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Hochwasser in Niedersachsen: Scholz in Verden (Aller) gelandet – Einsatzkräfte an Belastungsgrenze

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  • Felix Herz
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Die aktuelle Hochwasser-Situation in Niedersachsen ist kritisch. Eine Stadt bereitet sich auf eine mögliche Evakuierung vor. Alle Infos im News-Ticker.

Update von Sonntag, 31. Dezember, 13.36 Uhr: Während die Lage vielerorts noch angespannt ist, stabilisiert sie sich in Sandkrug (Kreis Oldenburg) allmählich. Die Pegelstände sind in der Nacht zu Sonntag gesunken. Das berichtet die hiesige Kreisfeuerwehr. Die Einsatzkräfte vor Ort konnten demnach auf 200 reduziert werden. Die akute Phase der Deichsicherung sei abgeschlossen. „Ab heute Nacht wird der Kräfteansatz nochmals deutlich reduziert“, heißt es weiter.

Nach Hochwasser in Sandkrug: Anwohner können wieder in ihre Häuser zurückkehren

In der kommenden Woche werde der Deich Tag und Nacht überwacht. So können die Einsatzkräfte schnellstmöglich auf Veränderungen reagieren und die Sicherheit der Deiche aufrechterhalten. Die Gute Nachricht ist auch: Die Anwohnerinnen und Anwohner können nach Absprache mit den Sicherheitsbehörden und der Gemeinde wieder in ihre Häuser zurückkehren.

Tornado und Orkantief: Die 5 heftigsten Unwetter in Niedersachsen der vergangenen Jahre in Bildern 

