Angriff auf Herde

Wolf springt über 1,80 Meter hohen Zaun? Sechs Schafe tot

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Im Kreis Stade starben infolge einer Wolfsattacke sechs Schafe. Offenbar versuchte sich der Wolf zunächst unter dem Zaun durchzugraben und sprang dann über 1,80 Meter hoch.

Update vom Dienstag, 17. Oktober, 14:47 Uhr: Mittlerweile mehreren sich Zweifel an der ursprünglich geäußerten Theorie, der Wolf im Landkreis Stade habe einen 1,80 Meter hohen Zaun übersprungen: Ein Wolfsberater äußerte gegenüber kreiszeitung.de massive Bedenken an den Schilderungen („Wölfe können nicht fliegen“) und auch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen bestätigt auf Anfrage, dass der im Mittelpunkt stehende Zaun deutliche Schwachstellen beim Schutz der Schafe aufwies. 6 der 25 Nutztiere waren bei dem Angriff getötet worden.

Sechs Schafe starben bei Attacke: Sprang ein Wolf über einen 1,80 Meter hohen Zaun?

Erstmeldung vom Dienstag, 17. Oktober, 8:17 Uhr: Niedersachsen/Kreis Stade – Bei einem Wolfsangriff auf eine Schafsherde in Oldendorf, Kreis Stade, starben am vergangenen Sonntag, 15. Oktober 2023, sechs der 25 Nutztiere. Das berichtet der Norddeutsche Rundfunk (NDR). Eines ist offenbar gewiss: Hier hat ein Wolf zugeschlagen. Dem Bericht des niedersächsischen Umweltministeriums ist zu entnehmen: „Schadensverursacher: Wolf.“ Dennoch ist der Vorfall rätselhaft.

Wie gelangte das Raubtier auf die mit Herdenschutzzaun ausgestattete Weide? Sprang ein Wolf über den 1,80 Meter hohen Zaun oder grub er sich darunter hindurch? Die Meinungen der Experten gehen laut NDR auseinander. Der Wolfsberater hält es für unwahrscheinlich, dass ein Wolf über den Zaun gesprungen sei. Er ist der Ansicht, dass sich der Wolf unter dem Zaun durchgegraben haben muss. Laut NDR-Bericht habe auch der Tierhalter fünf Stellen, die auf einen solchen Versuch hindeuten, gefunden.

25 Schafe fielen der Attacke eines Wolfs zum Opfer, sechs Nutztiere starben. Doch eine Frage ist bislang ungeklärt: Wie gelangte das Raubtier auf die Weide? (Symbolbild)

Allerdings ist er der Meinung, dass der Wolf beim Buddeln gescheitert sei und infolgedessen den etwa 1,80 Meter hohen Zaun mit einem Sprung überwunden habe. Auch Jäger halten dies laut NDR für wahrscheinlich. Sollte der Wolfsberater recht behalten, wären die Nutztiere nicht ausreichend gesichert gewesen. Der Wolf darf dann laut Gesetz nicht geschossen werden.

Proteste und Stimmen gegen den Wolf werden laut – „Küstenschutz gefährdet“

In den vergangenen Wochen geriet die Region Landkreis Stade mehrfach wegen Wolfsattacken in den Fokus der Medienberichte. Unter anderem tötete ein Wolf 55 Schafe. Die Proteste und Stimmen der Einwohner werden jetzt immer lauter. Die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten schrieb vor wenigen Tagen in einem Facebook-Post: „Die Gemeinschaft sieht die Weidetiere auf den Deichen und damit den Küstenschutz gefährdet.“

Unter anderem gab es Proteste für „akzeptable Regeln zum Schutz von Mensch, Tier und Natur“ – auch eine Petition wurde gestartet. Oberdeichgraf Albert Boehlke und Deichgraf Richard Schlichting sind sich laut Gemeinde einig: „Ihr rennt bei uns offene Türen ein. Am Deich ist kein Miteinander mit dem Wolf möglich.“

Das Raubtier Wolf steht seit geraumer Zeit in der Kritik. Dennoch gibt es Menschen, die ihn schützen möchten, da er zum Beispiel positive Faktoren für die Wälder mit sich bringt. Vor allem Naturschützer sagen: „Der Wolf gehört hierhin.“

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa/Symbolbild

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