VonMarvin Köhnkenschließen
Matthias Röhrsschließen
Bei Lauenbrück im Landkreis Rotenburg ist ein ICE mit einer leeren Regionalbahn kollidiert. Am Donnerstagabend wurde die Sperrung der Strecke beendet.
Update vom Freitag, 17. November, 8:20 Uhr: Die Bahn-Strecke bei Lauenbrück ist seit dem späten Abend wieder freigegeben. Sowohl Züge der Deutschen Bahn als auch der Metronom fahren dort wieder zwischen Bremen und Hamburg, ohne dass Reisende zwischendurch auf Ersatzverkehr angewiesen sind.
Einzig in Fahrtrichtung Bremen kommt es noch zu einer minimalen Einschränkung: Die Weiche, auf der der Unfall am Mittwoch passierte, darf nur mit reduzierter Geschwindigkeit befahren werden. Daher sollten Fahrgäste nach Süden weiterhin mit Verspätungen auf der Strecke achten, heißt es auf der Website der Metronom.
Update vom Donnerstag, 16. November, 20.55 Uhr: Die Behebung der Störung auf der Bahn-Strecke zwischen Bremen und Hamburg soll laut Angaben der Bahn bis in die frühen Morgenstunden des Freitags, 17. November, erfolgen. Genauere Angaben waren zur Stunde noch nicht verfügbar.
Alle ICE-, EC- und IC-Züge, die zwischen Hamburg, Bremen und Osnabrück verkehren, sind weiterhin von der Streckensperrung betroffen. Die Züge werden zwischen Hamburg-Harburg und Osnabrück Hbf umgeleitet und verspäten sich um etwa 120 Minuten. Die Halte in Bremen Hbf und Diepholz entfallen, teilte die Bahn mit. Alle Metronom-Züge werden zwischen Tostedt und Rotenburg (Wümme) durch einen Schienenersatzverkehr ersetzt.
Die Deutsche Bahn empfiehlt folgende Reisealternativen: „Bremen Hbf erreichen Sie ab Osnabrück Hbf mit den Zügen des Regionalverkehrs – diese halten auch in Diepholz – sowie ab Hannover Hbf mit den Zügen des Fern- und Regionalverkehrs.“
Update vom Donnerstag, 16. November, 17.30 Uhr: In Rotenburg (Wümme) wird derzeit ein Hotelzug für wartende Fahrgäste bereitgestellt, teilt die Metronom-Eisenbahngesellschaft mit. Bereits am Mittwochabend war ein solcher Zug in Tostedt bereitgestellt worden. Wartende Fahrgäste haben die Möglichkeit, die Zeit dort abseits der Herbstkälte zu verbringen.
Update vom Donnerstag, 16. November, 16 Uhr: Am Donnerstag war auch ein Experte der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) vor Ort, um Beweise zu sichern. Anders als die Polizei sucht die BEU nicht nach Verantwortlichen, um diese strafrechtlich zu verfolgen, sondern hat ausschließlich die Vermeidung künftiger Unfälle zum Ziel.
Die unmittelbare Beweisaufnahme dauert laut einem BEU-Sprecher in der Regel ein bis zwei Tage, danach kann die Strecke wieder freigegeben werden. Anschließend entscheidet die Bundesbehörde, ob sie überhaupt eine Prüfung einleitet. Bis zur Veröffentlichung eines Zwischen- oder Abschlussberichtes mit konkreten Empfehlungen zur Verbesserung des Systems kann es dann nochmals ein Jahr dauern.
Wie der Sprecher weiter mitteilte, stehen bei dem Unfall kurz vor Lauenbrück die Betriebsverfahren sowie die Leit- und Sicherungstechnik im besonderen Fokus der Ermittlungen.
Derweil hat die Metronom-Eisenbahngesellschaft einen Pendelverkehr mit Bussen zwischen Tostedt und Rotenburg (Wümme) eingerichtet. Vier Busse fahren dort mit den Zwischenhalten in Lauenbrück und Scheeßel, heißt es auf der Website der Metronom.
Zug-Kollision bei Lauenbrück: Polizei erwartet lange Ermittlungen – Strecke nur teilweise frei
Update vom Donnerstag, 16. November, 15 Uhr: Nach dem Zugunfall zwischen einem ICE und einer Regionalbahn bei Lauenbrück rechnet die Bundespolizei mit langwierigen Ermittlungen. „Wir prüfen jede mögliche Form von menschlichem und technischem Versagen“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen. Zuständig seien zunächst die Bundespolizeiinspektion Bremen und die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) mit Sitz in Bonn.
Am Mittwochnachmittag hatte ein mit etwa 550 Menschen besetzter ICE auf der Strecke eine Regionalbahn gerammt. Es gab nach Polizeiangaben keine Verletzten, die beiden Züge wurden durch den Vorfall in Lauenbrück aber so stark beschädigt, dass sie nicht mehr fahrtüchtig waren. Es handelte sich aber um eine Werkstattbahn, die derzeitigen Erkenntnissen zufolge nach einer Bremsung zu spät zum Stehen gekommen war, sodass die Zugspitze in die Weiche ragte.
Kollision zwischen ICE und Werkstattzug führt zu Behinderungen zwischen Bremen und Hamburg
Der ICE-Fahrer habe dies zwar erkannt, trotz einer Schnellbremsung die Bahn aber mit etwa 50 Kilometern pro Stunde touchiert, sagte der Polizeisprecher. Zuvor hatte der Schnellzug ihm zufolge eine andere Weiche mit etwa Tempo 80 befahren. Es kam zu einer seitlichen Kollision, bei der der Werkstattwagen laut Polizei entgleiste.