Westerland auf Sylt Kyrill
Der 18. Januar 2007 ist vielen Menschen in Niedersachsen vermutlich in Erinnerung geblieben: Der Orkan „Kyrill“ zog über das Land hinweg. Diese Aufnahme zeigt den Vortag, an dem bereits hohe Wellen auf den Strand von Sylt trafen.  © dpa/Carsten Rehder
Sturm - Orkan „Kyrill“ über Deutschland
Im Fischereihafen von Norden-Norddeich schlugen am 18. Januar 2007, rund vier Stunden vor dem Maximum der zu erwartenden schweren Sturmflut, bereits die ersten Wellen über die Pierkante. Bis in den Morgenstunden des Folgetags sollte das Orkantief noch im Norden wüten und Zerstörung mit sich bringen. © dpa/Ingo Wagner
Orkan "Kyrill" - Hochhausdach fällt auf Wohnhaus
Der Blick aus einem zerstörten Kinderzimmer in Barsinghausen zeigt: Das Orkantief „Kyrill“ hinterließ große Schäden in Niedersachsen. Mit einer Schadenssumme von 149 Millionen Euro verfehlte der Orkan dort nur knapp die Aufnahme in die Liste der weltweit zehn teuersten Naturkatastrophen der Gruppe. 47 Menschen starben durch „Kyrill“. © Jochen Lübke
Tornado auf Helgoland
Wenn Urlauber Helgolands an den 12. Juli 2010 zurückdenken, gefriert ihnen vermutlich das Blut in den Adern. An diesem fegte ein Tornado über die Düne der Nordseeinsel hinweg und richtete erhebliche Schäden an. Ursache für die Superzelle war das Tiefdruckgebiet „Norina“. © dpa/Uwe Nettelmann
Tornado fegt über Helgoländer Düne
Der Tornado, der am 12. Juli 2010 über die Helgoländer Düne hinwegfegte, sorgte vom Land aus für eindrucksstarke Bilder durch massive Wolkenformationen.  © dpa/Kay Martens
Tornados in Norddeutschland - Helgoland 2010
Der Tornado hinterließ auf Helgoland ein Trümmerfeld. Dieses Bild zeigt einen Campingplatz auf der Düne der Insel. Elf Menschen wurden verletzt. Auch kam es zu Schäden in Niedersachsen. Im ostfriesischen Hafen Leer richtete das Unwetter zum Beispiel Schäden von etwa einer Million Euro an. Zudem starben zwei Menschen.  © dpa/Andrea Auer
Sturmflut am Hafen in Neuharlingersiel (Niedersachsen)
Der Orkan „Xaver“ wütete vom 4. Dezember 2013 bis zum 10. Dezember 2013 im Norden Europas. Den Norden Deutschlands erwischte er am 6. Dezember 2013 mit voller Wucht. Die „Nikolausflut“ gehört zu den schwersten der letzten 100 Jahre. Dieses Foto zeigt die Stärke der Flut am Hafen von Neuharlingersiel in Niedersachsen.  © dpa/Ingo Wagner
Orkantief Xaver Hochwasser Bensersiel Niedersachsen
Das Hochwasser in den Mittagsstunden am 6. Dezember 2013 überflutete während des Sturmtiefs „Xaver“ den gesamten Campingplatz in Bensersiel, Niedersachsen. Auf den Inseln waren „erhebliche Dünenabbrüche zu verzeichnen“, teilte das niedersächsische Umweltministerium (NLWKN) mit. Insbesondere waren die Dünen am Hammersee auf Juist und die Zeltplatzdünen auf Spiekeroog sowie die Harlehörn-Düne auf Wangerooge betroffen. © dpa/Ingo Wagner
Orkan Xaver Lüneburg
Auch im Inland Niedersachsens kam es während des Orkantiefs „Xaver“ zu erheblichen Schäden. Auf eisglatter Fahrbahn wurde der Bus von einer Sturmböe erfasst, rutschte von der Straße und knallte in zwei Bäume. Der Gesamtschaden in Deutschland wurde auf 100 bis 200 Millionen Euro geschätzt. Präzise Wettervorhersagen und verbesserter Küstenschutz konnten großeren Summen vorbeugen. In Europa starben insgesamt 13 Menschen, davon in Deutschland eine Person.  © dpa/Polizei Lüneburg
Nach Sturmtief „Friederike“ - Niedersachsen
Das Sturmtief „Friederike“ erreichte am 18. Januar 2018 seinen Höhepunkt. Im Norden Deutschlands brachte der Orkan unter anderem starken Schneefall mit sich. Die Straßen waren deshalb spiegelglatt. So kam es zu einer Reihe an Unfällen. Besonders den Süden Niedersachsens erwischte es heftig. © dpa/Hauke-Christian Dittrich
Nach Sturmtief „Friederike“ - Niedersachsen
Den Süden Niedersachsens erwischte der Orkan „Friederike“ heftig. Während in den flachen Regionen des Landes nur wenig Schäden verzeichnet wurden, sah die Lage in der Hauptstadt Hannover ganz anders aus. Wie auf dem Foto zu sehen ist, stürzten unter anderem Bäume in Häuser. © dpa/Hauke-Christian Dittrich
Waldschäden nach Orkan Friederike
Die größten Schäden richtete „Friederike“ in den Wäldern von Niedersachsen an. Landesweit werde mit mehr als zwei Millionen Kubikmetern Sturmholz gerechnet, erklärte damals das Niedersächsische Umweltministerium. Insbesondere im Mittelgebirge wurden Wälder zerstört, wie zum Beispiel im Harz, Solling und dem Weserbergland. © dpa/Stefan Rampfel
Sturmtief Zeynep - Bensersiel
275431582.jpg © dpa/Hauke-Christian Dittrich
Sturmtief Zeynep - Emden Niedersachsen
Ein Unimog der Hafenbehörde fährt am überschwemmten Kai im Hafen Emden in Niedersachsen vor der Fähre „Westfalen“. Es ist der 18. Februar 2022. An der Nordsee erreichen die Windböen des Orkantiefs „Zeynep“ stellenweise bei über 140 Kilometer pro Stunde. © dpa/Lars Klemmer
Stürme verursachen Schadholz im Privatwald
Mitte Februar zog nicht nur das Orkantief „Zeynep“ über Niedersachsen hinweg. Auch zwei weitere, „Ylenia“ und „Antonia“, sorgten für Unwetter und Sturm. Nach Schätzungen der Landwirtschaftskammer entstanden dabei gut eine Million Festmeter Schadholz. Das Orkantief „Zeynep“ forderte in Europa insgesamt 17 Todesopfer. Ein Mann starb bei Dacharbeiten an der Wurster Nordseeküste, Niedersachsen. In Ostfriesland wurden laut Feuerwehrverband ca. 1900 Feuerwehreinsätzen abgearbeitet. © dpa/Philipp Schulze

