Experte warnt

„Bomben-Zyklon“: „Sehr gefährliche Wetterlage“ steuert auf Niedersachsen zu

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Eine „Wetterexplosion“ bringt mächtig Wind statt Schnee: Zwei mächtige Orkantiefs rollen auf Westeuropa zu. Bereits am Freitag trifft der erste Bomben-Zyklon auf Europa.

Hannover – Von der Nordsee-Küste bis zum Harz scheint das Wetter unentschlossen: Nach Frost, Bibberkälte und Rutschgefahr auf den Straßen liegen die Temperaturen am Mittwoch (22. Januar) deutlich über dem Gefrierpunkt. Noch vor wenigen Tagen deuteten Wettermodelle an, dass zum Monatsende ein Wintereinbruch mit Schnee auch in Niedersachsen und Bremen möglich sein könnte. Ein Experte rückt die Prognose zurecht: Auf den Temperatursprung in Niedersachsen folgt eine „ruppige und sehr gefährliche“ Großwetterlage in Westeuropa.

Zwei mächtige Orkantiefs kommen in Westeuropa an. Es droht nun eine „gefährliche Großwetterlage”.

„Bomben-Zyklon“: „Sehr gefährliche Wetterlage“ steuert auf Niedersachsen zu

Wer sich auf ein winterliches Finale des Januars gefreut hatte, muss jetzt ganz stark sein: Experte Dominik Jung von wetter.net hat gegenüber kreiszeitung.de eine aktuelle Prognose für das Wetter der nächsten Tage in Niedersachsen abgegeben – und sie dürfte Fans von Schnee und Eis schwer enttäuschen. Statt weißer Landschaften erwartet uns bis Monatsende ein nasskalter und stürmischer Wetterverlauf.

„Der Trend hat sich gedreht“, so der Meteorologe, „das Hoch Beate zieht heute weiter und danach kommen Tiefs herangezogen“.  Es ist also weit und breit kein Schnee in Sicht. Vielmehr brächten die Tiefs „Wolken, Regen und Wind“ mit, erklärt er.

Erwin verdrängt Beate – Orkan-Doppelschlag statt Schneebombe in Westeuropa

Statt der Schneebombe drohe eine „sehr gefährliche Großwetterlage“ mit einem Orkan-Doppelschlag in Westeuropa: Zwei mächtige Orkantiefs erreichen gegen Ende der Woche die britischen Inseln – das eine am Freitag (24. Januar), das Nächste am Sonntag (26. Januar). „Diese beiden Orkantiefs haben es wirklich in sich“, warnt Dominik Jung.

„Erwin kickt Beate vom Spielfeld“: Wetterwende – Bomben-Zyklone rauschen heran

Nach dem französischen Wettermodell bringt bereits der erste Bomben-Zyklon, der vom UK Storm Center den Namen Éowyn bekam, Spitzenböen von bis zu 280 km/h mit sich: „Das ist wirklich Hurrikanstärke“, erklärt Jung. Ein Teil von diesem Sturmfeld rauscht auch über den Ärmelkanal, „es wird uns im Westen Deutschlands streifen und vor allen Dingen sehr milde Luftmassen ins Land führen“. Am Samstag seien dann ungewöhnlich milde Temperaturen bis zu 15 Grad am Oberrhein möglich: „Die Temperaturen rauschen nach oben“, so der Wetterexperte.

So wird das Wetter der nächsten Tage in Niedersachsen:

  • Mittwoch, 22. Januar: 5 Grad, bedeckt
  • Donnerstag, 23. Januar: 5 Grad, Regen, Schneeregen, Glätte
  • Freitag, 24. Januar: 6 Grad, Regen, Wind
  • Samstag, 25. Januar: 6 Grad, Regen, Wind
  • Sonntag, 26. Januar: 7 Grad, bedeckt, aber trocken
  • Montag, 27. Januar: 7 Grad, Wolken, Schauer
  • Dienstag, 28. Januar: 9 Grad, Wolken, trocken
  • Mittwoch, 29. Januar: 9 Grad, viele Wolken, trocken

Bomben-Zyklone rollen auf Europa zu: „Ruppige und sehr gefährliche“ Wetterlage

Diese beiden mächtigen Orkantiefs entsteht durch eine Entwicklung, die in der Meteorologie „Bombogenese“ genannt wird – das Phänomen, „wenn sich ein Tief binnen 24 Stunden mindestens um 24 Hektopascal verstärkt“. In der Folge verstärkt sich das Sturmtief explosionsartig und wird zum Orkan. Man spricht auch von einem Bombenzyklon.

