- schließen
Marvin Köhnken
Manuel Rank
Fabian Raddatz
Das Wochenende in Niedersachsen hat neben einem Temperatursturz auch Starkregen und Hagel mit sich gebracht. In Delmenhorst wurden acht Menschen bei einem Blitzeinschlag verletzt.
Update von Montag, 22. Juli, 10:20 Uhr: Im Landkreis Stade ist es am Sonntag vermutlich zu einem Blitzeinschlag gekommen, infolgedessen ein Haus in Flammen geriet: Laut Angaben der Polizei war es kurz vor 18:30 Uhr in Jork zum Brand im Dachbereich eines Endreihenhauses gekommen.
Den angerichteten Schaden schätzten die Einsatzkräfte der Polizei auf rund 80.000 Euro. Bei dem Feuer wurden keine Personen verletzt. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen und Aussagen von Zeugen könnte ein Blitzschlag als Ursache für den Brandausbruch infrage kommen, heißt es in einer Meldung von Polizeisprecher Rainer Bohmbach.
Update von 7:25 Uhr: Unwetter haben die vergangene Woche in großen Teilen Niedersachsens beendet. Nachdem in den Tagen zuvor teilweise die 30-Grad-Marke geknackt worden war, folgten Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Im Südwesten des Landes hatte es am frühen Nachmittag bereits schwere Gewitter mit Starkregen gegeben. „Rund 29 Liter pro Quadratmeter pro Stunde fielen bei Dransfeld im Landkreis Göttingen“, sagte eine Meteorologin des DWD.
Die Unwetter zogen im Laufe des Nachmittags weiter in Richtung Nordosten. In einem Park in Delmenhorst schlug daraufhin ein Blitz in einem Baum ein. Acht Mitglieder einer Familie, die sich während eines Picknicks in der unmittelbaren Umgebung aufhielten, wurden verletzt. Zwei Kinder mussten reanimiert werden. Die Feuerwehr im benachbarten Bremen musste nach eigenen Angaben 65-mal wegen starken Regens aktiv werden.
Bei den Einsätzen mussten die Einsatzkräfte in der Regel vollgelaufene Keller abpumpen. Verletzte habe es in der Hansestadt nicht gegeben. Betroffen waren laut Angaben der Feuerwehr vor allem die Ortsteile Lesum, Burgdamm und St. Magnus. Bei einem Einsatz musste in eine Mittelspannungsumspannanlage eingedrungenes Wasser abgepumpt werden. Kurzzeitig war ein Straßenzug in Lesum deswegen ohne Strom.
Blitz löst am Sonntagabend wahrscheinlich Feuer im Landkreis Diepholz aus
Ein weiterer Blitz könnte zudem Ursache für einen Brand im Landkreis Diepholz gewesen sein. Dort hatte am Sonntag ein Haus Feuer gefangen. Zuvor waren Donner und Blitz zu vernehmen. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Gewitter den Brand ausgelöst hat, geklärt sei dies aber noch nicht, hieß es am Abend von Feuerwehr-Sprecher Jens Seeker.
In der Nacht zum Montag zog eine Kaltfront von Westen nach Niedersachsen herein, die Temperaturen gingen auf 15 bis 19 Grad zurück. Dann beruhigt sich das Wetter laut DWD. Am Montag wird es demnach unbeständiger, es ist wechselnd bewölkt, bleibt aber meist trocken. Die Temperaturen erreichen im Binnenland 22 bis 25 Grad, auf den Inseln 21 Grad.
Gewitter ziehen über Niedersachsen: Hunderte Unwetter-Einsätze
Update von Sonntag, 21. Juli, 20.55 Uhr: Auch in Schleswig-Holstein wüteten am Sonntag heftige Gewitter: Ein Unwetter in Quickborn (Kreis Pinneberg) hat ersten Erkenntnissen zufolge für mehr als 150 witterungsbedingte Einsätze gesorgt. Zahlreiche Kräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks (THW) und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) rückten ab dem späten Nachmittag aus, wie es in einer Mitteilung hieß. Das Gewitter sei in der Region demnach gegen 17.00 Uhr aufgezogen.
Menschen von Wassermassen eingeschlossen – zahlreiche witterungsbedingte Einsätze
Wie die Feuerwehr Pinneberg mitteilte, wurden teils Menschen von Wassermassen vorübergehend eingeschlossen. In einem Gebäude sei es zu einem Brandgeruch gekommen. Unklar war zunächst, ob es in dem von dem Unwetter betroffenen Kreis Verletzte gab. Die Unwetter-Einsätze dauerten den Angaben nach bis in den späten Abend an.