Update von Sonntag, 31. Dezember, 12.44 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz sprach gegenüber allen Helfern seinen Dank aus. Zudem besuchte er auch das Wohngebiet und führte Gespräche mit Betroffenen, das aktuell überflutet ist, so unser Reporter vor Ort. Eine Frau freute sich über die Rückendeckung des Kanzlers. „Schön, dass wir nicht alleine dastehen“, sage sie. Ordnungskräfte der Polizei sicherten wenig später das Gelände weiträumig ab, sodass Schaulustige nicht nah an der Kanzler herankamen. Stadtbrandmeister (Verden) Peter Schmidt verkündete, dass bereits seit Tagen etwa 200 Einsatzkräfte im Einsatz seien. Es gehe mittlerweile an die Belastungsgrenze. Ach Zentimeter sei der Pegel der aller mittlerweile abgefallen, teilte Bürgermeister Lutz Brockmann. Um sicher zu sein, müsse dieser aber mindestens um einen halben Meter sinken.

Bundeskanzler Olaf Scholz begutachtete die Lage an der Südbrücke.

Update von Sonntag, 31. Dezember, 11.11 Uhr: Kürzlich landeten Bundeskanzler Olaf Scholz, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sowie Landesinnenministerin Daniela Behrens (SPD) in Verden (Aller). Zuvor überflogen sie das Hochwasser-Gebiet, berichtet ein Reporter von kreiszeitung.de, der aktuell vor Ort ist. Als nächstes begeben sich die Politiker in zur Feuerwehrleitzentrale und lassen sich dort ein genaues Bild von der aktuellen Lage geben. Laut Informationen von vor Ort hat der Pegel gestern seinen Scheitelpunkt erreicht und sei seitdem fünf bis sechs Zentimeter gefallen. Hinter der Schutzmauer stehe das Wasser weiterhin ungefähr 60 Zentimeter hoch. Noch gebe es keine Entwarnung, so unser Reporter.

Mit einem Hubschrauber überflog Bundeskanzler Olaf Scholz das Hochwasser Gebiet.

Hilfsbereitschaft im Hochwasser-Gebiet groß – Betroffen vernetzen sich auf Facebook

Update von Sonntag, 31. Dezember, 10.12 Uhr: Die Hilfsbereitschaft unter den Betroffenen im Hochwassergebiet ist groß. Unter anderem hat sich in der Social-Media-Plattform Facebook eine Gruppe namens „Hochwasser Heidekreis“ formiert. „Ich habe diese Gruppe erstellt, damit man sich vernetzten kann, wo und bei wem Hilfe benötigt wird“, schreibt Natalie S., die Initiatorin der Gruppe in der Beschreibung. Viele Menschen können laut S. nicht mehr in ihre Häuser oder Wohnungen zurück oder haben sie gänzlich verloren. Nicht nur bieten Einheimische dort im Allgemeinen ihre Hilfe auf Anfrage an, auch Tauchpumpen, Not-Pferdeboxen oder Sachspenden stehen hoch im Kurs.

Bundeskanzler Olaf Scholz zeigt Anteilnahme – reist nach Verden (Aller)

Update von Sonntag, 31. Dezember 09.46 Uhr: Seit dem heutigen Morgen, 31. Dezember 2023, steht fest, in welche Hochwassergebiete Bundeskanzler Olaf Scholz reisen wird. In der Stadt Verden (Aller) wird der Kanzler gemeinsam mit Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Landesinnenministerin Daniela Behrens (SPD) allen Helfern danken und den Betroffenen des Hochwassers zeigen, dass die Regierung sie in diesen schweren Zeiten nicht alleine lässt.

Blick auf die teilweise unter Wasser stehende Altstadt von Verden an der Aller.