Pelzige Gefährten im Schnee: Welche Gefahren Sie für Ihren Hund vermeiden sollten

Hund läuft durch den Schnee.
Liegt draußen Streusalz oder Rollsplit und Ihr Hund bekommt Probleme mit den Pfoten, kann Pfotenbalsam, Melkfett, Vaseline oder auch Olivenöl vor und nach dem Spaziergang schnell Abhilfe schaffen. Zusätzlich rät Sonja Pavic dazu, das Fell zwischen den Ballen vorsichtig zu kürzen, damit sich dort keine Eisklumpen bilden können. © Cavan Images/Imago
Hund leckt Schnee.
Dürfen Hunde eigentlich Schnee fressen? Wie Hunde Schnee vertragen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Während manche Vierbeiner auch mit größeren Mengen an aufgenommenem Schnee umgehen können, bekommen andere schon bei einer kleinen Portion eine sogenannte Schnee-Gastritis, eine durch den gefressenen Schnee bedingte akute Entzündung der Magenschleimhaut. Für Hunde, die sich nicht davon abbringen lassen, unentwegt Schnee zu fressen, hat green-petfood.de einen Profi-Tipp: „Bei längeren Spaziergängen im Winter lohnt es sich, deinem Hund etwas lauwarmes Wasser anzubieten. Manche Hunde haben dadurch weniger Lust auf Schnee.“ © Zoonar/Imago
Hund mit Schnee im Fell.
Doch bei zu viel aufgenommenem Schnee droht aufgrund der enthaltenen Bakterien und Schadstoffen aus der Luft nicht nur eine Schnee-Gastritis. Auch eine Mandel- oder Rachenentzündung kann die Folge sein. Beide Erkrankungen sind behandlungsbedürftig und gehören in die Hand eines Tierarztes. © Panthermedia/Imago
Rhodesian-Ridgeback-Welpe im Winter mit Mantel.
Je nach Alter, Gesundheitszustand und Rasse sollten Sie Ihren Hund, wie diesen Rhodesian-Ridgeback-Welpen im Bild, mit einem Wintermantel vor den eisigen Temperaturen im Winter schützen. © Dreamstime/Imago
Hunde mit reflektierendem Geschirr.
Reflektierende Halsbänder, Warnwesten oder reflektierende Elemente am Mantel oder der Leine machen Ihren Vierbeiner auch dann gut sichtbar, wenn es auf Ihrer Gassirunde schon viel früher dunkel wird. © Imagebroker/Imago
Frierender Hund, der in eine Decke eingewickelt wurde.
Zeigt Ihr Hund nach einem langen Winterspaziergang Anzeichen einer Unterkühlung, sollten Sie laut Sonja Pavic, Ausbilderin und Lehrbeauftragte in Erste Hilfe bei Menschen und Hunden von der Erste Hilfe Bayern – Akademie für Notfallmedizin, folgendermaßen vorgehen: „Erster Schritt: Hund aufwärmen, eine Rettungsdecke oder Jacke eignet sich gut, Wärme nur langsam zuführen, um einen Schock zu vermeiden. Zweiter Schritt: Mit lauwarmen Handtüchern zuerst die Vorder- und die Hinterläufe, danach den ganzen Hund aufwärmen. Aber Vorsicht: Kein aktives Aufwärmen, wie zum Beispiel durch an den Ofen bringen, Heizdecke, warme Dusche etc.“ © Pond5 Images/Imago
Junger Labrador Retriever läuft mit seiner Nase im Schnee.
In einigen Fällen ist das Streusalz mit einem für Hunde giftigen Frostschutzmittel (Ethylenglykol) angereichert. Der besondere Geschmack und Geruch verleitet Hunde dazu, mehr streusalzhaltigen Schnee zu fressen. Dabei reichen schon wenige Tropfen Ethylenglykol aus, um eine Vergiftung hervorzurufen. Schwere Nierenschäden bis hin zum tödlichen Nierenversagen sind die Folge. Auch das Verschütten von Scheibenfrostschutz, beispielsweise auf dem Garagenboden, kann für Hunde zur tödlichen Gefahr werden. © Depositphotos/Imago
Hund legt Pfote auf Menschenhand.
Regelmäßige Pfotenchecks helfen dabei, rissige oder verletzte Pfoten rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Darüber hinaus sollten Sie die Hundepfoten nach jeder Gassirunde mit lauwarmem Wasser abspülen, um zu verhindern, dass sich der Vierbeiner das Salz selbst herausleckt, denn: Streusalz kann bei Hunden zu Magenproblemen führen. Zudem sollten Sie regelmäßig die Augen Ihrer Fellnase kontrollieren: Eisiger Wind kann bei Hunden zu Augenentzündungen führen. © Shotshop/Imago
Corgi wird nach dem Bad mit einem Handtuch abgetrocknet.
