VonUlrike Hagenschließen
Im Teilen Deutschlands ist die Hochwasserlage kritisch. Die Pegelstände der Flüsse steigen weiter. Erreichen die Fluten nun auch den Norden? Die Prognose vom Experten.
Hannover – In Österreich, Polen und Tschechien herrscht mit Überflutungen epischen Ausmaßes der Ausnahmezustand. Doch auch Teile Deutschlands hat der Dauerregen fest im Griff – droht auch Hochwasser im Norden? Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für einige Regionen die Warnstufe 3 ausgerufen. Es drohe „Gefahr für Leib und Leben“ durch Überflutungen und Erdrutsche. Kommt das Starkregen-Wetter mit steigenden Pegelständen jetzt auch im Norden an?
Hochwasserlage spitzt sich zu: Pegelstände der Elbe steigen weiter – auch im Norden
Die Hochwasserlage spitzte sich zuletzt vor allem in Osteuropa dramatisch zu: In Polen, Tschechien und Österreich wurden Zehntausende Menschen evakuiert. Auch in Bayern gelten nach wie vor Warnungen. Am Vormittag sowie im Tagesverlauf soll es vor allem im Osten immer wieder Regen geben, wie der DWD berichtet. Dort steigen die Pegelstände langsam, aber stetig.
In Dresden wurden Schutzmaßnahmen für die Altstadt vorbereitet. Das Technische Hilfswerk rüstet sich für potenzielle Hochwasserlagen im Osten Deutschlands, vor allem entlang der Flüsse Elbe, Neiße und Oder – für die im Verlauf der Woche Hochwasser erwartet werden. Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met sagte gegenüber kreiszeitung.de auch für den Norden ein Anschwellen der Flüsse voraus.
So wird das Wetter der nächsten Tage in Norddeutschland:
- Montag, 16. September: 20 Grad
- Dienstag, 17. September: 22 Grad
- Mittwoch, 18. September: 25 Grad
- Donnerstag, 19. September: 25 Grad
- Freitag, 20. September: 24 Grad
- Samstag, 21. September: 23 Grad
- Sonntag, 22. September: 25 Grad Quelle: Dominik Jung/wetter.net
„Pegel wird deutlich steigen“: Wetterexperte mit Vorhersage für Hochwasser im Norden
„Die Elbe steigt vom Oberlauf“, so Jung, „der Pegel wird DEUTLICH steigen, keine Frage.“ Jedoch werde es keine Zuflüsse vor Ort wird geben: „Das heißt da ist dann ‚Platz‘ für die Flutwelle … daher sollte es nicht das große Drama geben“, prognostiziert der Wetterexperte.
Hochwasserlage im Norden: Landesbetrieb gibt Vorwarnung für die Elbe heraus
Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) meldet derzeit noch keine erhöhten Pegelstände. Jedoch gab die Betriebsstelle Lüneburg am Montag, (16.09.2024) um 10 Uhr eine Vorwarnung für den niedersächsischen Abschnitt der Elbe von Schnackenburg bis Geesthacht heraus.
„Deutlich steigende Wasserstände an niedersächsischen Pegeln“ ab Mitte der Woche erwartet
„Im tschechischen Einzugsgebiet der Elbe und Moldau sind am Wochenende ergiebige Niederschläge gefallen“, heißt es dort. Als Folge seien „starke Wasserstandsanstiege“ im Oberlauf der Elbe zu beobachten. Im niedersächsischen Bereich der unteren Mittelelbe lägen die Wasserstände zwar derzeit auf niedrigem Niveau – ca. 1 Meter unterhalb des mittleren Wasserstandes, jedoch seine „ab Mitte der Woche sind beginnend am Pegel Schnackenburg auch an den niedersächsischen Pegeln deutlich steigende Wasserstände zu erwarten“.
Kein Regen, viel Sonne für den Norden: Experte sagt traumhaften Altweibersommer voraus
Doch anders als in Bayern werden keine Regenfälle die Lage verschärfen, denn dem Norden bleiben nach Aussage von Dominik Jung die heftigen Niederschläge, unter denen der Süden Deutschlands ächzt, komplett erspart: „Es gibt in den nächsten 7 Tagen im Norden keinen Regen!“.
Vielmehr können sich alle Nordlichter – an der Nordsee-Küste, in Niedersachsen, Bremen oder Hamburg – auf wunderschönes Spätsommerwetter freuen: Es gibt „trockenes und teils sonniges Altweibersommerwetter und das die ganze Woche in Norddeutschland“, verspricht Jung. Nach Nebel und Dunst am Morgen gebe es die kommende Woche „immer wieder recht viel Sonnenschein“ und ein „tolles Spätsommerwetter“.
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