Update von Sonntag, 31. Dezember, 08.11 Uhr: In der Gemeinde Sottrum im Landkreis Rotenburg kam es am vergangenen Sonnabend, 30. Dezember, zu mehreren Einsätzen. Die Wassermassen hielten die Feuerwehren auf Trab. Um 9 Uhr wurde die Ortsfeuerwehr Aausen in die Straße „An den Wiesen“ gerufen. Hier drohte Wasser vom Grundstück aus in ein Haus zu laufen. Sandsäcke, die die Feuerwehr um das Haus verteilte, konnten das Schlimmste verhindern. Gegen 12 Uhr wurde die örtliche Feuerwehr alarmiert. Im Ortsteil Everinghausen stand laut Feuerwehr-Bericht der Keller eines Hauses unter Wasser. Nach einer halben Stunde Einsatz der Feuerwehr konnte der Keller leergepumpt werden.

Hochwasser in Norddeutschland – Die Bilder der extremen Wetterlage

Verden von oben fotografiert. Die Aller ist bis in die Altstadt über die Ufer getreten.
In Verden ist die Aller über ihre Ufer getreten. Die Südbrücke in die Altstadt wurde am Freitag wegen des Hochwassers gesperrt. © dpa
Hochwasser und Überschwemmungen der Aller in der Region Heidekreis nach tagelangen starken Regenfällen.
Auch der Heidekreis in Niedersachsen ist nicht vor Überschwemmungen gefeit. Bis zum Jahreswechsel könnten Regen und Sturm die Lage weiter verschlechtern. © Ulrich Stamm/IMAGO
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag © Oliver Siedenberg
Umgeben von Wasser ist dieser Feldhase.
Umgeben von Wasser ist dieser Feldhase. © Dorn
Feuerwehrleute stehen in der Nacht am Deich und reichen Sandsäcke.
Mit Sandsäcken bauten die Einsatzkräfte Quellkaden auf, um die Schadstellen einzugrenzen. © Kreisfeuerwehr Verden/Oestmann
Hochwasser in Niedersachsen: Eine vom Wasser überspülte und abgesperrte Straße.
Die L330 zwischen Hoya und Hassel ist seit Donnerstagnachmittag wegen des Hochwassers unpassierbar. © Moritz Frankenberg/dpa
Einsatzkräfte bauen eine Sandsacke-Sperre gegen Hochwasser.
Auch am Serengeti-Park in Hodenhagen sind viele Helfer im Einsatz gegen das Hochwasser. © Philipp Schulze/dpa
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag © Oliver Siedenberg
Hochwasser in Niedersachsen - Lilienthal Wörpe Wümme
Ein Gartenhaus steht hinter einem durchweichten Deichabschnitt an der Wörpe in Lilienthal. Durch das Hochwasser des Flusses sowie der nahegelegenen Wümme gab es in der Nacht einen Deichriss. © Focke Strangmann/dpa
Der Serengeti Park Hodenhagen von oben fotografiert. Mehrere Flächen sind überflutet.
Der Serengeti-Park in Hodenhagen steht teilweise unter Wasser. Viele Tiere müssen evakuiert werden. © Philipp Schulze/dpa
Serengeti-Park-Leiter Fabrizio Sepe begleitet Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) laufen auf einer Straße.
Serengeti-Park-Leiter Fabrizio Sepe begleitet Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in der aktuen Hochwasser-Lage. © Klaus Müller
Heidschnucken-Rettung der DLRG ist im vollen Gange.
Mehrere Heidschnucken wurden am Mittwoch von der DLRG in der Nähe von Hannover vor dem Hochwasser gerettet. © Karsten Hölscher/dpa/DRLG Wedemark
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover Hochwasser und Überschwemmungen der Leine
Hochwasser und Überschwemmungen bei Hannover © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Überschwemmungen in der Region Hannover  © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Hochwasser und Überschwemmungen der Leine. © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Überschwemmungen in der Region Hannover. © Ulrich Stamm/Imago
Hochwasser in Niedersachsen, Hagen-Grinden
Ein Wohnhaus am Deich auf der Weserinsel Hagen-Grinden. Das Hochwasser ist auch hier angekommen. © Christof Dathe/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Weser
