VonUlrike Hagenschließen
Schluss mit Frühling – eine Unwetterfront ist im Anmarsch. Doch es gibt viel beunruhigendere Beobachtungen, die Wettexperten für Niedersachsen in diesem Frühjahr machen.
Hannover – Nach wochenlangem Grau und Regen fühlte sich der Vor-Frühling in Niedersachsen mit Sonne satt wie eine echte Wohltat an. „Der Frühling dreht so richtig auf. Hoch Ingeborg lässt es krachen“, erklärte Meteorologe Dominik Jung. Doch zum Beginn der Woche ist „Schluss mit lustig“ – ein Unwettertief mit drastischen Temperaturstürzen naht. Die Wetterwende bringt trübe Tage, es gibt heftige Niederschläge, teils sogar als Schnee. Die sind auch dringend notwendig – denn besonders ein Wert beunruhigt Experten sehr.
Wetterumschwung in Sicht: Nach Sonne folgt Kälte-Schock
Bereits im letzten Jahr staunte Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met: „Norddeutschland erlebt den wärmsten Frühling seit 1881“. Der Trend scheint sich fortzusetzen, und das ist keine gute Nachricht. Jung stellt besorgt fest: „Dieses Wetter ist so sechs, sieben, acht, neun, zehn Wochen zu früh dran. Das muss man ganz klar sagen.“
Besonders alarmierend: Der Dürremonitor schlägt bereits jetzt in vielen Regionen aus – und „besonders brenzlig ist es im Nordwesten“, erklärt wetter.net-Expertin Kathy Schrey. Die obersten 25 Zentimeter des Bodens sind in vielen Teilen Niedersachsens deutlich zu trocken – „wir haben es mit Extremdürre zu tun“, so Schrey, ein besorgniserregendes Zeichen.
Wetterexperte warnt: Deutschland droht Dürre-Frühjahr – „sieht dramatisch aus“
Zwar sei die Feuchtigkeit in den tieferen Erdschichten noch einigermaßen vorhanden, doch Prognosen lassen wenig Gutes erahnen: Nicht nur der Februar, auch der März dürfte insgesamt viel zu trocken ausfallen. Und die Natur leidet schon jetzt unter der zunehmenden Trockenheit. „Es sieht dramatisch aus“, so Jung.
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Wettermodell zeigt deutliche Temperaturabweichungen
Nicht nur die Trockenheit bereitet Experten Sorgen, sondern auch die ungewöhnlich hohen Temperaturen. Laut den Berechnungen des europäischen Wettermodells wird der März in Niedersachsen nicht nur zu trocken, sondern auch deutlich zu warm. Das Klimamittel von 1992 bis 2020 wird dabei klar übertroffen. Die Farbe Rot dominiert, zeigt der Blick auf die Wetterkarten. Das bedeutet, dass die Temperaturen um 1 bis 2 Grad höher liegen als üblich – ein weiterer Beleg dafür, dass sich das Klima deutlich verändert.
Frühling adé – Unwettertief schlägt zu!
Gut darum, dass die Schönwetterphase erstmal ein Ende hat. Angesichts der vorherigen Trockenheit war die Waldbrandgefahr zuletzt hoch, in einigen Regionen Stufe 3 bis 4 von 5 möglichen Warnstufen – und das mitten im Frühjahr. Doch dank der nun anstehenden Niederschläge wird sich die Lage in den kommenden Tagen etwas entspannen: Tiefdruckgebiete übernehmen das Kommando und sorgen für einen Wetter-Umschwung.
Wer sich also auf einen Frühlingsmonat eingestellt hat, wird bereits Anfang der Woche eines Besseren belehrt. Pünktlich zum 11. März schlägt das Wetter in Niedersachsen um. Ein Temperatursturz bringt bis zu kühlen 5 Grad, begleitet von Regen und Schauern. In den höheren Lagen ist sogar mit Schneeregen zu rechnen. „Was für ein Absturz!“, kommentiert Jung den drastischen Wetterwechsel. Möglich ist verbreitet leichter Frost bis minus drei Grad, vereinzelt gibt es Glättegefahr.
Doch für Sonnenfreunde gibt es Hoffnung: Bereits ab dem 14. März könnte sich die Lage wieder stabilisieren. Die Temperaturen fdürften langsam wieder steigen und der Frühling könnte sein Comeback feiern.
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