Update, 20.00 Uhr: In einem Park in Delmenhorst ist eine Familie bei einem Blitzschlag während eines Gewitters am Nachmittag verletzt worden. Acht Menschen mussten nach Polizeiangaben in eine Klinik gebracht werden. Ein Kind und eine Jugendliche wurden reanimiert.
DWD hebt Unwetterwarnungen auf – in fünf Landkreisen Gewitter möglich
Der Deutsche Wetterdienst hat die amtlichen Unwetterwarnungen für Niedersachsen am Abend aufgehoben. Lediglich für fünf Landkreisen im Nordosten informierte der DWD vor „markantem Wetter“. In Stade, Harburg, Lüneberg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg seien bis zunächst 22.00 Uhr Gewitter möglich.
Update, 17.35 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt für Teile Niedersachsens Unwetter voraus. Von Südwesten her seien starke Gewitter möglich, dabei örtlich Starkregen mit bis zu 25 Litern in kurzer Zeit, kleinkörniger Hagel sowie Sturmböen um die 75 Kilometer pro Stunden. Lokal sei auch heftiger Starkregen mit Mengen bis zu 40 Liter pro Quadratmeter wahrscheinlich.
Am späten Nachmittag gab der DWD amtliche Unwetterwarnungen vor schwerem Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel heraus. Folgende Landkreise sind den Angaben zufolge betroffen:
- Stade
- Cuxhaven – Binnenland
- Rotenburg (Wümme)
- Osterholz
- Harburg
- Heidekreis
- Uelzen
- Lüchow-Dannenberg
- Celle
- Gifhorn
Wetter-Experte sagt herben Temperatursturz für Niedersachsen voraus – in Kürze kommt der Sturm
Erstmeldung vom 21. Juli: Hannover – Um die 30 Grad und Sonne satt. Das Wochenende zeigte sich in Niedersachsen von seiner sommerlichen Seite. Doch damit könnte es nun vorbei sein. Der Deutsche Wetterdienst DWD warnt vor Unwettern mit Starkregen, Hagel und Sturm. Auch die Temperaturen fallen: von 30 Grad am Samstag, 20. Juli, und Sonntag auf rund 20 Grad am Mittwoch, 24. Juli.
„Nächste Woche geht es wieder etwas wechselhafter und kühler weiter“, sagt auch Dominik Jung, Diplom-Meteorologe von wetter.net. Schauer und Gewitter würden wieder häufiger werden und die Tageswerte etwas zurückgehen. Bis Monatsende bleibe es dann meist wechselhaft, aber recht warm.
Wetter-Experten sagen Temperatursturz für Niedersachsen voraus: Thermometer fällt um 10 Grad
Bereits am Sonntag, 21. Juli, ziehen starke Unwetter vom Westen her auf. Sie können Starkregen und Hagel mit sich bringen, warnt der DWD. Auch schweren Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Kilometer pro Stunde seien möglich. Es gelte akute Unwetter-Gefahr, so der Wetterdienst.
Dabei bringt das Unwetter auch Abkühlung mit sich. Die Temperaturen fallen und werden sich nach Einschätzung der Wetter-Experten zur Mitte kommender Woche bis zum Wochenende bei etwa 20 Grad einpendeln. Ein Temperatursturz von immerhin 10 Grad im Vergleich zum Wochenende.
Erst zu Beginn der Woche zum 29. Juli, sollen die Temperaturen dann langsam wieder steigen. Dann wird sich aller Voraussicht nach auch die Sonne wieder vermehrt blicken lassen.
„Können uns glücklich schätzen“
„Wir können uns in Deutschland über unsere angenehmen Werte wirklich glücklich schätzen“, sagt Jung. Aktuell herrsche in Griechenland, Italien oder auch im Balkan mit Temperaturen von bis zu 44 Grad „mörderische Hitze“. Zwar könne diese Extremhitze auch zu uns kommen, aber das sei erstmal nicht in Sicht. „Im August kann das aber wiederum anders sein.“ Jung: Aktuell gibt es dazu aber noch keine seriösen Prognosen. Wann der Sommer also nach Niedersachsen zurückkehrt: unklar.
Rubriklistenbild: © NonstopNews & Nord-West-Media TV/dpa