Eine Schild „Parkplatz für Busse“ schaut aus dem Hochwasser. Der Wasserstand der Weser ist in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Angesichts anhaltender Regenfälle und gesättigter Böden bleibt die Hochwassergefahr in Teilen von Deutschland hoch. © Friso Gentsch/dpa
Hochwasser in Bremen-Borgfeld: Anwohner transportiert Nachbarn per Kanu
Ein Mann in Bremen-Borgfeld half per Kanu. Er brachte Anwohner zu ihren Häusern und transportierte Pumpen für die Feuerwehr. © Nord-West-Media TV
Die Feuerwehr deponierte Sandsäcke an der Astruper Straße.
Die Feuerwehr deponierte Sandsäcke an der Astruper Straße. © Archiv: Feuerwehr
Ein Trecker zieht einen Wohnwagen vom Wieltsee weg. Die Weser ist in Dreye über die Ufer getreten.
Ein Trecker zieht einen Wohnwagen vom Wieltsee weg. Die Weser ist in Dreye über die Ufer getreten. © Sigi Schritt
Hochwasser in Niedersachsen – Oker
Die hochwasserführende Oker überflutet in Oker teilweise die Promenade. Für die Flussgebiete der Oker und der Innerste warnte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vor einer weiteren Verschärfung der Hochwasserlage. © Thomas Schulz/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Sarstedt
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, steht am Fluss Innerste im Landkreis Hildesheim. Weil machte sich an verschiedenen Orten ein Bild der angespannten Hochwassersituation in Niedersachsen. © Julian Stratenschulte/dpa
Der Lauf des Klosterbachs in Stuhr ist mittig noch zu erkennen. Das Wasser ist an Weihnachten jedoch weit über das Ufer getreten.
Der Lauf des Klosterbachs in Stuhr ist mittig noch zu erkennen. Das Wasser ist an Weihnachten jedoch weit über das Ufer getreten. © Rainer Jysch
Hochwasser in Niedersachsen
Das Hochwasser am Weserwehr im Landkreis Verden (Aufnahme mit Drohne). Zufahrt und Durchfahrt sind seit Weihnachten gesperrt. Laut der Behörden in Niedersachsen bleibt die Hochwasser-Lage in den nächsten Tagen weiter angespannt. © Christof Dathe/dpa
Stadtspeicher Hochwasser
Mit „Big Packs“ wird die Mauer am Rotenburger Stadtspeicher gestützt. © Michael Krüger
Hochwasser Samtgemeinde Hoya
Hochwasser Samtgemeinde Hoya © Oliver Siedenberg
Hochwasser in Niedersachsen - Okertalsperre
Die Hochwasserentlastungsanlage lässt Wasser aus der komplett gefüllten Okertalsperre im Harz. © Julian Stratenschulte/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Leda
Hochwasser vom Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Leda
Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen die Ortschaft zu sichern, nachdem das Hochwasser vom Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda, über die Deiche trat. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Feuerwehr
Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen mit Sandsäcken das Wasser in Schach zu halten. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Schloss Marienburg
Das Schloss Marienburg in der Region Hannover steht vor überfluteten Feldern am Fluss Leine. © Julian Stratenschulte/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Ruthe im Landkreis Hildesheim
Hochwasser in Niedersachsen: Der Fluss Innerste mündet an der Ortschaft Ruthe im Landkreis Hildesheim in den Fluss Leine. © Julian Stratenschulte/dpa

Update von Samstag, 30. Dezember, 20.58 Uhr: In manchen Gebieten Niedersachsens ist die Lage weiter angespannt. In der Gemeinde Winsen/Aller seien evakuierte Bewohner mehrfach zu ihren Häusern zurückgekehrt, teilte der Landkreis Celle weiter mit. Die Feuerwehr habe die Menschen zurückgeholt. Auch in der Gemeinde Lilienthal in der Nähe von Bremen dauern die Evakuierungen an. Rund 500 Menschen seien in den betroffenen Gebieten gemeldet, sagte eine Gemeindesprecherin. Wann sie zurück könnten, sei noch nicht absehbar.

