VonUlrike Hagenschließen
So warm wie in diesem Jahr war es im Frühling noch nie. Meteorologen sprechen von neuen Rekorden seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Und es soll schwül weiter gehen.
Bremen – Wie von Experten prognostiziert, bricht der „Super-Frühling“ 2024 sämtliche Wetter-Rekorde – und stellt das wärmste Frühjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen dar – und zwar von der Nordsee-Küste bis Bayern. Trotz der hohen Regenmengen und Unwetter-Warnungen in zahlreichen Regionen bleiben die Temperaturen ungewöhnlich hoch. Auch der meteorologische Sommer startet nass, doch die Wärme bleibt.
Wetterexperte meldet Hitze-Rekord: „Norddeutschland erlebt den wärmsten Frühling seit 1881“
Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met erklärt gegenüber kreiszeitung.de von IPPEN.MEDIA: „Norddeutschland erlebt den wärmsten Frühling seit 1881“. Er führt aus: „Das Frühjahr 2024 war zwar oftmals recht nass, aber trotzdem auch recht warm. Das liegt besonders an den warmen Nächten“. Zur Bestimmung des Durchschnitts werden die Werte von allen 24 Stunden herangezogen – vom 1. März bis zum 31. Mai: „Da hatten wir oftmals recht warme Nächte. Das hat das Mittel deutlich nach oben gezogen. Selbst im Saarland, wo der Mai dreimal so nass wie üblich war, fällt der Mai 2 bis 3 Grad wärmer als im Vergleich zum langjährigen Mittel.“
Besonders im Wonnemonat erlebten die Menschen nach wechselhaftem Wetter in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg traumhaftes Frühsommerwetter mit viel Sonne und Temperaturen über 25 Grad. Dennoch schien die Wetterlage unbeständig, und starke Unwetter mit Regen überraschten immer wieder. „Letztlich ist das Wetter bei uns in den vergangenen Tagen auch ein bisschen tropisch gewesen. Immer wieder viel Regen und trotzdem sehr warm“, so Jung.
Wärmster Frühling seit über 140 Jahren trotz Regenmengen
Der bisherige Rekord seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 wurde im Jahr 2007 mit einer durchschnittlichen Temperatur von 10,6 Grad Celsius aufgestellt. Dieses Jahr wurde dieser Wert erneut erreicht. Mit den anhaltend hohen Temperaturen in den kommenden Tagen jedoch wird der Rekord bis Freitag geknackt sein – und 2024 wird offiziell als das Jahr mit dem wärmsten Frühling aller Zeiten eingestuft: „Es wird der wärmste Frühling seit mehr als 140 Jahren werden“, so Jung.
Prognose für die kommenden Tage: Weiter warm und nass
Für die kommenden Tage sind keine wesentlichen Änderungen zu erwarten. Der Süden Deutschlands muss heute mit reichlich Regen rechnen, während – wie schon in den vergangenen Tagen – im Norden und Teilen Niedersachsens mit Gewitter-Warnungen und Starkregen gerechnet werden kann. So geht es auch am Samstag, dem Start in den meteorologischen Sommer 2024 weiter.
So wird das Wetter der nächsten Tage:
- Dienstag, 28. Mai: 16 bis 21 Grad, wechselhaft, überall Schauer und Gewitter möglich, sie treffen aber nicht jeden, zeitweise auch Sonnenschein
- Mittwoch, 29. Mai: 16 bis 22 Grad, ein Mix aus Sonnenschein und Wolken, immer wieder einzelne Gewitter
- Donnerstag, 30. Mai: 18 bis 22 Grad, weiterhin wechselhaft und zeitweise nass, bei Gewitter auch Starkregen möglich
- Freitag, 31. Mai: 16 bis 21 Grad, leicht wechselhaft, immer wieder Regenschauer oder kurze Gewitter
- Samstag, 1. Juni (meteorologischer Sommerstart): 17 bis 22 Grad, wenig sommerliche, etwas Sonnenschein und mittendrin immer wieder einzelne Gewitter
- Sonntag:, 2. Juni: 17 bis 22 Grad, durchwachsen, immer wieder einzelne Schauer und Gewitter Quelle: wetter.net
Start in den meteorologischen Sommer: „Die Großwetterlage bleibt tropisch“
„Regen, Gewitter und Unwetter bleiben auch zum Start in den meteorologischen Sommer erhalten. Es wird allerdings zeitweise recht warm werden. Ein stabiles Sommerhoch ist jedoch (noch) nicht in Sicht. Die Großwetterlage bleibt tropisch, recht warm, aber auch recht nass,“ erläutert Wetterexperte Jung.
Ungewöhnlicher Start in den Sommer: Wärme und Nässe dominieren
Für die kommenden Tage sind also keine wesentlichen Änderungen zu erwarten. Der Süden Deutschlands muss heute mit reichlich Regen rechnen, während im Norden Gewitter und Starkregen auftreten können. „So geht es auch am Samstag weiter. Da starten wir in den meteorologischen Sommer 2024. Der wird erstmal so richtig nass starten, aber ab Sonntag wird es dann im Osten schon wieder bis zu 26 Grad warm. Nächste Woche könnten sogar bis zu 30 oder 31 Grad erreicht werden“, prognostiziert Jung.
Er betont: „Viel Regen heißt also nicht automatisch sehr kalt. Diese Aussage hört man immer wieder: Es kann doch gar nicht so warm gewesen sein, da es so viel Regen gab. Das ist ein Trugschluss. Man denke an die Tropen. Immer um 24 bis 28 Grad warm und trotzdem täglich die große Schütte. Letztlich ist das Wetter bei uns in den vergangenen Tagen auch ein bisschen tropisch gewesen.“ Auch für den Sommer haben Experten bereits eine Prognose abgegeben.
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