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Andreas Schultz
Matthias Röhrs- Muna Ladwig
Holger Heitmann
Michael Krüger
133.500 Wahlberechtigte dürfen im Landkreis ihre Stimme für Europa abgeben. Spiegelt das lokale Ergebnis den großen Trend wider?
Rotenburg - Wie wählt die Region für Europa? Bis zum heutigen Sonntagabend sind knapp 360 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, das neue EU-Parlament zu wählen, darunter knapp 65 Millionen in Deutschland – und rund 133 .500 aus dem Landkreis Rotenburg. Jede und jeder Wahlberechtigte kann eine von 34 bundesdeutschen Parteien wählen. Ganz oben auf dem 75,5 Zentimeter langen Stimmzettel steht die CDU, die 2019 die meisten Stimmen erhalten hatte. Sie ist auch die einzige Partei, die für die Europawahl eigene Landeslisten aufgestellt hat, weil es in Bayern die CSU gibt. Die anderen Parteien haben Bundeslisten, die FDP hat den Sottrumer Jan-Christoph Oetjen auf Rang fünf gesetzt. Erhalten die deutschen Liberalen mindestens fünf der 720 Sitze im Parlament, ist Oetjen zum zweiten Mal dabei.
215 Wahlbezirke gibt es im Kreis Rotenburg. 1. 500 ehrenamtliche Wahlhelferinnen und Wahlhelfer sind dort aktiv, um 18 Uhr schließen die Wahllokale und es wird ausgezählt. Die kommunalen Ergebnisse werden dann nach und nach veröffentlicht, aber da in Italien die Wahllokale noch bis 23 Uhr geöffnet sind, wird erst in der Nacht ein europaweites Ergebnis erwartet. 2019 haben im Landkreis Rotenburg 62,5 Prozent der Berechtigten ihre Stimme abgegeben, etwa so viel wie bei der Landtagswahl drei Jahre später und sieben Prozentpunkte mehr als bei der Europawahl 2014. Und wie wird es dieses Mal sein? Spiegelt das Ergebnis in der Region den Trend hin zu rechtspopulistischen Parteien wider? Wir beobachten das Geschehen vor Ort und aktualisieren diesen Text fortlaufend.
- 22.15: Die Beteiligung an der Europawahl ist im Landkreis Rotenburg auf 65,6 Prozent gestiegen. 2019 hatten 62,2 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt.
- 21.40 Uhr: Ein Blick auf die Splitterparteien in der Gemeinde Scheeßel, wozu auch „Die Linke“ mit 1,85 Prozent der Stimmen gehört. Sogar „Volt“ liegt mit 2,05 Prozent vor der Linken. Die vergleichsweise bekannte Tierschutzpartei, die im vergangenen Europaparlament mit einem Abgeordneten aus Neu Wulmstorf im Landkreis Harburg vertreten war, erzielt 96 Stimmen (1,34 Prozent). Die Klimaaktivisten sind mit „Letzte Generation“ in der Wählergunst nicht erfolgreich. 13 Stimmen in der Gemeinde gehen an diese neue Partei.
- 21.11 Uhr: Alle 34 Parteien auf dem Europawahlzettel erhalten in Rotenburg wenigstens eine Stimme, klarer Sieger ist auch in der Kreisstadt die CDU. Sie liegt bei 29,28 Prozent, es folgen die SPD mit 18,98, die Grünen mit 13,47 und die AfD mit 12,82 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) schafft es aus dem Stand, fast die FDP (5,38 Prozent) als größte der kleineren Parteien zu verdrängen – 5,27 Prozent. Die Wahlbeteiligung steigt von 56,1 auf 58,46 Prozent.
- 21.10 Uhr: Wer im Internet das Gesamtergebnis für die Europawahl in Scheeßel sucht, findet derzeit nichts. Es gab eine technische Panne, an der Behebung wird gearbeitet, heißt es im Rathaus. Die Stimmen aus den einzelnen Wahllokalen können aber abgerufen werden.