Evakuierungen halten an – 500 Menschen von Hochwasser in Niedersachsen betroffen

Update von Samstag, 30. Dezember, 19.34 Uhr: Olaf Scholz will die Flutgebiete besuchen. Laut einem Bericht der Bild plant der Kanzler eine Reise in von Hochwasser betroffenen Gebiete. Wann und wo genau der SPD-Politiker antreffen werde, sei allerdings geheim. „Im Kanzleramt bereiten sie aber einen sehr baldigen Helikopterflug in die Flutgebiete vor“, heißt es in dem Bericht.

Weiterhin ist vor allem Niedersachsen vom Hochwasser betroffen. Zwar gibt es erste HInweise auf Entspannung in bestimmten Gebieten, insgesamt bleibt die Lage allerdings angespannt. Besonders betroffen ist Oldenburg, dort sinken die Pegelstände höchstens marginal, heißt es von der Stadt.

News-Ticker zur Lage in Niedersachsen: Kite-Surfer im Hochwasser-Gebiet

Update von Samstag, 30. Dezember, 18.25 Uhr: Die Polizei hat ihre Kontrollen in den Sperrzonen der Hochwasser-Gebiete in Niedersachsen verstärkt. Grund dafür: Die zahlreichen Schaulustigen. „Tatsächlich gibt es sogar Sichtungen von Kite-Surfern, die in Hochwasser-Gebieten unterwegs sind“, sagte Innenministerin Daniela Behrens dem Spiegel. Derartige Aktionen seien lebensgefährlich. „Ich kann vor so einem lebensgefährlichen Unsinn nur warnen.“ Damit bezog sie sich laut einem Sprecher des Innenministeriums auf Berichte von Feuerwehrleuten in der täglichen Lagebesprechung. Auch in den Überschwemmungsgebieten in Ostfriesland und Sachsen-Anhalt wurden in den vergangenen Tagen Kite-Surfer gesichtet.

Die Innenministerin Behrends, äußerte ihren Unmut über Katastrophen-Touristen und Schaulustige. „Viele reisen extra an, um sich die Wassermassen anzusehen. Sie ignorieren die Absperrungen.“ Sie berichtete von mehreren Vorfällen, in denen die bereits stark beanspruchte Feuerwehr zusätzlich Schaulustige retten musste. Zudem könnte derartiger „Unsinn“ teuer werden: Wer selbst verschuldet in Notlagen gerät, müsse die Rettung selbst bezahlen.

Hochwasser in Niedersachsen: Großarlarm in Haren – Deich drohte zu brechen

Update von Samstag, 30. Dezember, 17.30 Uhr: Dramatisches ereignet sich gerade in Haren: Der völlig durchweichte Deich an der Ems drohte zu brechen. Wasser strömte bereits in einen Graben, der ohnehin schon bis zum Rand gefüllt war. Sofort wurde Großalarm ausgelöst, um die umliegenden Kräfte der Feuerwehr zu mobilisieren.

Auch wurden die Anwohner auf Social Media um Hilfe gebeten – und mehr als hundert folgten dem Aufruf, kamen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto. Vor Ort bildeten sie eine Menschenkette, unterstützten die Feuerwehr und schafften Sandsäcke zum Deich. Der Einsatz der Helfer war schließlich von Erfolg gekrönt, die Katastrophe konnte vorerst verhindert werden.

In Haren drohte der Deich an der Ems zu brechen, Großalarm wurde ausgelöst. Dem Hilferuf über Social Media folgten sofort mehr als einhundert Menschen und unterstützten die Einsatzkräfte.

Hochwasser-Lage in Niedersachsen spitzt sich zu: „Präventive Wasserschutzbarriere“ in Lilienthal aufgebaut

Update von Samstag, 30. Dezember, 17.25 Uhr: Die Hochwasserlage im Lilienthal bleibt weiter sehr angespannt. Auf X teilte die Polizei nun mit, dass „in der Straße Stadskanaal mit Bigbacks eine präventive Wasserschutzbarriere aufgebaut“ wurde. Diese Vorsichtsmaßnahme solle bei einem Wasserübertritt die großflächige Ausbreitung verhindern.

