VonJohannes Nußschließen
Derzeit entsteht in Wilhelmshaven ein schwimmendes LNG-Terminal zur Versorgung mit Flüssiggas. Jetzt könnte noch ein zweites Terminal hinzukommen.
Wilhelmshaven/Moskau – Im Zuge der angestrebten Unabhängikeit Deutschlands von russischen Gasexporten kommt die Frage auf: Kann in Wilhelmshaven in Niedersachsen ein zweites schwimmendes LNG-Terminal zur Versorgung mit Flüssiggas entstehen? Der Oldenburger Energieversorger EWE sagt ja – und das sogar ohne, dass die Netze überlasten. Da passen die Nachrichten, dass Gazprom Nord Stream 1 Mittwochmorgen vom Netz abgeklemmt hat und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck den Gaspreisdeckel nicht will.
Schwimmendes LNG-Terminal in Wilhelmshaven: Zweiter Terminal laut Energieversorger EWE möglich
Auch, wenn große Unklarheit darüber herrscht, ob Putin die Pipeline nach den Wartungsarbeiten wieder anstellt oder nicht: Ab morgen, Donnerstag, 1. September 2022, wird in Deutschland Energiesparen zur Pflicht. Zusätzlich heizt die explodierende Inflationsrate in Deutschland die gesellschaftliche Stimmung an.
Damit Deutschland unabhängiger von russischem Gas wird, entsteht derzeit in Wilhelmshaven ein schwimmendes LNG-Terminal für Flüssiggas. Und es könnte bald noch ein weiteres hinzukommen, wenn man den Oldenburgern von EWE glaubt. Bereits Ende Juli hatte es dazu Gespräche im Bundeswirtschaftsministerium gegeben.
Schwimmendes LNG-Terminal in Wilhelmshaven: Zweites Terminal würde Netze nicht überlasten
Denn die EWE gab diese Woche bekannt, dass auch ein zweites schwimmendes LNG-Terminal in Wilhelmshaven entstehen könnte, ohne, dass das örtliche Netz überlastet wird, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Das Unternehmen baut derzeit eine rund 70 Kilometer lange Pipeline von Sande (Friesland) nach Nüttermoor (Ostfriesland), um Erdgas zu transportieren, das künftig per Schiff in Wilhelmshaven ankommen soll.
In Wilhelmshaven soll noch in diesem Winter ein schwimmendes LNG-Terminal den Betrieb aufnehmen, das der Betreiber Uniper um einen dauerhaften Hafen erweitern will. Niedersachsens Energieministerium prüft gegenwärtig zudem den Bau eines weiteren schwimmenden Terminals an dem Standort, wie ein Sprecher bestätigte. Dazu stimme man sich unter anderem mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ab. (Mit Material der dpa)
Rubriklistenbild: © Daniel Reinhardt/dpa

