VonMarvin Köhnkenschließen
Massiver Protest gegen den AfD-Landesparteitag in Südheide: Die Redner warnen vor der Leugnung der NS-Verbrechen durch die AfD.
Südheide – Viele Menschen haben am Rande des Landesparteitags gegen die AfD protestiert. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Unterlüß in der Südheide (Landkreis Celle) war dabei das Ziel von etwa 2000 Demonstranten am Samstag, berichtete die Polizei. Dort finden an diesem Wochenende das AfD-Landesparteitagstreffen statt. Die Veranstalter der Demo zählten 3000 Teilnehmer. Die Polizei musste zwischen 30 und 40 Platzverweise aussprechen, so eine Sprecherin.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) war einer der Aufrufer zu den Protesten. Unter den Rednern waren Caroline Mohrs vom Flüchtlingsrat Niedersachsen und Jens-Christian Wagner, Direktor der Gedenkstätte Buchenwald. Wagner machte darauf aufmerksam, dass während der NS-Zeit in der Nähe des Tagungsortes ein Außenlager des Konzentrationslagers Bergen-Belsen existierte. Er kritisierte die AfD für ihren Versuch, die NS-Verbrechen zu leugnen und zu relativieren.
„Menschenrechte kennen keine Grenzen“: Demo gegen AfD vor der Europawahl am 9. Mai
Die Demonstranten trugen Plakate mit Aussagen wie: „Rechtsextremismus ist Gift für unser Land“, „Würde ist kein Konjunktiv“ und „Menschenrechte kennen keine Grenzen“. Eine Teilnehmerin äußerte ihre Besorgnis über die Umfragewerte der AfD im Hinblick auf die bevorstehende Europawahl. Sie sagte: „Wie man mit der Erinnerung umgeht, das macht mich tatsächlich unruhig.“ Die Europawahl in Deutschland findet am 9. Juni statt. In den vergangenen Tagen war es zu Durchsuchungen bei der AfD in Niedersachsen gekommen – wegen des Verdachts auf Korruption.
Bei dem Parteitag an diesem Wochenende wollte die AfD einen Landesvorstand wählen. Der einzig offizielle Kandidat als Landesvorsitzender war Ansgar Schledde, er ist bislang stellvertretender Landesvorsitzender. Er wurde mit deutlicher Mehrheit gewählt. Niedersachsens bisheriger Niedersachsens AfD-Landesvorsitzender Frank Rinck trat nach Ende seiner zweijährigen Amtszeit nicht erneut an und möchte sich auf seine Arbeit im Bund konzentrieren. Niedersachsens Grüne fordern unterdessen ein AfD-Verbot. Ihr Argument: Die Partei verbreite Rassismus und Antisemitismus. (dpa, bearbeitet von kom)
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