- 21.01 Uhr: Ina Helwig wird deutlich: „Die Ergebnisse sind schlichtweg enttäuschend und keineswegs zufriedenstellend“, sagt die SPD-Unterbezirksvorsitzende. 2019 um fast zehn Punkte abgestürzt, halten die Sozialdemokraten ihren niedrigen Wert nahezu und liegen bei 17,34 Prozent. „Für uns vor Ort heißt es jetzt erst recht für die Sozialdemokratie zu kämpfen.“ Es sei nicht gelungen, in Berlin „ in der Ampelkoalition der Partner zu sein, der mit der nötigen Ruhe den Laden zusammenhält, trotzdem aber deutliche sozialdemokratische Ziele durchsetzt und Erfolge auch kommuniziert!“ Dass nun die Rechten profitierten, sei den Herausforderungen der Zeit „nicht zuträglich“.
- 20.56 Uhr: Gute Wahlbeteiligung in Sottrum: Von 11 804 Wahlberechtigten in der Samtgemeinde haben 8 164 gewählt, also 69,16 Prozent. Die CDU bleibt mit 2 667 Stimmen und 32,82 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von der SPD (18,59 Prozent), AfD (13,39), Grüne (10,98) und FDP (6,84).
- 20.55 Uhr: Auch für Visselhövede liegt das vorläufige Endergebnis vor: Insgesamt wurden 5039 gültige Stimmen gezählt, das ergibt eine Wahlbeteiligung von 63,05 Prozent. Die CDU liegt mit 1855 Stimmen klar vorne und legt zum Ergebnis der Europawahl von 2019 um 316 Stimmen zu. Die klaren Verlierer sind die Grünen, sie verlieren in Visselhövede zur Wahl von 2019 494 Stimmen. Die SPD verliert 62 Stimmen und die Linke verliert 54 Stimmen. Die AfD kann 333 Stimmen mehr verzeichnen. Auch die FDP legt mit 24 Stimmen zu. Das neue BSW bekommt insgesamt 210 Stimmen.
- 20.50 Uhr: Das vorläufige Endergebnis für die Gemeinde Scheeßel liegt vor: Die CDU kommt auf 2787 Stimmen und verbessert sich deutlich zur Europawahl 2019 mit damals 2300 Stimmen. Die Grünen müssen einen deutlichen Verlust hinnehmen: Von 1482 rutschen sie auf 780 Stimmen ab. Die SPD hält ihre Stimmenzahl: Aktuell 1174, 2019 1106. Die AfD legt zu. Sie kommt von 437 Stimmen (2019) auf jetzt 836 Stimmen. Die FDP liegt gleichauf mit der vorangegangenen Wahl: 373 Stimmen. Das neue BSW verbucht insgesamt 265 Stimmen.
- 20.46 Uhr: Lange muss Jan-Christoph Oetjen am Wahlabend auf der FDP-Wahlparty in Hannover um seinen Wiedereinzug ins EU-Parlament zittern. Der 46-jährige Sottrumer verfolgt als Kreisvorsitzender aber natürlich auch das Ergebnis vor Ort. Im Landkreis hatten die Liberalen vor fünf Jahren deutliche Gewinne verzeichnet, und sie blieben stabil. 5,1 Prozent sind es. Für Oetjen eine Bestätigung, dass die FDP auch im ländlichen Raum punkten kann, sagte er.
- 20.45 Uhr: Nicht ganz so stark wie auf Bundesebene, aber trotzdem verdoppelt die AfD im Landkreis mit beachtlichen 13,3 Prozent das Ergebnis von 2019 fast. Die Kreisvorsitzende Marie-Thérèse Kaiser ist entsprechend gut gelaunt bei der Wahlparty in Berlin und sagt: „Wir haben einen harten Wahlkampf vor Ort geführt, und das unter erschwerten Bedingungen. Wir finden kaum Räumlichkeiten für Versammlungen.“ Bundesweit hätten „Medien“ versucht, die AfD „zu diffamieren“. Das Abschneiden sei gerade deswegen „mehr als zufriedenstellend“. Insbesondere bei jüngeren Wählern habe die AfD gepunktet, auch im Landkreis. Dass diese nicht mehr die Grünen, sondern die AfD wählen, sei eine „schöne Wendung“. Der Zulauf sei groß – auch bei den Mitgliedern im Landkreis Rotenburg.
