VonMarcel Priggeschließen
Eine „historische Wärmewelle“ beeinflusst das Wetter in Niedersachsen. Das Hoch „Rosi“ bringt Rekordtemperaturen. Die Wetter-Vorhersage.
Bremen/Hannover – Die Jahreszeiten scheinen verrückt zu spielen: Nach dem ersten großen Herbststurm in Niedersachsen in diesem Jahr, wird es noch einmal sommerlich im Norden. Ein Wetterexperte spricht sogar von einer „historischen Wärmewelle“. Und das nicht ohne Grund: Denn dieser September soll der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen sein. Doch wie sind die Aussichten in Niedersachsen für die nächsten Tage? Eine Wetter-Prognose.
„Historische Wärmewelle“ rollt über Niedersachsen: Der wärmste September der Wetteraufzeichnungen
Remember, remember, the warmth of September? Das Wetter der vergangenen Wochen könnte in die Geschichtsbücher eingehen. Trotz der Sturmwarnungen in Niedersachsen und dem Herbstwetter scheint es besonders warm gewesen zu sein. Da ist sich Meteorologe Dominik Jung von Wetter.net sicher. Er beschreibt das Wetter der letzten Wochen als eine „historische Wärmewelle“, die den „wärmsten September seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881“ brachte. Das Wetter vom Rekord-September soll auch in den kommenden Tagen Niedersachsen beeinflussen. Denn der Oktober 2023 soll ebenfalls rekordverdächtig warm starten.
„Der September 2023 hat aktuell eine mittlere Temperatur von 17,7 Grad“ beschreibt Jung. Die bisher wärmsten September seit 1881 waren 2006 und 2016 mit 16,9 Grad. Doch damit nicht genug: „Das sonnige, warme und trockene Wetter wird erstmal kein Ende nehmen“ ist sich Jung sicher. Wettermodelle hätten den „Schalter auf Dauerhochdruck umgelegt“, Anfang Oktober sollen im Sudwesten Deutschlands sogar noch einmal 30 Grad möglich sein.
Hoch Rosi „dominiert die Wetterküche“: Niedersachsen-Wetter zeigt sich trotz Herbstanfang sommerlich
Grund dafür ist das Hoch „Rosi“. Dieses „dominiert die Wetterküche in weiten Teilen Europas“, teilen die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) mit. Deutschland liegt auf der Südwestflanke des Hochdruckgebiets, weshalb in den kommenden Tagen klares, warmes Wetter zu erwarten ist. Weshalb auch wunderbar Aurora Borealis beobachtet werden können. Im Norden ist es zu den Polarlichtern gekommen, die Chancen auf weitere Sichtungen stehen derzeit gut.
Wie entsteht ein Hochdruckgebiet?
Hoch Rosi hat Deutschland derzeit fest im Griff. Aber wie entsteht eigentlich ein Hochdruckgebiet? Der Begriff „Hochdruckgebiet“ steht für eine Region mit einem relativ hohen Luftdruck, in dessen Zentrum die höchsten Druckwerte auftreten. Auf Wetterkarten erscheint an dieser Stelle der Buchstabe „H“.
Wenn die Sonne den Erdboden erhitzt, erwärmt sich auch die Luft darüber. Diese warme Luft dehnt sich aus, wird dünner und leichter. Im Zuge dessen steigt die Luftmasse nach oben. In Bodennähe entsteht so Tiefdruckgebiet. Genau so verhält es sich auch, wenn es kalt wird: Die Luft sinkt ab und am Boden bildet sich Hochdruckgebiet.
Doch wie wirkt sich die „historische Wärmewelle“ auf das Niedersachsen-Wetter aus? Nach Angaben des DWD sind die Aussichten für sommerliches Wetter im Norden gut. Am Montag, 25. September, wird es bereits 20 Grad auf den Inseln und 23 Grad im Binnenland warm. Dabei weht ein schwacher bis mäßiger, an der Küste auch frischer Wind aus Süd bis Südwest. Starke Gewitter, wie zuletzt in Niedersachsen, sind derzeit nicht in Sicht.
Temperaturen bis 25 Grad erwartet: So warm wird das Wetter in Niedersachsen
Der Dienstag, 26. September, beginnt zunächst im Nordwesten teils dicht bewölkt. Es soll in Niedersachsen jedoch weitestgehend trocken bleiben. Nach der Auflösung des Nebels, der in der vorausgehenden Nacht auftritt, wird es heiter, mit Temperaturen um die 24 Grad.
Das Wetter in Niedersachsen startet am Mittwoch, 27. September, zunächst wechselnd bewölkt. An der Küste gibt es anfangs noch
schwache Schauer, später vermehrt Auflockerungen, so der DWD. Die Höchstwerte betragen zwischen 19 Grad auf den Inseln bis 24 Grad zwischen Braunschweig und Göttingen.
Lediglich am Donnerstag, 28. September, ziehen teilweise sehr dichte Wolkenfelder durch Niedersachsen und bringen etwas Regen mit sich. Den hohen Temperaturen droht dadurch jedoch kein Aus: 19 Grad wird es auf Borkum und um die 25 Grad im Wendland sowie im Raum Hannover, so der DWD weiter.
Wann kommt der „Wettersturz in den Herbst“? Vorhersagen noch nicht endgültig möglich
In der Trendvorhersage der Wetter-Experten wird zudem deutlich: Das schöne Sommerwetter in Niedersachsen könnte noch einige Zeit bestehen bleiben. Während Anfang Oktober in Bremen mit Höchstwerten um die 22 Grad zu rechnen ist, können bis Dienstag, 3. Oktober, in der Hansestadt sowie in Hannover noch einmal die 25 Grad geknackt werden. „Wann der große Wettersturz in den Herbst kommen wird, kann man heute noch nicht vorhersagen“, teilt Dominik Jung in diesem Zusammenhang mit. Zumindest in den Nächten sei es stellenweise recht frisch. „Das liegt aber eben auch daran, dass die Nächte aktuell schon recht lang sind“, so der Wetterexperte.
