Umweltministerin verspottet

Landvolk Diepholz mit origineller „Idee“ zum Wolf – Ministerin Lemke erntet Spott und Hohn

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Das Landvolk Diepholz verspottet Umweltministerin Lemke in einer Facebook-Fotomontage wegen der Politik in Sachen Wolf.
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Herdenschutz – das ist laut Umweltministerin Steffi Lemke das wichtigste Element zur Koexistenz von Wolf und Mensch. Das Landvolk Diepholz ist anderer Meinung und hat eine Idee.

Niedersachsen/Landkreis Diepholz – Es ist ein Auftakt für einen besonderen Austausch über ein aktuell brisantes Thema: Die Dialogreihe des Umweltministeriums zum Wolf startete kürzlich. In ihrer Rede ging Umweltministerin Steffi Lemke darauf ein, wie Wolf und Mensch künftig koexistieren sollten, auch in Niedersachsen. Die wichtigste Voraussetzung hierfür sei und bleibe aus ihrer Sicht der Herdenschutz. Für viele Betroffene scheint die Rede ernüchternd gewesen zu sein. Auch das Landvolk Diepholz fordert jetzt schärfere Maßnahmen und hatte kurzerhand eine Idee.

Käfige auf Rollen als neue Lösung in puncto Wolf? Landvolk Diepholz zieht Lemke durch den Kakao

Schafe grasen auf einer mit weißen Gänseblümchen gespickten Wiese – ein typisches Bild für Norddeutschland. Doch die Naturidylle wird gestört: Schwarze Käfige auf Rollen umranden die weißen Tiere. Daneben ist Umweltministerin Steffi Lemke zu sehen, die sagt: „Hier sieht man es doch: Herdenschutz mit Zäunen ist total einfach und funktioniert super gut.“ Es ist eine Bild-Montage des Landvolks Diepholz mit dem Titel „Wettrüsten gegen den Wolf“.

„Immer mehr und mehr höhere Zäune“ – Lemkes Rede hat das Landvolk nicht abgeholt

„Wenn es nach dem Bundesumweltministerium und der Ministerin Steffi Lemke ginge, dürfte es immer mehr und immer höhere Zäune geben, um Weidetiere vor dem Wolf zu schützen“, heißt es in dem entsprechenden Facebook-Beitrag. Die Frage „Wie findet sie wohl unsere Idee mit dem mobilen Schutzkäfig?“, wird offen gelassen. „Wir finden, es braucht umfassendere Lösungsansätze, wozu auch Entnahmen, wolfsfreie Zonen und letztlich eine Bestandsreduzierung gehören, damit die Weidetierhaltung erhalten bleibt und sich der Wolf anpassen kann“, heißt es weiter.

Eine zynische Reaktion auf die Rede, welche Ministerin Lemke kürzlich bei der Eröffnung der „Dialogreihe Wolf“ des Ministeriums gehalten hat. Hier stellte sie klar: „Die wichtigste Voraussetzung für eine sichere Koexistenz zwischen Weidetierhaltung und Wolf ist und bleibt der Herdenschutz.“ Wer vorgaukele, dass darauf verzichtet werden könne, müsse von Ausrottung des Wolfes sprechen. Statt der geforderten Bestandskontrollen setze Lemke vor allem auf die Optimierung des Herdenschutzes. Doch, was den Herdenschutz betrifft, haben besonders Schafhüter aktuell das Nachsehen.

Schafhalter in puncto Wolf gebeutelt: Kein Zaun und keine Herdenschutzhunde gegen den Wolf

Einen Zaun am Deich zu errichten, ist nicht möglich. Und auch Herdenschutzhunde müssen eingezäunt gehalten werden und stellen ebenfalls keine Option zum Schutz der Deichschafe dar. Die Tiere sind dem Wolf somit schutzlos ausgeliefert. Dass die Tiere oftmals gar nicht aufgrund eines Risses sterben, sondern, weil sie in Panik im Wasser landen und ertrinken, weiß auch der ehemalige Schafhalter Christian Lohmeyer.

Erst kürzlich gab er aus den genannten Gründen seine Herde auf. Aber auch trotz Zaun sind viele Tierhalter nicht vollständig vor dem Wolf geschützt. Ein Zaun weise den Wolf nur ab, erklärt ein Experte gegenüber kreiszeitung.de. Das zeigen auch immer wieder Betroffenen-Berichte, wie der einer Pferdehalterin, deren fünf Pferde durch einen Wolf verletzt wurden, eines lebensbedrohlich.

„Entnahme“ eine Option – Lemke dem Töten des Wolfs nicht abgewandt

Dennoch ging sie innerhalb ihrer Rede auch auf die Forderungen der Weidetierhalter, die Bestände der Wölfe zu kontrollieren, ein. „Entnahme“ klinge aus ihrer Sicht „etwas bürokratisch“. Es gehe schließlich darum, „einen Wolf zu töten, zu erlegen, zu schießen“. Hiervon sollte künftig stärker gebraucht gemacht werden. Allerdings stehen hier noch bürokratische Hürden im Weg, die zunächst beseitigt werden müssen. „Sie sollen sich auf sicherem Boden bewegen, wenn sie einen Wolfsabschuss genehmigen.“

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