- 20.44 Uhr: Der Höhenflug der Grünen ist vorbei – auch im Landkreis. 2019 um 11,8 Punkte auf 21,5 Prozent gesprungen, sind es mit 9,8 Prozent noch weniger als 2014. Die Kreisverbandsvorsitzenden Renate Warren und Sven Kielau machen folglich aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl. Gerade bei jüngeren Wählern habe man massiv verloren. Kielau: „Wir müssen unsere Botschaften positiver und einfacher näherbringen.“ Inhaltlich müsse man den Weg aber fortsetzen: „Jetzt erst Recht!“ Leider profitierten bei dieser Wahl aber vor allem „Lügner und Halbwahrheitenverbreiter wie die AfD und BSW“.
- 20.43 Uhr: Wahlsieger im Bund, Wahlsieger auch vor Ort. Der CDU legt auch im Kreis mit gut drei Punkten wieder zu und holt 38,4 Prozent der Stimmen. 2019 war die CDU im Landkreis um 12,4 Punkte abgestürzt. CDU-Kreisvorsitzender Marco Mohrmann ist auch Generalsekretär in Niedersachsen und freut sich über die Zugewinne in Kreis und Land. „Im Landkreis Rotenburg liegen wir mit tollen Wahlergebnissen und Zugewinnen noch mal deutlich über den Werten im Land und Bund. Das ist eine große Motivation und Auftrag für unsere weitere Arbeit ganz konkret“, teilt er am Wahlabend gut gelaunt mit.
- 19.45 Uhr: 1429 Wählerinnen und Wähler haben in der Gemeinde Scheeßel die Briefwahl genutzt.. Die CDU liegt bei den Briefwählern mit 547 Stimmen vorn. Das BSW hat 49 Stimmen der Briefwähler auf sich vereinigt , in den Wahllokalen liegt die höchste BSW-Zahl bislang bei 19 in der Beekeschule.
- 19.10 Uhr: In der Gemeinde Scheeßel ist Wittkopsbostel eine Hochburg der AfD. 39 von insgesamt 241 Stimmen gehen an die Partei.
- 19.06 Uhr: Der Wahlbezirk BBS Lohmarkt in Rotenburg ist ausgezählt. Die AfD ist hier mit 21,45 Prozent der Stimmen stärkste Partei.
- 18.55 Uhr: Die SPD ist in der Samtgemeinde Fintel mit 15,43 Prozent an zweiter Position. Die CDU hat momentan 42 Prozent.
- 18.52 Uhr: In Visselhövede zeichnet sich ein erster Trend ab. Die CDU ist mit 42,13 Prozent weit vorne. Zweitstärkste Kraft ist aktuell die AfD.
- 18.49 Uhr: Im Gebäude der BBS Rotenburg läuft die kreisweite Auszählung der Briefwahlstimmen. Landrat Marco Prietz freut sich über viele Briefwähler und hofft insgesamt auf eine höhere Wahlbeteiligung im Kreis als 2019. Damals waren es 62,2 Prozent.
- 18.46 Uhr: Was ist nur in Borchel los? Einst bei nahezu 100 Prozent, holt die CDU hier nur 51,97 Prozent. Eine Stimme bekommt in dem landwirtschaftlich geprägten Moordorf die Tierschutzpartei.
- 18.45 Uhr: Die Ergebnisse aus Bartelsdorf liegen vor: Auch hier ist die CDU mit 43,84 Prozent vorne, die Grünen liegen aber mit 11,82 Prozent deutlich vor der SPD mit 9,85 Prozent.
- 18.41 Uhr: Unterstedt ist heute gehörig auf den Beinen und feiert einen tollen „Tag der Endspiele“ mit den Fußball-Kreispokalfinals. Trotzdem wurde auch dort gewählt - und es ist das erste Rotenburger Wahllokal, das ausgezählt ist. Gewonnen hat hier die CDU mit satten 34,13 Prozent, es folgen SPD mit 17,79, AfD mit 13,46 und die Grünen mit 11,78 Prozent.
