Zur Entlastung der Feuerwehr

„Keine Kapazitäten“: Feuerwerk bei Bremen wegen Hochwasser verboten

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Die Gemeinde Lilienthal in Niedersachsen spricht für Silvester wegen des Hochwassers ein Feuerwerksverbot aus. Auch Teile von Bremen sind betroffen.

Lilienthal/Bremen – Die vom Hochwasser betroffene Gemeinde Lilienthal (Landkreis Osterholz) in Niedersachsen zieht angesichts der angespannten Hochwasserlage Konsequenzen: Um die Feuerwehr zu entlasten, darf in diesem Jahr kein Feuerwerk an Silvester gezündet werden. Darüber informierte die Gemeinde am Freitagmorgen in einer Allgemeinverfügung. „Üblicherweise ist die Einsatz-Frequenz der Feuerwehr als Silvester und Neujahr sehr hoch. Für mögliche Einsätze, die durch das Abbrennen von Feuerwerk ausgelöst werden, gibt es keine Kapazitäten“, informiert die Gemeinde. Die Hochwasserlage in Niedersachsen wird immer kritischer.

Hochwasser in Norddeutschland – Die Bilder der extremen Wetterlage

Verden von oben fotografiert. Die Aller ist bis in die Altstadt über die Ufer getreten.
In Verden ist die Aller über ihre Ufer getreten. Die Südbrücke in die Altstadt wurde am Freitag wegen des Hochwassers gesperrt. © dpa
Hochwasser und Überschwemmungen der Aller in der Region Heidekreis nach tagelangen starken Regenfällen.
Auch der Heidekreis in Niedersachsen ist nicht vor Überschwemmungen gefeit. Bis zum Jahreswechsel könnten Regen und Sturm die Lage weiter verschlechtern. © Ulrich Stamm/IMAGO
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag © Oliver Siedenberg
Umgeben von Wasser ist dieser Feldhase.
Umgeben von Wasser ist dieser Feldhase. © Dorn
Feuerwehrleute stehen in der Nacht am Deich und reichen Sandsäcke.
Mit Sandsäcken bauten die Einsatzkräfte Quellkaden auf, um die Schadstellen einzugrenzen. © Kreisfeuerwehr Verden/Oestmann
Hochwasser in Niedersachsen: Eine vom Wasser überspülte und abgesperrte Straße.
Die L330 zwischen Hoya und Hassel ist seit Donnerstagnachmittag wegen des Hochwassers unpassierbar. © Moritz Frankenberg/dpa
Einsatzkräfte bauen eine Sandsacke-Sperre gegen Hochwasser.
Auch am Serengeti-Park in Hodenhagen sind viele Helfer im Einsatz gegen das Hochwasser. © Philipp Schulze/dpa
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag © Oliver Siedenberg
Hochwasser in Niedersachsen - Lilienthal Wörpe Wümme
Ein Gartenhaus steht hinter einem durchweichten Deichabschnitt an der Wörpe in Lilienthal. Durch das Hochwasser des Flusses sowie der nahegelegenen Wümme gab es in der Nacht einen Deichriss. © Focke Strangmann/dpa
Der Serengeti Park Hodenhagen von oben fotografiert. Mehrere Flächen sind überflutet.
Der Serengeti-Park in Hodenhagen steht teilweise unter Wasser. Viele Tiere müssen evakuiert werden. © Philipp Schulze/dpa
Serengeti-Park-Leiter Fabrizio Sepe begleitet Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) laufen auf einer Straße.
Serengeti-Park-Leiter Fabrizio Sepe begleitet Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in der aktuen Hochwasser-Lage. © Klaus Müller
Heidschnucken-Rettung der DLRG ist im vollen Gange.
Mehrere Heidschnucken wurden am Mittwoch von der DLRG in der Nähe von Hannover vor dem Hochwasser gerettet. © Karsten Hölscher/dpa/DRLG Wedemark
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover Hochwasser und Überschwemmungen der Leine
Hochwasser und Überschwemmungen bei Hannover © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Überschwemmungen in der Region Hannover  © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Hochwasser und Überschwemmungen der Leine. © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Überschwemmungen in der Region Hannover. © Ulrich Stamm/Imago
Hochwasser in Niedersachsen, Hagen-Grinden
Ein Wohnhaus am Deich auf der Weserinsel Hagen-Grinden. Das Hochwasser ist auch hier angekommen. © Christof Dathe/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Weser
