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Auf der A1 bei Bremen ist ein Wal auf einem LKW gesichtet worden. Viele Personen halten ihn für echt. Nur: Was ist dran, am Pottwal auf der Autobahn?
Niedersachsen/Bremen – Fährt ein Wal auf der A1 ... Was wie ein Anfang eines dummen Witzes klingt, ist für viele Autofahrer bei Bremen vor Kurzem merkwürdige Realität geworden. Auf der Autobahn in der Nähe des Bremer Kreuzes ist ein Pottwal auf einem Schwerlasttransporter gesichtet worden. Manche Zeugen des kuriosen Vorfalls nahmen den Anblick auf Video auf. Kurzerhand gingen diese viral. Doch was ist dran an dem verirrten Wal auf der Autobahn?
Pottwal in Bremen aufgetaucht: außergewöhnlicher A1-Transport sorgt für Furore
Zwar scheint es nun auch Pottwale vor Kroatien zu geben, aber vor Bremen? Doch tatsächlich: Vor wenigen Tagen sind mehr und mehr Videos in den Sozialen Medien von einem Wal auf der A1 zwischen der Hansestadt und Niedersachsen aufgetaucht. Die Frage, die sich die meisten Nutzer stellten: Kann das echt sein? Handelt es sich um einen toten Wal?
Hitzige Debatten wurden in verschiedenen Storys geführt. Von „Sieht echt echt aus“, über „Hab sowas noch nie gesehen“ bis „Niemals ist das ein richtiger Wal“ sind alle Meinungen zu lesen. Andere finden es fahrlässig, „mit so etwas ohne Kontext über die Autobahn zu fahren“. Sogar der offizielle TikTok-Account von „Die Drei ???“ beteiligt sich bei Instagram und beschwört: „Das sieht nach einem Fall für uns aus!“
Doch es bleibt ruhig um die drei Detektive Justus, Peter und Bob, auch sie scheinen nicht zu wissen, was der Pottwal auf der A1 zu suchen hat. Die meisten anderen User sind jedoch der Meinung: Nein, das kann kein echter Wal sein. So erklärt eine Nutzerin: „Also sorry, aber wer denkt, es würde sich um einen echten Pottwal handeln, der hat auch 0 Ahnung vom Verhalten eines Walkörpers an Land.“ Der schwere Walkörper würde an Land in sich zusammenfallen. Die Attrappe zeigte einen Pottwalkörper in seiner „normalen“ Form.
Pottwal in Bremen eine Attrappe: Belgische Künstler mit Plastik-Walkörper unterwegs
Und tatsächlich – auch wenn der Pottwal täuschend echt aussieht: Es handelt sich um eine Attrappe von belgischen Künstlern. Nach Angaben der Deutschen Presseagentur aus dem Jahr 2018 soll der 17 Meter lange Plastikpottwal zum Kollektiv „Captain Boomer“ gehören. Diese würden bei unterschiedlichen Aktionen den Walkörper an Strände legen.
Damals hatte der Wal in Zingst an der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern im Zuge des Umweltfotofestivals „Horizonte“ für Aufsehen gesorgt. Männer in weißen Schutzanzügen seien zu sehen gewesen, die sich das „gestrandete Tier“ kümmerten.
Wal-Skandal 2018: Tourismus-Chef ruft Polizei und muss anschließend Strafe zahlen
Die Aktion in Zingst sei laut Informationen der Ostsee Zeitung im Vorfeld geheim gehalten worden. Der Chef der Zingster Kur- und Tourismus GmbH, Peter Krüger, hatte wegen des falschen Pottwals sogar die Polizei gerufen – Notrufmissbrauch. Krüger hatte daraufhin einen Strafbefehl, der im unteren vierstelligen Euro-Bereich liege, akzeptiert.
In Bremen hatte die Wal-Attrappe für nicht so viel Aufsehen gesorgt. Zumindest seien bei der Polizei keine entsetzten oder verwirrten Anrufe von Zeugen des Transports eingegangen, heißt es auf Nachfrage. Unserer Redaktion liegen derzeit keine Informationen vor, wohin der Wal unterwegs sein könnte. Fest steht jedoch: Die Autofahrer, die den A1-Pottwal gesehen haben, werden ihn wohl nicht so schnell vergessen.
Rubriklistenbild: © Screenshot/TikTok


