VonMichael Krügerschließen
Karfreitag öffnet der Beachclub am Rotenburger Weichelsee: Das Strandgold startet in seine dritte Saison. Die öffentliche Kritik des vergangenen Jahres hinterlässt aber Folgen.
Rotenburg – Optimistisch bleibt er. Dennoch sind die vergangenen Monate mit viel öffentlicher Kritik nicht spurlos an Roland Nielebock vorbeigezogen. „Wenn ich könnte, würde ich einfach alles wieder abbauen“, sagt der Investor etwas trotzig. Er tut das natürlich nicht. Stattdessen startet der Beachclub Strandgold am Rotenburger Weichelsee an diesem langen Osterwochenende in die nunmehr dritte Saison. Es gibt viele Pläne – allerdings sehen die mittlerweile anders aus als noch zu Beginn des Projekts.
Hätte ich das vorher alles gewusst, hätte ich es nie gemacht. Aber jetzt sitzt man hier bei 13 Grad und Sonnenschein, und es fühlt sich irgendwo doch richtig an.
Nielebock und sein Geschäftspartner Malte Janßen sitzen an diesem Gründonnerstag auf einer Bank, die Füße im Sand, Sonnenbrillen auf. Im Hintergrund läuft bereits etwas Musik. Es ist der Tag vor der Eröffnung. So früh? „Ich habe richtig Bock nach drei Monaten Pause“, sagt Janßen. „Wir wollen es einfach mal ausprobieren, ob es schon funktioniert“, ergänzt Nielebock. Mut machen den beiden und ihrem 30-köpfigen Team die Erfahrungen des ersten „WinterZauberStrands“. „Ich war erst dagegen“, gesteht Nielebock, der sich von seinen Kollegen überzeugen lassen musste, dass es nach der Sommersaison 2022 mit durchwachsenem Ergebnis auch mit einem kleinen Weihnachtsspektakel an den Adventswochenenden am Weichelsee klappen könnte. Es hat geklappt. „Es war eine sehr gute Entscheidung für Rotenburg“, weiß der Scheeßeler Nielebrock jetzt. Die Abende vor allem mit Livemusik im Zelt und an den Feuerschalen davor waren sehr gut besucht, einige Weihnachtsfeiern habe es gegeben. „Wir entwickeln uns langsam zu einer Eventlocation für alle“, betont Janßen.
Kontakt und Infos
Alle Infos zu den geplanten Veranstaltungen im Stradgold finden sich auf der Facebook-Seite des Beachclubs. Weitere Infos zum Beispiel zum Camping am See oder der Buchung privater Feiern über die Website.
Dabei wissen die Geschäftsführer, dass längst nicht alles rund lief bislang. Die erste Saison des Beachclubs mitten in der Pandemie musste mit einem Provisorium starten, mit dem Lieferanten der Überseecontainer für Küche und Bar sei man „auf den Arsch gefallen“, wie sie sagten. Zum Ende der vergangenen Saison gab es dann eine Unterschriftensammlung einiger Anwohner, die eine zu große Lärmbelästigung kritisierten. Im Rathaus wurde bei einer Versammlung öffentlich darüber diskutiert und vor allem gestritten. Nielebocks Einladung an die Anwohner, beim Winterzauber mal persönlich vorbeizuschauen, nahmen nur wenige Kritiker und „Gegner“, wie er sagt, an. Immerhin: Weihnachten gab es keine Beschwerden mehr. Nun wird nach vorne geschaut.
Und es wird investiert. Auch wenn das benachbarte Großprojekt Gastronomie-Komplex mit Veranstaltungssaal vorerst wegen der unklaren Anwohnersituation sowie Coronafolgen auf Eis liegt, schreitet der Beachclub selbst voran. Es gibt neue Möbel, die Dachterrasse wird überdacht, im Freibereich gibt es ein großes Sonnen- und Regensegel, die Toilettencontainer haben eine Holzverkleidung bekommen. „Wir hoffen einfach das Beste“, sagt Nielebock. „Den Kopf in den Sand zu stecken, bringt ja nichts.“
Bis September laufe die Saison nun, nach einer kurzen Pause werde auf jeden Fall schon Mitte November der zweite „WinterZauberStrand“ folgen. Bei den großen Veranstaltungen habe man nach der Kritik abgespeckt, obwohl nach den Vereinbarungen mit der Stadt deutlich mehr möglich wäre. Große Partys gibt es nur noch am Himmelfahrtstag und im Juli bei der „Summer Sensation“, zudem viele kleinere Aktionen zu den regulären Öffnungszeiten. Dazu gehöre der Familientag am Pfingstmontag ebenso wie ein Flohmarkt am 4. Juni und ein Bingo-Abend. After-Work-Partys werde es je nach Wetterlage auch immer mal wieder geben, dazu private Feiern oder Firmenveranstaltungen. Auch die erste Hochzeit sei im Strandgold geplant.
Das alte „Strandhouse“ nebenan wird vorerst bleiben – ohne jedoch wieder zu öffnen. Ob Nielebock und seine Partner dort weiter investieren werden, werde sich zeigen: „Irgendwann schieben wir es weg, wenn wir auf schwarze Zahlen kommen.“

