Hochwasser-Großeinsatz: Weserdeich droht bei Verden-Hutbergen zu brechen
VonRonald Klee
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Im Landkreis Verden wurde die Vorstufe des Katastrophenalarms wegen Hochwasserlage ausgerufen. Besonders betroffen: Hutbergen.
Verden – Die Einsatzkräfte der Feuerwehren und anderer Hilfsorganisationen im Landkreis kommen dieser Tage kaum zur Ruhe. Alarme rufen die Ehrenamtlichen nahezu pausenlos zur Hilfe. Auch wenn die Auswirkungen der Hochwasserlage sich vielfach noch in Grenzen halten, stellen sich zunehmend auch schwerwiegendere Folgen ein. In der Nacht zum Donnerstag, 28. Dezember, mussten 200 Einsatzkräfte in Verdens Ortschaft Hutbergen mit Sandsäcken am Deich anrücken, um einen Durchbruch zu verhindern. Die Lage verschärfte sich gestern vielerorts und so entschied sich der Landkreis, ein „außergewöhnliches Ereignis“ festzustellen.
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Mit dieser Vorstufe des Katastrophenalarms hat der Landkreis einfacheren Zugriff auf Hilfskräfte. Er könne auch überörtliche Unterstützung und teilweise auch Materialien anfragen und diese gezielt zur Unterstützung vor Ort einsetzen, erklärt Kreissprecher Ulf Neumann in einer Pressemitteilung. „Die Städte und Gemeinden bleiben nach wie vor als untere Gefahrenabwehrbehörden zuständig, der Landkreis aber unterstützt die Kommunen mit Einsatzkräften und Mitteln des Katastrophenschutzes“, erklärt Landrat Peter Bohlmann zur Tragweite der Feststellung.
Beim Einsatz am Deich bei Hutbergen hatten die Einsatzkräfte der Feuerwehr aber die Lage allein bewältigt. Anwohner hatten die Wasseraustritte am Weserdeich gemeldet und Kontrollen der Feuerwehr hatten die drohende Instabilität bestätigt, berichtet Feuerwehrsprecher Dennis Köhler. „Nach ersten Qualmwasseraustritten bereits am Mittwochnachmittag in der Gemarkung Oiste, kam es auch am Allerdeich bei Klein Hutbergen zu mehreren Austritten.“
Mit einem Großaufgebot an Kräften von Feuerwehr und THW seien in der Nacht wegen des Hochwassers mehrere sogenannte Quellkaden errichtet worden, so Köhler. Damit wollten die Helfer Austritte und die mögliche Ausspülung des Deichkörpers verhindern.
„Sollte es außergewöhnliche Beobachtungen an Deichen und Wehranlagen geben, können Bürgerinnen und Bürger diese zukünftig unter Angabe des Standortes und mit Bildern an hochwasser@tel-verden.de direkt melden“, appelliert Dennis Köhler an die Hilfsbereitschaft der Öffentlichkeit. Dabei sei aber in jedem Fall zwingend das Betretungsverbot der Deich- und Wehranlagen zu beachten. „Meldungen aus Thedinghausen, wo direkt mit Privatfahrzeugen auf dem Deich gewendet und Schäden in der Deichkrone verursacht wurden, machen fassungslos“, schreibt Köhler.
Bereits seit Beginn des Hochwassers unterstützt der Landkreis die kreisangehörigen Kommunen. Die Technische Einsatzleitung, so berichtet Neumann, koordiniere in enger Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde, den Deichverbänden und Hilfsorganisationen sowie den Städten und Gemeinden die für den Deich- und Hochwasserschutz erforderlichen Maßnahmen und Einsätze.
Anliegerinnen und Anlieger in den Hochwassergebieten, so die Prognose der Unteren Wasserbehörde, müssten sich aber aufgrund von Deichsicherungsmaßnahmen vielerorts noch auf steigende Grundwasserstände einstellen.