Eine Schild „Parkplatz für Busse“ schaut aus dem Hochwasser. Der Wasserstand der Weser ist in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Angesichts anhaltender Regenfälle und gesättigter Böden bleibt die Hochwassergefahr in Teilen von Deutschland hoch. © Friso Gentsch/dpa
Hochwasser in Bremen-Borgfeld: Anwohner transportiert Nachbarn per Kanu
Ein Mann in Bremen-Borgfeld half per Kanu. Er brachte Anwohner zu ihren Häusern und transportierte Pumpen für die Feuerwehr. © Nord-West-Media TV
Die Feuerwehr deponierte Sandsäcke an der Astruper Straße.
Die Feuerwehr deponierte Sandsäcke an der Astruper Straße. © Archiv: Feuerwehr
Ein Trecker zieht einen Wohnwagen vom Wieltsee weg. Die Weser ist in Dreye über die Ufer getreten.
Ein Trecker zieht einen Wohnwagen vom Wieltsee weg. Die Weser ist in Dreye über die Ufer getreten. © Sigi Schritt
Hochwasser in Niedersachsen – Oker
Die hochwasserführende Oker überflutet in Oker teilweise die Promenade. Für die Flussgebiete der Oker und der Innerste warnte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vor einer weiteren Verschärfung der Hochwasserlage. © Thomas Schulz/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Sarstedt
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, steht am Fluss Innerste im Landkreis Hildesheim. Weil machte sich an verschiedenen Orten ein Bild der angespannten Hochwassersituation in Niedersachsen. © Julian Stratenschulte/dpa
Der Lauf des Klosterbachs in Stuhr ist mittig noch zu erkennen. Das Wasser ist an Weihnachten jedoch weit über das Ufer getreten.
Der Lauf des Klosterbachs in Stuhr ist mittig noch zu erkennen. Das Wasser ist an Weihnachten jedoch weit über das Ufer getreten. © Rainer Jysch
Hochwasser in Niedersachsen
Das Hochwasser am Weserwehr im Landkreis Verden (Aufnahme mit Drohne). Zufahrt und Durchfahrt sind seit Weihnachten gesperrt. Laut der Behörden in Niedersachsen bleibt die Hochwasser-Lage in den nächsten Tagen weiter angespannt. © Christof Dathe/dpa
Stadtspeicher Hochwasser
Mit „Big Packs“ wird die Mauer am Rotenburger Stadtspeicher gestützt. © Michael Krüger
Hochwasser Samtgemeinde Hoya
Hochwasser Samtgemeinde Hoya © Oliver Siedenberg
Hochwasser in Niedersachsen - Okertalsperre
Die Hochwasserentlastungsanlage lässt Wasser aus der komplett gefüllten Okertalsperre im Harz. © Julian Stratenschulte/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Leda
Hochwasser vom Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Leda
Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen die Ortschaft zu sichern, nachdem das Hochwasser vom Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda, über die Deiche trat. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Feuerwehr
Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen mit Sandsäcken das Wasser in Schach zu halten. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Schloss Marienburg
Das Schloss Marienburg in der Region Hannover steht vor überfluteten Feldern am Fluss Leine. © Julian Stratenschulte/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Ruthe im Landkreis Hildesheim
Hochwasser in Niedersachsen: Der Fluss Innerste mündet an der Ortschaft Ruthe im Landkreis Hildesheim in den Fluss Leine. © Julian Stratenschulte/dpa

Die Feuerwehr arbeite rund um die Uhr für den Schutz der Deiche und der Bevölkerung. Das Böllerverbot steht daher im Einklang mit dem Niedersächsischen Polizei- und Ordnungsbehördengesetz, wie aus der Anordnung hervorgeht. Im Wortlaut heißt es in dem Verbot: „Pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F2 (Kleinfeuerwerk) dürfen auch am 31. Dezember 2023 und am 01. Januar 2024 im gesamten Bereich der Gemeinde Lilienthal nicht abgebrannt werden.“ Das Verbot beginnt am 31. Dezember 2023 und gilt bis zum 2. Januar 2024.

