Hochwasser in Hoya: L 330 nach Hassel wieder befahrbar
VonMareike Hahn
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31.12.2023, 17 h: Verhaltenes Aufatmen bei den Einsatzkräften und Einwohnern in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya. Der Pegel der Weser ist seit Freitag mehr als erwartet gefallen. Der Landkreis Nienburg hob die Sperrung der Landesstraße 330 zwischen Hassel und Hoya am Sonntag um 14 Uhr auf.
30.12.2023, 21:40 h: Das Ordnungsamt hofft auf einen sinkenden Pegel, aber „Lage insgesamt unverändert“. Autofahrer müssen sich weiter auf Umwege einstellen.
Samtgemeinde – Entwarnung will Thorsten Schiemann noch nicht geben, aber dass die „Lage insgesamt unverändert“ ist, stimmt ihn mit Blick auf das lange Wochenende in Sachen Hochwasser vorsichtig optimistisch. „Die große Welle hat uns bisher verschont. Wir hoffen, dass uns das Wetter hold bleibt – vielleicht scheint ja morgen sogar die Sonne –, damit das Wasser allmählich zurückgeht“, sagt der Ordnungsamtsleiter Freitagmittag. Feuerwehr-Pressewart Friedrich Brinkmann berichtet am frühen Freitagabend von einem recht ruhigen Tag. Zu diesem Zeitpunkt beträgt der Pegel der Weser in Hoya 7,22 Meter – ein paar Zentimeter mehr als am Donnerstag.
Auch der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) spricht für Hoya von einem „gleichbleibenden Trend“ – und weiterhin von Warnstufe 3; die „Überschwemmung größerer Flächen und einzelner Grundstücke, Straßen und Keller“ ist demnach nach wie vor möglich.
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Autofahrer müssen sich weiter auf Umwege einstellen: Die Straßenmeisterei werde die Landesstraße L 330 zwischen Hassel und Hoya bis mindestens Dienstag geschlossen halten, kündigt Schiemann an. Das Wasser stehe dort bis zu 60 Zentimeter auf der Fahrbahn. Das habe auch Auswirkungen auf die Rettungskräfte: Im Fall eines Einsatzes würden mit Blick auf gesperrte Straßen zum Teil Helfer aus anderen Orten angefordert als außerhalb der Hochwasser-Zeiten.
Auch am Wochenende werden sich Verwaltung, Feuerwehr, Bauhof und Technisches Hilfswerk (THW) regelmäßig zu Lagebesprechungen in Hoya treffen. Vollgelaufene Keller werden die Feuerwehr aller Voraussicht nach auch weiterhin beschäftigen. Die Situation bei der Kläranlage Hoya, die bereits Donnerstag ihre Kapazitätsgrenze erreicht hatte, sei aktuell ruhig, sagt Schiemann am Freitag.
Der Sportplatz in Hassel steht unter Wasser. „Das ist nicht das erste Hochwasser, das uns trifft“, sagt Jens Braun, Vorsitzender des TSV. Er rechnet aktuell nicht mit großen Schäden, wohl aber damit, dass Aufräumarbeiten nötig sein werden. Einen positiven Effekt dürfte die aktuelle Lage aber für die Sportler haben: „Unser Problem mit Wühlmäusen hat sich wohl erst mal erledigt“, sagt Braun.
„Auch wenn es eine alte Leier ist“, warnt der Ordnungsamtsleiter einmal mehr vor Hochwassertourismus. „Das ist eine Gefährdung für alle!“, wiederholt er.