VonSteffen Maasschließen
Die Energiekrise veranlasst Kommunen, bei der Adventsbeleuchtung in den Innenstädten zu sparen. Besitzer bekannter Weihnachtshäuser in Niedersachsen haben ihre eigenen Pläne.
Delmenhorst/Rinteln – Woanders wird Strom gespart, wo es nur geht, ganze Weihnachtsmärkte reduzieren den Verbrauch, senken Kosten – erst heute noch startete die zweite Stufe von Wirtschaftsminister Robert Habecks Energiesparverordnung. Doch wirkliche Weihnachts-Liebhaber wollen sich das Lichtermeer und die Freude, die sie und andere daran haben, nicht verbieten lassen. Denn trotz der Energiekrise sollen die zwei Weihnachtshäuser in Niedersachsen wieder leuchten.
Energiekrise 2022: 60.000 Lichter in Delmenhorst – „Ganz oder gar nicht“
In Delmenhorst ist nämlich klar: Wie in jedem Jahr werden Martina und Sven Borchart am ersten Adventssonntag alle 60.000 Lichter an ihrem Haus und auf ihrem Grundstück anstellen. Brennen sollen sie so wie immer bis Silvester und täglich von 16 bis 21 Uhr. „Ganz oder gar nicht“, sagte Martina Borchart. „Die Zeiten sind sowieso schon schwer genug, da wollen wir für alle ein bisschen Freude zaubern.“
Ihr Weihnachtshaus ist weit über Niedersachsen hinaus bekannt, seit mehr als 20 Jahren schmückt das Paar das Haus. Verzichtet hätten sie lediglich auf den Kauf neuer Lichter und Dekoartikel. Wie viel die Beleuchtung am und rund ums Haus in diesem Jahr kosten wird, wisse sie nicht. „Das lassen wir auf uns zukommen“, sagte Borchart.
Adventsbeleuchtung für Weihnachtsverrückte: Weltrekord für Weihnachtshaus in Rinteln
Auch Thomas Jeromin aus Rinteln (Landkreis Schaumburg) verwandelt trotz Energiekrise und hoher Strompreise dieses Jahr wieder seine rund 100 Quadratmeter große Wohnung in ein Weihnachtswunderland. „Ich habe schon vor Jahren auf LED-Beleuchtung umgerüstet“, verrät er, dass er zumindest hier schon auf Energiesparkurs fährt.
Jeromin bezeichnet sich schlicht als „weihnachtsverrückt“. Er hatte im vergangenen Jahr 444 Plastik-Weihnachtsbäume in seiner Wohnung aufgestellt und geschmückt, 47.000 Lichter leuchteten in seinen Räumen. Das Rekord-Institut für Deutschland erkannte seine Sammlung als Weltrekord an.
Natürlich wisse er, dass die Kosten dieses Jahr deutlich ansteigen. „Ich mache mir deshalb aber nicht so große Sorgen, dass ich hier viel verändern würde“, sagte Jeromin. Statt Krise also Weihnachtsfeeling. Ob das auch in Verden aufkommt, weiß man noch nicht – dort wird an allen Ecken an der Adventsbeleuchtung gezweifelt. (Mit Material der dpa)
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