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Der Bahnstreik bringt die Züge in Niedersachsen zum Stillstand. Einige Bahnen fahren aber doch. Die Auswirkungen auf DB, NWB, Metronom und Co. im Überblick.
Bremen/Hannover/Hamburg – Erneut droht Deutschland ein Bahnstreik: Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat angekündigt, den Personen- und Güterverkehr ab Donnerstagabend, 7. Dezember, bis Freitag, 8. Dezember, zum Erliegen zu bringen. Auch in Niedersachsen fallen Züge aus. Dies ist eine Folge der laufenden Tarifverhandlungen. Welche Bahnen in Niedersachsen stillstehen sollen und welche Züge fahren.
Zugverkehr in Niedersachsen kommt zum Stillstand: Enorme Ausfälle durch Streik erwartet
Die Gewerkschaft plant, den landesweiten Streik am Donnerstag um 18:00 Uhr mit dem Güterverkehr zu starten und um 22:00 Uhr den Personenverkehr zum Stillstand zu bringen. Der Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr der Deutschen Bahn (DB) wird besonders hart getroffen. Nach Angaben des Unternehmens ist bundesweit mit Verspätungen und Zugausfällen zu rechnen. Ein Notfahrplan wird aufgestellt, der jedoch nur ein sehr eingeschränktes Zugangebot im Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr gewährleistet. „Bitte sehen Sie von nicht notwendigen Reisen während des GDL-Streiks ab und verschieben Sie Ihre Reise auf einen anderen Zeitpunkt“, teilt die Bahn mit.
Auf der Website des Verkehrsbunds Bremen/Niedersachsen (VBN) steht Ähnliches. „Bahnreisende müssen sich auf viele Zugausfälle und Verspätungen in ganz Deutschland einstellen“, heißt es dort. Daher wird es auch im Nahverkehr des VBN zu erheblichen Einschränkungen kommen.
DB, NWB und S-Bahnen: Hier stehen die Züge in Niedersachsen still
Die Nordwestbahn (NWB) geht davon aus, dass es zu „zu massiven Einschränkungen auf allen Linien“ kommen wird. Ob ein Ersatzverkehr eingerichtet werden kann, ist noch unklar – diese Frage wird derzeit geprüft. Die genauen Auswirkungen des Streiks auf die NWB sind noch nicht absehbar. Fahrgäste werden jedoch gebeten, auf alle nicht unbedingt notwendigen Zugfahrten zu verzichten.
Auch der Dienstleister Start wird stark von den Streiks betroffen sein. „Die Züge auf unseren Verbindungen fallen aus“, so das Unternehmen, das Verbindungen von Bremen nach Uelzen und von Hannover nach Hamburg anbietet. Es wird versucht, einen Ersatzverkehr mit Bussen einzurichten.
Der ÖPNV in Hamburg wird auch zum Erliegen kommen. Die Hamburger S-Bahn rechnet mit immensen Einschränkungen. Eben solche Ausmaße werden auch in Hannover erwartet. Das S-Bahn-Netz der Stadt soll zum Großteil ausfallen.
Bahnstreik der GDL in Niedersachsen: Hier kommt es zu Ausfällen, Verspätungen und Einschränkungen
- Deutsche Bahn (DB)
- Nordwestbahn (NWB)
- Start
- S-Bahn Hamburg
- S-Bahn Hannover
Metronom, evb und enno: Diese Züge fahren trotz Streik in Niedersachsen
Eine positive Nachricht für alle Bahnreisenden kommt vom Bahndienstleister Metronom. Der Streikaufruf der GDL gilt nicht für die Mitarbeiter des Unternehmens. Aufgrund des Streiks ist jedoch mit volleren Zügen zu rechnen. Die Fahrgäste sollten in jedem Fall mehr Zeit einplanen. Es ist auch zu beachten, dass es zu betrieblichen Einschränkungen aufgrund der Infrastruktur kommen kann.
Die Mitarbeiter der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb) werden sich ebenfalls nicht am Streik beteiligen. Die Züge der evb fahren auf der Strecke der evb Bremerhaven Hbf – Buxtehude planmäßig. Es könnte jedoch auf der Strecke Bremerhaven – Cuxhaven zu streikbedingten Ausfällen kommen, da die für diesen Abschnitt verantwortlichen DB-Fahrdienstleitungen sich möglicherweise auch am Streik beteiligen könnten.
Auch enno – die Bahngesellschaft im Raum Hannover – soll vom Streik verschont bleiben. Es ist geplant, nach dem regulären Fahrplan zu fahren. Dennoch könnten Ausfälle und Verspätungen möglich sein. Die Straßenbahnen der BSAG in Bremen sollen auch vom Streik unberührt bleiben
Diese Züge sollen fahren und sind vom Streik nicht betroffen:
- Metronom
- Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb)
- enno
- Straßenbahnen der BSAG
Nach Angaben der einzelnen Bahndienstleister sollen sich alle Reisende, die trotz des Streiks eine Bahnfahrt in Erwägung ziehen, vor Fahrtantritt im Internet informieren. Eine Streikhotline der DB ist unter der Telefonnummer 08000 996633 eingerichtet, die telefonische Reiseauskunft steht unter der 030/2970 zur Verfügung.
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