„0-Euro-Ticket“ für Arbeitnehmer: Verkehrsbund plant günstigen Nahverkehr

+
Ein Zug der S-Bahn fährt über eine Brücke. Das Jobticket in der Region Hannover könnte bald zum „0-Euro-Ticket“ werden. (Symbolbild)
  • schließen

Zugfahren für 0 Euro. Das könnte bald in der Region Hannover Realität werden. Der Verkehrsbund GVH verfolgt Pläne, Kosten für Monatskarten zu verlagern.

Hannover – Das 9-Euro-Ticket in Deutschland ist ein voller Erfolg. Während viele Züge weiterhin stark frequentiert sind und die Politik bereits auf der Suche nach einem Nachfolger für das günstige Monatsticket ist, plant die Region Hannover in Niedersachsen bereits den nächsten Coup: Arbeitnehmer in der Region sollen unter bestimmten Voraussetzungen ohne eigene Kosten den öffentlichen Nahverkehr nutzen können. Das mögliche „0-Euro-Ticket“ wäre allerdings nur für den Arbeitnehmer kostenlos. Zur Kasse soll dann der Arbeitgeber gebeten werden.

„0-Euro-Ticket“ beim GVH: Arbeitnehmer in der Region Hannover könnten bald kostenlos Zug und Busfahren

Bus und Bahn fahren, ohne für das Ticket bezahlen zu müssen: Was für viele Pendler absolut illusorisch klingt, könnte in der Region Hannover bald Realität werden. Ab dem neuen Jahr sollen Arbeitnehmer kostenlos fahren, wenn der Arbeitgeber zwischen 45 und 60 Prozent der Ticketpreise übernimmt. Der Rest würde dann vom Verkehrsverbund GVH getragen werden. Das berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung am Freitag. In Niedersachsen gab es vergangenen Monat dennoch Menschen, die trotz 9-Euro-Ticket teurere Tickets gekauft haben.

Womöglich könnte das geplante „0-Euro-Ticket“, das von der GVH als „Jobticket XL“ bezeichnet wird, für viele Arbeitnehmer in der Region angesichts der derzeitigen Inflation und der Verteuerung des Gases attraktiv sein. Bereits zuvor gab es gute Nachrichten für Inhaber des 9-Euro-Tickets in Niedersachsen: Nach langer Debatte und öffentlichem Zoff darf das günstige Monatsticket ab Freitag, dem 8. Juli, auch in Intercity-Zügen in Niedersachsen genutzt werden. Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) und die Deutsche Bahn AG hätten sich hierauf verständigt, schrieb die Nordwest-Zeitung. Althusmann hatte sich zudem für ein dauerhaft günstiges Deutschlandticket ausgesprochen.

Statt 9-Euro-Ticket: GVH will Nahverkehr für Arbeitnehmer günstig machen und bringt das „0-Euro-Ticket“

Die Pläne zum „0-Euro-Ticket“ wurden indes von einem Sprecher der GVH bestätigt. Insgesamt seien vier Preismodelle geplant, die danach gestaffelt sind, wie groß der Anteil der Arbeitgeber ausfällt. Außerdem ist entscheidend, wie viele Mitarbeiter das Jobticket in Anspruch nehmen. Der Rabatt für die Mitarbeiter betrage dann entweder 5, 25, 50 oder 100 Prozent, heißt es weiter. Eine weitere Alternative hat zuletzt die Deutsche Bahn in Kooperation mit Edeka vorgestellt: das „Egal-Wohin-Ticket“.

Die Bezeichnung „0-Euro-Ticket“ ist also tatsächlich etwas irreführend und nur im optimalen Fall zutreffend. Der bisherige Rabatt beim Jobticket der GVH betrug maximal 50 Prozent. Durch die jetzigen Pläne und das attraktive Angebot für Arbeitnehmer erhofft sich das Unternehmen Mehreinnahmen von einer halben Million Euro jährlich. Derzeit nutzen etwa 45.000 Menschen aus 178 Firmen das Jobticket in der Region Hannover. Auch die Bundesregierung hat inzwischen Pläne für die Zeit nach dem 9-Euro-Ticket: Das Klimaticket soll Bus und Bahn billig halten. (Mit Material der dpa)

Kommentare