Niedersachsen wegen Hochwasser im Ausnahmezustand: Lilienthal erlässt Feuerwerksverbot an Silvester

Neben einer Entlastung der Feuerwehr wolle man in der Silvesternacht vor allem die allgemeine Sicherheit in der Gemeinde gewährleisten. Das „öffentliche Schutzinteresse“ müsse somit höher bewertet werden als das „Einzelinteresse am traditionellen Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen“. Unterzeichnet wurde die Allgemeinverfügung vom Bürgermeister der Gemeinde, Kim Fürwentsches.

Feuerwehrleute stehen an einer überfluteten Wohnstraße an der Wörpe in der Gemeinde Lilienthal.

Die Pegelstände in Lilienthal sind weiterhin sehr hoch. Wie eine Sprecherin mitteilte, wurde in der Nacht zu Donnerstag eine Straße in der Gemeinde aus Sicherheitsgründen evakuiert, da ein Deich drohte, instabil zu werden. In der betroffenen Gemeinde seien 338 Menschen gemeldet, die evakuiert werden müssen. Die Evakuierung dauere weiter an. Es sei unklar, wann diese enden könne.

Hochwassergebiet in Bremen ebenfalls von Verbot an Silvester betroffen

Auch die Hansestadt Bremen erlässt ein Feuerwerks-Verbot: In den Ortsteilen Borgfeld und Timmersloh sowie in Teilen von Oberneuland darf an Silvester nicht geknallt werden. Diese Bereiche sind besonders vom Hochwasser betroffen. „Die Einsätze der Feuerwehr, von THW und Polizei dürfen nicht durch Silvesterfeuerwerk beeinträchtigt werden. Auch müssen wir silvestertypische Rettungseinsätze vermeiden“, erklärte Innensenator Ulrich Mäurer am Freitag.

Feuerwerks-Verbot in der Gemeinde Lilienthal wegen Überschwemmungen: Weitere Landkreise fordern Verbot

In Lilienthal scheint man die Entscheidung größtenteils positiv aufzunehmen. Auf der Facebook-Seite der Gemeinde gibt es zwar einige Beschwerden über den Zeitpunkt der Verbots-Erteilung, da der Verkaufsstart für Feuerwerk bereits begonnen hat. Dutzende Menschen sprechen sich aber für das Böllerverbot aus. Weitere Regionen in Niedersachsen fordern dieselbe Maßnahme, darunter Einwohner in Diepholz. „Das sollte Diepholz auch machen. Alle sind überlastet!“, heißt es in einem Facebook-Beitrag. Die Hochwasserlage ist dort nicht so kritisch wie im Lilienthal, weshalb die Bedingungen für ein Verbot fehlen. Aber „präventiv wäre das eine gute Idee, [...], es sind weitere Niederschläge gemeldet“, kommentiert ein Diepholzer die Forderung. In Niedersachsen werden große Regenmengen erwartet. Das Wetter könnte die Situation verschlimmern.

Ein allgemeines Böllerverbot in Niedersachsen wird es trotz der teils kritischen Lage nicht geben. Eine Regierungssprecherin sagte, man habe sich gegen ein allgemeines Verbot entschieden, weil viele Bürgerinnen und Bürger verantwortungsvoll damit umgingen. Umweltminister Christian Meyer appelliert aber für einen freiwilligen Verzicht von Silvesterfeuerwerk in den betroffenen Regionen. Dort sollte man auf das Böllern verzichten und es beispielsweise mit organisierten Feuerwerken machen, sagte der Grünen-Politiker am Freitag in Hannover. Dadurch könnten weniger Einsätze für die stark beanspruchten Kräfte anfallen. Landesbranddirektor Dieter Rohrberg betonte, an Silvester sei die Einsatzfrequenz ohnehin sehr hoch. (nz/dpa)

Rubriklistenbild: © Focke Strangmann/dpa

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