VonEva Burghardtschließen
Ein Notruf mitten in der Nacht: Zwei Männer treiben mit ihrer ruderlosen Yacht auf der Nordsee bei Borkum. Die Rettungskräfte starten sofort.
Borkum – Zwei Männer geraten nachts rund 40 Kilometer vor Borkum in Seenot. Ihre Segelyacht hatte das Ruder verloren, wodurch sie das Schiff nicht mehr manövrieren konnten. Die beiden Seeleute setzen einen Notruf ab und warten auf Hilfe. Mitten auf einem viel befahrenen Schifffahrtsweg. Erst vor wenigen Wochen mussten Seenotretter zu einem Einsatz auf der Ems ausrücken.
Zwei Männer geraten mit ihrer Yacht auf der Nordsee in Seenot
Es ist der 23. Juni 2024. Spätabends sind die beiden Männer aus Kappeln (Schleswig-Holstein) mit ihrer zwölf Meter langen Segelyacht in der Nordsee, rund vierzig Kilometer nordwestlich von Borkum, unterwegs. Dann verliert die Yacht ihr Ruder. Dadurch befinden sich die Männer in Gefahr, teilt Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mit. Denn die Yacht kann nicht mehr manövrieren.
Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die beiden Männer auf dem viel befahrenen Schiffahrtsweg „Terschelling German Bright“, der nördlich des Offshore-Windparks „Riffgat“ liegt. Dort müssen große Schiffe ihren Kurs genau einhalten. „Das Gebiet ist von querenden Fahrzeugen so schnell wie möglich zu passieren“, berichten die Seenotretter. Doch das war den Männern nicht mehr möglich.
Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)
►Die Seenotretter sind auf der Nord- und Ostsee im Einsatz.
►Jährlich rücken sie zu rund 2000 Rettungsaktionen aus.
►Dabei helfen sie Schiffbrüchigen in Seenot, befreien Seeleute, Fischer und Wassersportler aus Gefahren.
►Die DGzRS versorgt auch Verletzte und Kranke auf hoher See.
(Quelle: Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger)
Um 23:42 Uhr setzen die beiden den Notruf „Mayday“ ab. In der Seefahrt steht der Funkspruch für unmittelbare Lebensgefahr, teilen die Seenotretter mit. Deren Rettungsleitstelle in Bremen schickt sofort einen Seenotrettungskreuzer mit Namen Hamburg/Station Borkum los. Während die Seenotretter zu den Männern ausrücken, bleibt der Vormann des Rettungsbootes in Kontakt Verkehrszentrale der Wasserstraßen- und Schiffsverwaltung des Bundes. Die überwacht die Fahrzeuge, die auf dem großen Schifffahrtsweg unterwegs sind.
Seenotretter helfen Männer auf ruderlosen Yacht – sie sind „erschöpft, aber unverletzt“
Weil die Yacht der Männer mit einem automatischen Identifikations-System (AIS) ausgestattet ist, „konnte die Situation bis zum Eintreffen der Hamburg laufend beobachtet werden“, heißt es im Bericht der Seenotretter. Knapp zwei Stunden dauert es, bis die Retter die Männer und ihre Yacht erreichen.
Um 1:30 Uhr stellen die Seenotretter mithilfe von Leinen eine Verbindung zur Yacht her. Dabei schleppte die Hamburg die Yacht ab, das Tochterboot St. Pauli steuerte das ruderlose Schiff als Schleppanhang aus. Rund viereinhalb Stunden dauert es, bis die Seenotrettern mit der Yacht auf Borkum anlegen. Laut Bericht seien die beiden Segler zwar erschöpft, aber unverletzt gewesen. Der Rettungsaktion kam zugute, dass das Wetter in der ruhig geblieben war. Auch die Sichtverhältnisse seien „trotz Dunkelheit“ gut gewesen.
Rubriklistenbild: © Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)