Außerdem wurde, um die ohnehin stark belasteten Einsatzkräfte zu entlasten, mithilfe einer Allgemeinverfügung das Abbrennen von Feuerwerk an Silvester und Neujahr untersagt.

News zum Hochwasser in Niedersachsen: Oldenburg bereitet mögliche Evakuierung vor

Update, 30. Dezember, 15.37 Uhr: Viele Städte und Gemeinden in Niedersachsen sind wegen des Hochwassers aktuell in Alarmbereitschaft. So auch die Stadt Oldenburg. Jetzt verkündeten die Verantwortlichen auf der Webseite der Stadt, dass eine mögliche Evakuierung vorbereitet werde.

„Aufgrund der besonderen Gefährdung im Bereich Achterdiek bereitet der Krisenstab der Stadt Oldenburg eine mögliche Evakuierung der Anwohnerinnen und Anwohner vor. Es handelt sich hierbei um eine Vorsichtsmaßnahme – eine konkrete Evakuierung ist derzeit (Stand Samstag, 30. Dezember 2023, 14 Uhr) nicht vorgesehen“, heißt es dort.

Hochwasser in Niedersachsen: Katastrophentourismus – Einsatzkräfte „massiv behindert“

Update, 30. Dezember, 13:59 Uhr: Die Einsatzkräfte haben nicht nur mit dem Hochwasser zu kämpfen. Die Kreisfeuerwehr Verden informiert in einer Mitteilung über Störungen am gestrigen Tag. Es wurden „umfangreiche Sicherungsmaßnahmen des Innenstadtbereiches am Allerpark sowie im Fischerviertel vorgenommen, die Maßnahmen wurden jedoch durch Katastrophentourismus massiv behindert“, heißt es. Darum ist es kurzzeitig zu einer Sperrung der gesamten Innenstadt gekommen.

Die Anwohner werden dringend aufgefordert, die Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und anderen Hilfsorganisationen nicht zu stören. Darüber hinaus werde nochmals nachdrücklich darauf hingewiesen, das Betretungsverbot von Deich- und Wehranlagen zu respektieren sowie Deichverteidigungswege freizuhalten – diese sind nicht als Parkplätze gedacht. Die Polizei führt verstärkte Kontrollfahrten durch und wird entsprechende Verstöße sanktionieren.

Aller erreicht historischen Höchststand bei Verden

Update, 30. Dezember, 12:54 Uhr: Auch die Aller hat ihren neuen historischen Höchststand erreicht. Nach Angaben von pegelonline betrug der Wasserstand bei Eitze in Verden am frühen Samstagmorgen 659 Zentimeter. Damit ist der bisher am höchsten gemessene Wasserstand vom 6. Januar 2023 um acht Zentimeter überschritten worden. Der mittlere Pegelstand beträgt an dieser Stelle des Flusses normalerweise 327 Zentimeter.

Lilienthal: Menschen weiterhin evakuiert

Update, 30. Dezember, 12:15 Uhr: In Lilienthal sind Hunderte von Menschen aufgrund der Überschwemmungen immer noch nicht in der Lage, in ihre Häuser zurückzukehren. Die Evakuierungsmaßnahmen in der Gemeinde sind noch im Gange, berichtet eine Sprecherin der Gemeinde am Samstag gegenüber der Deutschen Presseagentur. Etwa 500 Menschen sind in den betroffenen Gebieten registriert. Es ist noch unklar, wann sie in ihre Häuser zurückkehren können.

Gute Nachrichten kommen derweil aus dem Serengeti-Park in Hodenhagen. Dank der Pumpen auf dem Parkgelände konnte eine erhebliche Menge Wasser hinter den Deich in Richtung Meiße abgeleitet werden, erklärte eine Park-Sprecherin. Auch in der Unterkunft der Antilopen und Giraffen ist der Wasserstand deutlich gesunken.

