgültig darüber entscheiden, wer für die CDU bei der Bundestagswahl antritt. Schon jetzt steht fest: Die Delegierten haben die Wahl zwischen zwei Kandidaten. Für die CDU Hersfeld-Rotenburg kandidiert Kreisvorsitzender Andreas Börner. Auch der 35-Jährige aus dem Nachbarkreis wurde einstimmig nominiert.
Für Gebhard, den Bürgermeister von Wanfried seit 2007, Kreistagsmitglied und stellvertretendem CDU-Vorsitzenden im Werra-Meißner-Kreis, ist es der zweite Versuch, in den Bundestag einzuziehen. 2021 hatte er gegen den amtierenden Bundestagsabgeordneten Michael Roth, der seit 1998 immer das Direktmandat gewonnen hatte, deutlich verloren (26,8 Prozent). Die CDU schöpft aber neue Hoffnung. Zum einen tritt Roth aus freien Stücken bei der nächsten Bundestagswahl nicht mehr an. Zum anderen waren die Christdemokraten aus dem Werra-Meißner-Kreis durchaus zufrieden mit dem Abschneiden Gebhards. „Er hatte das beste Erststimmenergebnis aller nordhessischen CDU-Kandidaten erzielt, obwohl er mit damaligen Staatsminister Michael Roth den stärksten und bekanntesten Gegenkandidaten hatte“, sagt Kreisvorsitzender Stefan Schneider.
Roth hatte im Frühjahr bekannt gegeben, dass er aus gesundheitlichen Gründen nicht erneut kandidieren wird. Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt hatte in dieser Legislaturperiode unter Erschöpfungssyndromen gelitten und war deshalb längere Zeit ausgefallen. Die SPD sucht derzeit ebenfalls nach einem Kandidaten für die Bundestagswahl. Das trifft sowohl für den Unterbezirk Hersfeld-Rotenburg als auch für Werra-Meißner zu. „Wir haben einen Bewerber aus dem Werra-Meißner-Kreis im Auge“, sagt Geschäftsführer Nicola Ferl. Auch er muss sich bei einer Delegiertenkonferenz der beiden Unterbezirke einem Gegenkandidaten stellen. „Wir gehen davon aus, noch in diesem Jahr eine Entscheidung zu treffen“, so Ferl.
Schneller geht es bei der CDU in Wanfried. Sie haben den Markt bereits sondiert und werden ihren Mitgliedern in einer Versammlung am Freitagabend (13. September, 18 Uhr) einen Kandidaten zur Abstimmung präsentieren. „Wir wollten kein Vakuum entstehen lassen“, erklärt Vorsitzender Thomas Bachmann die schnelle Zeitabfolge. Nach Informationen unserer Zeitung kommt der Kandidat aus den eigenen Reihen des Stadtverbands. (Tobias Stück)