- 18:40 Uhr: Aus Scheeßel liegen die ersten Ergebnisse vor. Im kleinsten Wahllokale der Gemeinde in Sothel erhält die CDU mehr als 62 Prozent der Stimmen und die SPD kommt auf 8,7 Prozent.
- 18.26 Uhr: Im Stadtgebiet Visselhövede sind Wehnsen, Drögenbostel und Bleckwedel ausgezählt - mit einer Wahlbeteiligung von 53,09 Prozent bis 71,58 Prozent.
- 18.11 Uhr: Westerwalsede hat gewonnen! Bothels Mitgliedsgemeinde ist der erste Wahlbezirk im Landkreis, der ausgezählt ist. Nach und nach fließen jetzt die Ergebnisse ein.
- 18.07 Uhr: 5,0 Prozent nach den Prognosen von ARD und ZDF für die FDP. Das könnte für Jan-Christoph Oetjen auf Platz fünf der FDP-Liste reichen, weiter einer von 96 EU-Abgeordneten aus Deutschland zu bleiben. Es ist aber eine extrem knappe Zitterpartie. „Ich hätte gerne ein eindeutigeres Ergebnis gehabt“, gibt auch der Abgeordnete zu. Immerhin: Das Ergebnis der FDP sei stabil.
- 18 Uhr: In Bötersen wird es offiziell. „Ich erkläre diese Wahl hiermit für beendet“, sagt Wahlleiter Frank Ottens. Kurz darauf landen die Stimmzettel des Wahllokals Grundschule Bötersen zur Vorbereitung der Auszählung auf dem großen Tisch in der Aula.
- 17.44 Uhr: Der Sottrumer Jan-Christoph Oetjen fiebert auf der Wahlparty der FDP in Hannover den ersten Hochrechnungen entgegen. Er sei angespannt, sagt er. Mehr als fünf Prozent für die FDP braucht er.
- 16.45 Uhr Premiere geglückt, lautet ein Fazit der Europawahl in Scheeßel, bevor die Stimmen ausgezählt werden. Im Beekeort gibt es drei neue Wahllokale und die Wählerinnen und Wähler sind nur sehr vereinzelt in ihrem „alten“ Wahllokale gelandet. Was sich auch schon früh bemerkbar macht: Die Wahlbeteiligung scheint besser zu sein als bei der vorangegangenen Europawahl. „Niemand steht an, aber es ist stetig etwas los“, sagt Wahlvorstand Antonia Kracke im neuen Wahllokal in der Cafeteria der Sporthalle der Beekeschule.
- 16.32 Uhr: Briefwahl wird immer beliebter. Ist ja auch komfortabel: Entweder per Post abstimmen oder vorab im Rathaus wählen gehen, weil man am Wahlsonntag anderes vorhat. Das geht. Das bedeutet aber auch viel Arbeit bei der zentralen Auszählung in den BBS Rotenburg. Aus Visselhövede ist zu hören: Gegen 17 Uhr wird die letzte Fuhre der Briefwahlumschläge von dort (insgesamt gab es in Vissel etwa 1400 Briefwähler) nach Rotenburg gefahren.
- 16.24 Uhr: Die Ergebnisse hier vor Ort können auf der Website des Landkreises verfolgt werden. Und natürlich hier.
- 16.19 Uhr: In den BBS in Rotenburg treffen sich 200 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer aus der Mitarbeiterschaft des Landkreises in 30 Briefwahlvorständen, um die Briefwahl auszuzählen.
- 16 Uhr: Die Wahlbeteiligung vor fünf Jahren lag im Landkreis Rotenburg bei 62,5 Prozent. Wie hoch wird sie in diesem Jahr sein? Beim Besuch im Wahllokal der Berufsbildenden Schulen an der Verdener Straße heißt gegen 15 Uhr: 60 bis 65 Prozent der Wahlberechtigten dort seien schon dagewesen. Erfreulich!






