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Die Hochwasserlage der Hunte scheint sich am Mittwoch entspannt zu haben. Die Samtgemeinde Barnstorf hat die vom Hochwasser bedrohte Huntebrücke am Vormittag wieder freigegeben. Die am Dienstag evakuierten Einwohner Barnstorfs kehrten zurück in ihre Häuser und Wohnungen.
Barnstorf – „Aufgrund der am Dienstag im Verlauf des Tages prognostizierten Pegelstände war die Sperrung der Huntebrücke in der Ortsdurchfahrt eine rein vorsorgliche Maßnahme“, erklärt Samtgemeindebürgermeister Alexander Grimm auf Anfrage in einer Pressemitteilung. In Abstimmung mit der Feuerwehr habe sich die Samtgemeinde dazu entschieden, die Brücke durch die Straßenmeisterei sperren zu lassen und eine weiträumige Umleitung auszuweisen. Entgegen der Prognosen sank der Pegel glücklicherweise. „Sollte der Pegel auf ein kritisches Maß steigen, wird die Entscheidung in Absprache mit der Straßenmeisterei, der Feuerwehr und der Samtgemeinde sicherlich wieder so getroffen werden“, so Grimm. Oberste Priorität habe die Sicherheit der Einsatzkräfte und der Bevölkerung.
Am Mittwochnachmittag sank der Pegel um etwa einen Zentimeter pro Stunde, stand bei 348 Zentimeter über Normalnull, und blieb somit weit unter den kritischen Werten vom Weihnachtswochenende. Ob dies dauerhaft so bleibt, ist vom Wetter abhängig. Die Verwaltung werde den Pegel stündlich kontrollieren, um von Überraschungen verschont zu bleiben.
Kritisch könnte es wieder ab Freitag werden
Kritisch könnte es möglicherweise wieder ab Freitag – aufgrund der zunehmenden Niederschläge – werden. „Aber auch hier stehen wir, wie gewohnt und meist vor der Hochwasserlage, im regelmäßigen Austausch mit dem Landkreis. Das betrifft sowohl die administrativen als auch die einsatztaktischen Komponenten“, betont der Samtgemeindebürgermeister.
Insgesamt 20 Personen waren im Flecken Barnstorf evakuiert worden. Die Betroffenen wurden von der Samtgemeindeverwaltung darüber informiert, dass sie in ihre Wohnungen zurückkehren durften. Es seien keine weiteren Evakuierungen notwendig. Zudem haben die Stadtwerke Huntetal damit begonnen, die für die Stromabschaltung notwendigen Anlagen zurückzubauen. Diese können bei Bedarf in kurzer Zeit wieder in Betrieb genommen werden, heißt es in der Presseerklärung weiter.
Notwendig war diese Maßnahme, um das wichtige Pumpwerk am Roggenberg schützen und die Abwasserentsorgung aufrechterhalten zu können. „Dies haben wir in einer Lagebesprechung im Rathaus am Dienstag unter Beteiligung der Samtgemeindeverwaltung, der Gemeindebrandmeister und eines Vertreters der Stadtwerke Huntetal so entschieden“, erklärt Alexander Grimm.
Feuerwehr arbeitet insgesamt 49 Einsätze ab
Relativ früh wurden der Roggenberg und die Brinkstraße in Barnstorf gesperrt. Die Einsatzkräfte benötigten ausreichend Platz. Seit Mittwochvormittag sind die Straßen wieder für den Verkehr freigegeben. Die Befehlsstelle der Feuerwehr wurde ebenfalls am Mittwochvormittag geschlossen, der Einsatz gilt zunächst offiziell als beendet.
Es gab in der Samtgemeinde Barnstorf insgesamt 49 Einsätze (kleinere Dienstleistungen nicht mit eingerechnet). Jeweils 30 Einsatzkräfte waren pro Schicht ständig vor Ort. „Besondere Herausforderungen habe ich nicht gesehen, die eingesetzten Kräfte agierten absolut routiniert. Allein die Dauer des Einsatzes stellte eine Herausforderung für alle dar“, so Grimm.
72-stündiger Einsatz über Weihnachten
Die gemeinsame Entscheidung, möglichst früh mit den Vorbereitungen zu beginnen, sei aus heutiger Sicht sehr weitsichtig gewesen. Alexander Grimm: „Ich denke, die Samtgemeinde und ihre Freiwilligen Feuerwehren haben bis hierhin einen unaufgeregten, professionellen Job gemacht. Nach einem 72-stündigen Dauereinsatz, wohlgemerkt über Weihnachten, bin ich froh, dass die Kameradinnen und Kameraden endlich mal wieder Luft holen können. Ich war, bis auf sehr wenige Stunden Schlaf, permanent in der Befehlsstelle und an den Einsatzorten anzutreffen.“
Die Samtgemeindeverwaltung hat das Bürgertelefon zur Hochwasserlage eingeschränkt. Von 8 bis 18 Uhr steht täglich ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin der Verwaltung für Fragen zur Verfügung.
Tel. 05442/809111
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