VonSebastian Petersschließen
Das Sturmtief „Poly“ hat am Mittwoch in Niedersachsen ordentlich für Wind gesorgt. Am Donnerstag sind durch die Sturmfolgen noch mehrere Bahnstrecken gesperrt.
Niedersachsen – Das Sommersturm „Poly“ fegte am Mittwoch quer durch den Norden. Zahlreiche Bilder zeigten das Ausmaß des Sturmes. Im Emsland wurde eine Frau beim Gassigehen von einem Baum getroffen und tödlich verletzt. Auch Züge hatten mit dem heftigen Sommersturm zu kämpfen. Im Landkreis Oldenburg kollidierte ein Zug sogar mit einem Baum, der zuvor auf die Gleise stürzte. Über einen längeren Zeitraum herrschte in mehreren Landkreisen, Gemeinden und Städte Alarmstufe Rot.
Sommer-Sturm „Poly“ sorgt in Niedersachsen für Chaos und Sperrungen – eine Person von Baum erschlagen
Auf Norderney sorgte „Poly“ für ordentlich Unordnung am Strand. Schwere Strandkörbe wurden wie Spielbälle über den Strand verteilt. Aber nicht nur Deutschland traf der ungewöhnliche Sommersturm hart. In den Niederlanden, wo durch den Sturm auch eine Person verstarb, sorgte der Wind ebenfalls für Chaos.
Die Folgen von Sturm „Poly“ merkt man auch noch am Donnerstag. Vereinzelt sind Bahnstrecken weiterhin durch die Schäden von herabfallende Äste und umstürzende Bäume beschädigt oder gänzlich blockiert. Rund um Bremen und im Nordwesten von Niedersachsen ist der Bahnverkehr weiterhin eingeschränkt. Zwischen Norddeich und Emden fahren am Donnerstag vorerst keine weiteren Züge. Auch die Strecke zwischen Norddeich und Bremen sei wegen Sturmschäden gesperrt. „Da sind noch die Techniker dran“, so eine Bahnsprecherin. Wie lange die Reparaturen dauern, war zunächst unklar.
Bahnverkehr wegen Sturmfolgen weiterhin eingeschränkt – teilweise komplettausfall
Davon betroffen seien Intercity-Züge zu den Touristen-Gebieten in Ostfriesland. Grund seien vom Sturm entwurzelte Bäume, die im Gleisbett lägen oder die Oberleitungen beschädigt hätten. Einschränkungen gebe es auch im Nahverkehr zwischen Wilhelmshaven und Sande (Kreis Friesland) sowie zwischen Marienhafe und Norden im Kreis Aurich, sagte die Sprecherin. Reisende sollten sich vor Fahrtantritt digital über aktuelle Streckensperrungen informieren.
Die Wetterlage hat sich nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) inzwischen beruhigt. „Das ist durch jetzt, der Wind ist abgeflaut“, sagte ein DWD-Sprecher. „Es geht jetzt sehr ruhig weiter.“ Die Sonne setze sich in Niedersachsen und Bremen immer mehr durch, nach wechselhaftem Wetter werde es am Freitag sommerlich warm. „Am Wochenende wird dann auf dem Festland überall 30 Grad erreicht.“
