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Die Badesaison 2024 hat begonnen. Blaualgen, Zerkarien, weißer Phosphor: Alle Warnungen und Badeverbote in Niedersachsen und Bremen im Überblick.
Hannover/Bremen – Die Badesaison 2024 ist in Niedersachsen und Bremen eröffnet. Bis zum 15. September prüfen nun Gesundheitsbehörden, ob das Wasser in einem Badegewässer gesundheitlich unbedenklich ist. Und das scheint auch notwendig, so häuften sich in den vergangenen Jahren die Meldungen über Blaualgen, Zerkarien und Funden von weißem Phosphor.
Auf Grundlage der Informationen des Badegewässer-Atlas Niedersachsen sowie der Stadt Bremen werden an dieser Stelle alle Warnlageberichte für Niedersachsen und Bremen aufgelistet – und regelmäßig aktualisiert.
Badegewässer-Ticker – hier gibt es heute Warnungen in Niedersachsen und Bremen
Es darf angebadet werden! Und einige Gewässer in Niedersachsen glänzen mit Top-Qualität. Auch in Stuhr konnte die Badesaison mit traumhaftem Wetter eröffnet werden. Leider gibt es immer wieder im Sommer Fälle von Blaualgen, Zerkarien und Co. In der folgenden Auflistung sind alle Warnungen und Sperrungen in Niedersachsen und Bremen zu finden. Weiterführende Informationen zu Blaualgen, weißem Phosphor und ähnlichen Gefahren im Gewässer sind am Ende des Artikels zu finden, sollten sie im Norden auftreten.
Blaualgen, Zerkarien und Co.: alle Warnungen für Bremen im Überblick
- Stand der Übersicht: 06. August
- Es gibt derzeit keine Warnungen oder Hinweise
Seen in Niedersachsen: Alle Badeverbote und Warnhinweise im Überblick
- Stand der Übersicht: 06. August 2024
- Ricklinger Bad: Blaualgen – Baden verboten! (gilt seit dem 05. August 2024)
- Badesee Westerholt am Korsoberg: „optische Auffälligkeiten“ – Badebetrieb gesperrt (gilt seit dem 02. August)
- „Hemmoor, Heidestrandbad“: Blaualgen. Warnhinweise an der Badestelle (gilt seit dem 31. Juli)
- Parksee Lohne: Blaualgen. Bestimmte Bereiche sollen gemieden werden (gilt seit dem 26. Juli)
- Alveser See: Blaualgen. Warnhinweise vor Ort (gilt seit dem 26. Juli)
- Naturfreibad Eystrup: Blaualgen. Warnhinweise vor Ort (gilt seit dem 26. Juli)
- Ricklinger Dreieckteich: Blaualgen. Warnhinweise vor Ort (gilt seit dem 25. Juli)
- Badestrand Weiße Düne Mardorf: Blaualgen. Warnhinweise vor Ort (gilt seit dem 24. Juli)
- Badeinsel im Steinhuder Meer: Blaualgen. Warnhinweise vor Ort (gilt seit dem 24. Juli)
- Strandbad Ovelgönne: Algen. Warnhinweise vor Ort (gilt seit dem 17. Juli)
- Bollwerder See: Baumaßnahmen. Keine Badesaison 2024 (gilt seit dem 15. Juli)
- Nordseebad Otterndorf – See Achtern Diek: Blaualgen. Warnhinweise vor Ort (gilt seit dem 05. Juli)
- Dümmer See (Lehmbruch – Seestraße, Marissa, Birkenallee, Hüde): Blaualgen. Warnhinweise vor Ort (gilt seit dem 26. Juni)
- Zweischenahner Meer (Öltjen Haldstede, Jugendherberge, Bastestelle Rostrup, - Dreibergen, Bad Zwischenahn): Blaualgen. Warnhinweise vor Ort (gilt seit dem 26. Juni)
- Die Rolle / Nienburg: Toxische Cyanobakterien. Warnhinweise vor Ort beachten. (gilt seit dem 12. Juni 2024)
- Kirchhorster See: Wasserpflanzen. Betreten und Baden auf eigene Gefahr. (gilt seit dem 27. Mai 2024)
- Kiessee Stadt Northeim: Betretungsverbot. (gilt seit dem 27. Mai 2024)