Auf Bildern ist die zerstörte Frontpartie der beiden Züge zu sehen. Die Bahnstrecke wurde in dem Bereich zunächst voll gesperrt. Der Regionalzugbetreiber Metronom richtete für seine Fahrgäste einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Seit dem späten Mittwochabend war ein Gleis an der Unfallstelle wieder befahrbar – allerdings mit stark reduzierter Geschwindigkeit und während zudem die Bahn auch in Niedersachsen bestreikt wird.
Am Donnerstagmittag teilt Metronom jedoch mit, dass es doch zu einer Komplettsperrung auf der Strecke kommt. Die Zugverbindung zwischen Bremen und Hamburg wird also eingeschränkt. Es gibt einen Pendelverkehr zwischen Hamburg HBF und Tostedt. Zudem fahren Züge zwischen Bremen und Rotenburg. Ein Busnotverkehr konnte derweil noch nicht organisiert werden, heißt es vom Unternehmen.
Züge fahren nach Kollision bei Lauenbrück nur langsam an Unfallstelle vorbei – oder gar nicht
Am Donnerstag teilte das Metronom-Unternehmen mit, dass es auf der Strecke zwischen Hamburg und Bremen weiter zu Verspätungen und Teilausfällen komme. Die Strecke sei nach der Kollision zwischen Tostedt und Scheeßel bis auf Weiteres nur ein- statt dreigleisig befahrbar.
Wegen der noch andauernden Untersuchungen vor Ort sei überhaupt nicht absehbar, wann Bergungsarbeiten abgeschlossen sein könnten, sagte der Polizeisprecher. Auch für die Nennung einer möglichen Schadenssumme sei es noch viel zu früh. (dpa)
Züge kollidieren bei Lauenbrück: Strecke zwischen Bremen und Hamburg gesperrt
Erstmeldung vom Mittwoch, 15. November: Lauenbrück – Gleich einmal vorweg: Verletzt wurde niemand. Am Mittwochnachmittag ist ein ICE der Deutschen Bahn bei Lauenbrück mit einem leeren Regionalzug kollidiert. Etwa 550 Passagiere des ICE 615 auf dem Weg von Hamburg nach München mussten mehrere Stunden im Zug ausharren, ehe sie evakuiert werden konnten. Auch wurde die Bahnstrecke Hamburg-Bremen in Höhe des Lauenbrücker Bahnhofes gesperrt. Wann sie wieder freigegeben werden kann, war bei Redaktionsschluss nicht bekannt. Die Eisenbahngesellschaft Metronom geht in einer Pressemitteilung davon aus, dass dies erst im Laufe des Donnerstags passiert.
Angaben der Bundespolizei in Bremen zufolge, fuhr der ICE den Streckenabschnitt gegen 16.15 Uhr aufgrund einer Weichenfahrt mit verringerter Geschwindigkeit von etwa 80 Stundenkilometern und touchierte den stehenden Regionalzug trotz Schnellbremsung noch mit etwa 50 Stundenkilometern. Die Züge wurden durch den Vorfall so stark beschädigt, dass beide nicht mehr verkehrstauglich waren. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauern an.
Die Feuerwehr wurde offenbar erst spät informiert. Noch mehr als eine Stunde nach dem Vorfall waren sie auf Nachfrage der Kreiszeitung noch nicht über eine Zugkollision bei Lauenbrück informiert. Tatsächlich traf sie erst gegen 19 Uhr an der Unfallstelle ein. Nachdem sie Lichtanlagen aufgebaut hatten, konnte auch die Evakuierung der 550 Reisenden beginnen. Für sie stand später ein Ersatz-ICE am Lauenbrücker Bahnhof bereit. Die etwa 500 Meter von der Unfallstelle bis zum Bahnhof mussten die Reisenden zu Fuß zurücklegen.
Züge kollidieren bei Lauenbrück: Und dann kommt noch der Streik
Drei Polizisten aus Nordrhein-Westfalen, die zufällig im Zug waren, berichteten gegenüber der Kreiszeitung von teils mieser Stimmung während der langen Wartezeit an Bord. Viele Passagiere hofften bis zur Kollision, ihr Reiseziel noch vor dem bundesweiten Streik der Gewerkschaft der Lokführer (GdL), der am Mittwochabend um 22 Uhr beginnen sollte, zu erreichen. Nun wird das wohl nicht der Fall sein. Das war nach dem Schrecken das Topthema.
Auch der bereitgestellte Ersatz-ICE sollte dem Vernehmen nach nur noch maximal bis Dortmund fahren. Reisende kritisierten außerdem die Bahn, da es im Zug zu wenige Informationen zum Unfall gegeben haben soll. Nach der Vollbremsung des ICE habe es eine halbe Stunde gedauert, bis die Lage erörtert wurde, berichteten Passagiere der Kreiszeitung.
Die Evakuierung verlief nichtsdestotrotz ruhig und entspannt. Bereits nach einer halben Stunde hatte laut Feuerwehr die Hälfte der Fahrgäste den Zug verlassen. Der erste Schreck war offenbar bis dahin überwunden, beim Verlassen des Zuges machten viele ein Selfie vor der verunfallten Lok, versuchten, die Sache mit Humor zu nehmen. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr halfen insbesondere den älteren Fahrgästen mit dem Gepäck. Ein Busnotverkehr wurde laut Metronom, der nicht vom GdL-Streik betroffen ist, zwischen Tostedt und Scheeßel, mit Zwischenhalt in Lauenbrück, eingerichtet. Die Züge des Regionalverkehrs sollten bis Aufhebung der Streckensperrung zwischen Bremen und Rotenburg/Scheeßel beziehungsweise Hamburg und Tostedt pendeln.
Auskünfte zu weiteren Reisemöglichkeiten erteilt die Deutsche Bahn über die kostenlose Hotline 0800-996633.