Mit einem Handtuch können Sie Ihren Liebling nach Winterspaziergängen schnell abtrocknen und das Fell von Eisklumpen und Schnee befreien. So verhindern Sie, dass Ihr Hund friert und sich im schlimmsten Fall erkältet. Ein warmer Ort zum Ausruhen, beispielsweise auf einem Teppich oder nahe der Heizung, bringt Ihren Doggo schnell wieder auf Wohlfühltemperatur. © Zoonar/Imago
Hund wird gestreichelt.
Bekommen Hunde im Winter eine hellrosa Nase, spricht man auch von einer Schneenase oder einer Winternase: Manche Hundenasen können aufgrund der geringeren Sonneneinstrahlung die dunklen Pigmente verlieren, sodass der Eindruck einer helleren Nase entsteht. Andere Vierbeiner hingegen kommen bereits mit einem rosa Riechorgan zur Welt. In seltenen Fällen kann eine verfärbte Nase auch ein Anzeichen auf eine Krankheit sein. © Pond5 Images/Imago
Älterer Beagle im Schnee.
Mit kälteempfindlichen, alten oder kranken Hunden sollten Sie bei Minusgraden oder eisigem Wind nicht zu lange und schon gar nicht bei Tiefschnee spazieren gehen. Besser ist es, an solchen Tagen öfter, aber kürzer zu gehen. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Hund beim Gassigehen immer in Bewegung bleibt, damit er nicht auskühlt. © Depositphotos/Imago
Jack Russell Terrier im Schnee.
Für kleine Hunde wie diesen Jack Russell kann es sehr anstrengend sein, lange durch tiefen Schnee zu laufen. Zudem kühlt der Körper schneller aus. Wird bei Hunden der Bauch nass, droht zudem eine Blasenentzündung, die sich zu einem lebensbedrohlichen Nierenproblem ausweiten kann. Auch ältere und kranke Vierbeiner, vor allem wenn sie Gelenkprobleme haben, sollten nicht zu lange im Tiefschnee laufen. © Zoonar/Imago
Beagle frisst vor dem Weihnachtsbaum aus einem Napf.
Egal, ob jung oder alt: Nach einer Schneeballschlacht oder einem ausgiebigen Spaziergang durch die winterliche Landschaft bekommen die Vierbeiner oftmals ordentlich Kohldampf. Aber auch darüber hinaus sollten Hundebesitzer in der kalten Jahreszeit daran denken, die Ernährung ihrer Lieblinge anzupassen. Während der Hundekörper im Winter ohnehin mehr Energie benötigt, um auf Temperatur zu bleiben, brauchen vor allem bewegungsfreudige Fellnasen und solche, die viel draußen unterwegs sind, eine Extraportion. Zusätzliche Vitamine und Vitalstoffe stärken das Immunsystem Ihres Hundes im Winter. © YAY Images/Imago
Samojede sitzt auf zugefrorenem Gewässer.
Glatteis kann auch für Hunde gefährlich werden. Zerrungen, Kreuzbandrisse und Knochenbrüche können die schmerzhaften Folgen sein. Daher gilt: Ob auf vereisten Wegen oder auf dem zugefrorenen See – verzichten Sie im Winter besser auf Apportier- und Rennspiele, wenn es draußen glatt ist oder Schnee liegt. Beim Gassigehen sollten Sie darauf achten, auf Gras statt auf geteerten Wegen zu laufen. © Pond5 Images/Imago
Hund wartet im Auto.
Wie im Sommer sollten Sie auch im Winter darauf achten, Ihren Hund nicht zu lange im Auto zu lassen. Sobald der Pkw steht und die Heizung ausgeschaltet ist, sinkt die Innentemperatur schnell auf die Außentemperatur ab. Vor allem junge und sehr alte Hunde vertragen Kälte nur schlecht. Genau wie im Auto sollte man seinen Hund auch vor Geschäften bei Eis und Schnee nicht warten lassen. Und auch im Garten sollte man den Vierbeiner bei Kälte nur kurz draußen lassen. © Depositphotos/Imago

„Wetterexplosion der Superlative“ – Bomben-Zyklone bringen Orkan-Doppelschlag

Jung warnt vor einer „Wetterexplosion der Superlative“, von der jedoch vor allem die Britischen Inseln, der Ärmelkanal und die Beneluxländer betroffen sein werden. In Deutschland könne der Sturm-Doppelschlag vor allem den Westen und Norden treffen, während die Temperaturen ungewöhnlich mild bleiben. „Der Winter hat es mal wieder sehr schwer“, weiß Jung. Doch die Bombenzyklone könnten der Auftakt für eine unruhige Wetterphase in Europa sein. Fest stehe: Das kommende Wochenende werde eines der außergewöhnlichsten des bisherigen Winters.

Rubriklistenbild: © Frank Leonhardt/dap

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