- Badestelle Diethe-Langern: Es wurden Blaualgen festgestellt. Da die Sichttiefe nicht beeinträchtigt ist, besteht keine Gefährdung. Die Entwicklungen werden weiter beobachtet. (gilt seit dem 27. Mai 2024)
- Badeinsel im Steinhuder Meer: Weißer Phosphor ist ein gefährliches Überbleibsel des Zweiten Weltkriegs. Auch am Steinhuder Meer finden sich Reste der Chemikalie. Die Region Hannover warnt ausdrücklich davor, Steine oder andere Funde aus dem Wasser des Steinhuder Meers oder am Ufer aufzusammeln und mitzunehmen. (gilt seit dem 17. Februar 2022)
- Badestrand Weiße Düne Mardorf: Weißer Phosphor ist ein gefährliches Überbleibsel des Zweiten Weltkriegs. Auch am Steinhuder Meer finden sich Reste der Chemikalie. Die Region Hannover warnt ausdrücklich davor, Steine oder andere Funde aus dem Wasser des Steinhuder Meers oder am Ufer aufzusammeln und mitzunehmen. (gilt seit dem 17. Februar 2022)
Gesundheitliche Gefahren und das Erkennen im Wasser: Was sind Blaualgen?
Blaualgen sind – anders, als der Name es vermuten lässt, keine Algen, sondern Bakterien. Diese werden aufgrund ihrer bläulich-grünlichen Farbe auch Cyanobakterien genannt. Blaualgen in Badeseen sind Bestandteil der schwebenden pflanzlichen Kleinstlebewesen.
Zwar gibt es weit mehr als 1000 verschiedene Arten von Blaualgen, dennoch kann man sie oft mit bloßem Auge erkennen, wenn sie in hohen Konzentrationen in einem Badesee vorkommen. Häufig ist das Wasser dann intensiv olivgrün bis blaugrün gefärbt, da einige Gattungen an der Oberfläche zu Wasserblüten auftreiben.
Manche Blaualgen-Arten scheiden Gifte, beziehungsweise Toxine, aus. Dann kann es zu einem Gesundheitsrisiko beim Menschen kommen. Der direkte Hautkontakt mit belastetem Wasser kann zu Haut- und Schleimhautreizungen, allergische Reaktionen, Bindehautentzündungen und Ohrenschmerzen führen. Das Verschlucken von mit Blaualgen belastetem Wasser kann zu Durchfallerkrankungen führen. Auch Atemwegserkrankungen sind möglich.
Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg: Was ist weißer Phosphor?
Er sieht zwar etwas aus wie Bernstein, ist aber hochgiftig und kann zu schweren Verbrennungen führen: Weißer Phosphor ist eine chemische Substanz, die seit dem Zweiten Weltkrieg besonders an der Ostsee, manchmal aber auch an Badeseen gefunden wird. Die Chemikalie wurde besonders in Brandbomben eingesetzt. Weißer Phosphor ist hochgiftig und extrem leicht entzündlich.
Denn trocknet Phosphor, verbindet er sich mit Sauerstoff. Dann entzündet er sich bereits bei Temperaturen um die 34 Grad. Er verbrennt jedoch mit etwa 1300 Grad und ist in diesem Zustand kaum noch zu löschen. Nur Sand oder besondere Feuerlöscher können die Temperaturen dann noch bekämpfen.
Brennender weißer Phosphor ist hochgefährlich. Verbrennungen auf der Haut zerstören das Gewebe viel stärker als herkömmliche Brandwunden. Die Chemikalie kann sich so ohne weiteres durch das Fettgewebe bis in die Muskulatur brennen. Betroffene sollen sofort den Notarzt rufen und im kalten Wasser die Kleidung ausziehen. Die Wunden müssen in der Regel durch Hauttransplantationen geschlossen werden.
Weißer Phosphor ist zudem hochgiftig. Wenn ein Stück verschluckt wird, können Störungen in Magen und Darm, Leberschäden, Stoffwechselstörungen sowie Schäden an Herz und Nieren auftreten.
Rubriklistenbild: © Heiko Rebsch/dpa