Höchststand der Weser erreicht – 843 Zentimeter

Update, 30. Dezember, 10:50 Uhr: Der Pegel der Weser steht so hoch wie noch nie. Das teilt der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit. In Drakenburg im Landkreis Nienburg ist der historische Wasserstand der Weser aus dem Jahre 1981 mit einer Höhe von 834 Zentimeter nun überschritten worden. Am Samstag gegen 21:15 Uhr betrug der Pegel 843 Zentimeter. Mittlerweile sinkt der Wasserstand laut pegelonline wieder etwas. Am Sonntag um 10 Uhr führte die Weser 831 Zentimeter Wasser.

Regen und Gewitter in den Hochwasserregionen Niedersachsens erwartet

Update, 30. Dezember, 10:11 Uhr: Mögliche Gewitter und weiterer Regen sind für Niedersachsen angekündigt. Das teilt der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Am Samstag soll es demnach besonders im Nordwesten zu Niederschlag kommen. Die Daten von wetter.net zeigen jedoch in den kommenden 24 Stunden im Heidekreis Regenmengen von 2 Litern pro Quadratmeter an. An den Flussläufen der Aller, Ems, Hunte und Weser wird ein Liter Niederschlag pro Quadratmeter erwartet.

Aktuelles Hochwasser in Verden: Drohnen sollen Überschwemmungsgebiete überblicken

Erstmeldung von Samstag, 30. Dezember, 09:47 Uhr: Verden/Lilienthal – In zahlreichen Regionen Niedersachsens ist die Situation rund um das Hochwasser nach wie vor angespannt. Einige Wasserpegel der Weser liegen immer noch über der höchsten Meldestufe, wie ein Bericht des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vom Samstagmorgen zeigt. Eine Hochwasserwarnung wurde für die Leine, Aller sowie Ober- und Mittelweser ausgegeben, so der Bericht weiter.

In Verden wurde derweil die Innenstadt mit Zehntausenden Sandsäcke gesichert. Rund um die Uhr sind Einsatzkräfte vor Ort, um die Hochwasser-Lage an der Aller unter Kontrolle zu bekommen. Zuletzt stiegen die Pegel des Flusses weiter, Gewitter führten zu einer angespannten Situation in der Stadt.

Wie die Polizei Verden auf X (ehemals Twitter) mitteilt, ist am Samstagmorgen mit Drohnenflügen über den Landkreis begonnen worden. Sie sollen dazu beitragen, die aktuellen Überschwemmungen zu überblicken.

Deich in Lilienthal droht zu brechen – Betretungsverbot

In Lilienthal bleibt die Hochwasser-Situation an der Wörpe weiterhin angespannt. Mehrere Straßen seien nach Angaben der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle Stade ohne Strom. Zudem sprach die Gemeinde am Samstagmorgen ein Betretungsverbot der Deiche aus. Es bestehe derzeit die Gefahr, dass es zu einem Deichbruch kommt, der dann insbesondere Wohngebiete in Lilienthal überschwemmen könnte. Zudem könnten Menschen beim Betreten der Deiche verletzt werden.

Mögliche Evakuierung in Meppen: Einsatzkräfte errichten mobile Deiche

Auch in Meppen im Emsland fürchten viele Bewohner um ihre Häuser und Wohnungen: Rund 400 Einsatzkräfte errichteten zuletzt mobile Deiche, um die Überflutungen in Schach zu halten. Videos zeigen das Ausmaß der Hochwasser vor Ort. Die Feuerwehr bereitet sich auf mögliche Evakuierungen im Stadtteil Esterfeld vor. In Meppen fließt der Fluss Hase in die Ems.

Im Landkreis Oldenburg wirkt sich das Hochwasser an der Hunte auf den ÖPNV aus. Die Bahnstrecke zwischen Sandkrug und Huntlosen ist auf unbestimmte Zeit gesperrt. Die Überschwemmungen sind so gravierend, dass derzeit noch keine Erkundungsfahrten der Bahn möglich gewesen sind. Ein Ausmaß der Schäden ist nach Angaben der Bahn noch nicht abzusehen.

Rubriklistenbild: © Heinrich Kracke

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