„Keine Kapazitäten“: Feuerwerk bei Bremen wegen Hochwasser verboten
VonNadja Orth
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Die Gemeinde Lilienthal in Niedersachsen spricht für Silvester wegen des Hochwassers ein Feuerwerksverbot aus. Auch Teile von Bremen sind betroffen.
Lilienthal/Bremen – Die vom Hochwasser betroffene Gemeinde Lilienthal (Landkreis Osterholz) in Niedersachsen zieht angesichts der angespannten Hochwasserlage Konsequenzen: Um die Feuerwehr zu entlasten, darf in diesem Jahr kein Feuerwerk an Silvester gezündet werden. Darüber informierte die Gemeinde am Freitagmorgen in einer Allgemeinverfügung. „Üblicherweise ist die Einsatz-Frequenz der Feuerwehr als Silvester und Neujahr sehr hoch. Für mögliche Einsätze, die durch das Abbrennen von Feuerwerk ausgelöst werden, gibt es keine Kapazitäten“, informiert die Gemeinde. Die Hochwasserlage in Niedersachsen wird immer kritischer.
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Die Feuerwehr arbeite rund um die Uhr für den Schutz der Deiche und der Bevölkerung. Das Böllerverbot steht daher im Einklang mit dem Niedersächsischen Polizei- und Ordnungsbehördengesetz, wie aus der Anordnung hervorgeht. Im Wortlaut heißt es in dem Verbot: „Pyrotechnische Gegenstände der Kategorie F2 (Kleinfeuerwerk) dürfen auch am 31. Dezember 2023 und am 01. Januar 2024 im gesamten Bereich der Gemeinde Lilienthal nicht abgebrannt werden.“ Das Verbot beginnt am 31. Dezember 2023 und gilt bis zum 2. Januar 2024.
Niedersachsen wegen Hochwasser im Ausnahmezustand: Lilienthal erlässt Feuerwerksverbot an Silvester
Neben einer Entlastung der Feuerwehr wolle man in der Silvesternacht vor allem die allgemeine Sicherheit in der Gemeinde gewährleisten. Das „öffentliche Schutzinteresse“ müsse somit höher bewertet werden als das „Einzelinteresse am traditionellen Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen“. Unterzeichnet wurde die Allgemeinverfügung vom Bürgermeister der Gemeinde, Kim Fürwentsches.
Die Pegelstände in Lilienthal sind weiterhin sehr hoch. Wie eine Sprecherin mitteilte, wurde in der Nacht zu Donnerstag eine Straße in der Gemeinde aus Sicherheitsgründen evakuiert, da ein Deich drohte, instabil zu werden. In der betroffenen Gemeinde seien 338 Menschen gemeldet, die evakuiert werden müssen. Die Evakuierung dauere weiter an. Es sei unklar, wann diese enden könne.
Hochwassergebiet in Bremen ebenfalls von Verbot an Silvester betroffen
Auch die Hansestadt Bremen erlässt ein Feuerwerks-Verbot: In den Ortsteilen Borgfeld und Timmersloh sowie in Teilen von Oberneuland darf an Silvester nicht geknallt werden. Diese Bereiche sind besonders vom Hochwasser betroffen. „Die Einsätze der Feuerwehr, von THW und Polizei dürfen nicht durch Silvesterfeuerwerk beeinträchtigt werden. Auch müssen wir silvestertypische Rettungseinsätze vermeiden“, erklärte Innensenator Ulrich Mäurer am Freitag.
Feuerwerks-Verbot in der Gemeinde Lilienthal wegen Überschwemmungen: Weitere Landkreise fordern Verbot
In Lilienthal scheint man die Entscheidung größtenteils positiv aufzunehmen. Auf der Facebook-Seite der Gemeinde gibt es zwar einige Beschwerden über den Zeitpunkt der Verbots-Erteilung, da der Verkaufsstart für Feuerwerk bereits begonnen hat. Dutzende Menschen sprechen sich aber für das Böllerverbot aus. Weitere Regionen in Niedersachsen fordern dieselbe Maßnahme, darunter Einwohner in Diepholz. „Das sollte Diepholz auch machen. Alle sind überlastet!“, heißt es in einem Facebook-Beitrag. Die Hochwasserlage ist dort nicht so kritisch wie im Lilienthal, weshalb die Bedingungen für ein Verbot fehlen. Aber „präventiv wäre das eine gute Idee, [...], es sind weitere Niederschläge gemeldet“, kommentiert ein Diepholzer die Forderung. In Niedersachsen werden große Regenmengen erwartet. Das Wetter könnte die Situation verschlimmern.
Ein allgemeines Böllerverbot in Niedersachsen wird es trotz der teils kritischen Lage nicht geben. Eine Regierungssprecherin sagte, man habe sich gegen ein allgemeines Verbot entschieden, weil viele Bürgerinnen und Bürger verantwortungsvoll damit umgingen. Umweltminister Christian Meyer appelliert aber für einen freiwilligen Verzicht von Silvesterfeuerwerk in den betroffenen Regionen. Dort sollte man auf das Böllern verzichten und es beispielsweise mit organisierten Feuerwerken machen, sagte der Grünen-Politiker am Freitag in Hannover. Dadurch könnten weniger Einsätze für die stark beanspruchten Kräfte anfallen. Landesbranddirektor Dieter Rohrberg betonte, an Silvester sei die Einsatzfrequenz ohnehin sehr hoch. (nz/dpa)