Schmutzwasserkanal überlastet: Kläranlage in Diepholz erreicht Kapazitätsgrenze

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Die Kläranlage in Diepholz hat ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Der Schmutzwasserkanal ist überlastet. Bürgermeister Florian Marré appeliert: „Leiten Sie kein Grundwasser mehr in den Schmutzwasserkanal.“

Diepholz – Die Stadt Diepholz bekommt die Nachwirkungen der jüngsten Hochwasserlage zu spüren: Ihre Kläranlage kämpft momentan gegen massive Wassermengen an. Aktuell führt das Schmutzwasserkanalnetz die bis zu vierfache Menge als gewöhnlich. „Wir haben unsere Kapazitätsgrenze erreicht“, sagt Bürgermeister Florian Marré. Sein Appell an die Diepholzer Bürger: „Leiten Sie kein Grundwasser mehr in den Schmutzwasserkanal.“

Bürgermeister Marré: Grundwasser gehört nicht in Schmutzwasserkanal

Das Diepholzer Klärwerk erreicht seine Kapazitätsgrenze.

In diesem Zuge macht Marré auch deutlich, dass Grundwasser ohnehin nicht in die Schmutzwasserleitungen gehört. Dafür sei das Regenwasserkanalnetz vorgesehen. Ein gewisser Fremdwasseranteil durch Fehlanschlüsse oder defekte Leitungen sei zwar grundsätzlich üblich, Werte wie die aktuellen seien allerdings nur durch die Auswirkungen der Hochwasserlage zu erklären, so der Bürgermeister.

Hochwasser in Norddeutschland – Die Bilder der extremen Wetterlage

Verden von oben fotografiert. Die Aller ist bis in die Altstadt über die Ufer getreten.
In Verden ist die Aller über ihre Ufer getreten. Die Südbrücke in die Altstadt wurde am Freitag wegen des Hochwassers gesperrt. © dpa
Hochwasser und Überschwemmungen der Aller in der Region Heidekreis nach tagelangen starken Regenfällen.
Auch der Heidekreis in Niedersachsen ist nicht vor Überschwemmungen gefeit. Bis zum Jahreswechsel könnten Regen und Sturm die Lage weiter verschlechtern. © Ulrich Stamm/IMAGO
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag © Oliver Siedenberg
Umgeben von Wasser ist dieser Feldhase.
Umgeben von Wasser ist dieser Feldhase. © Dorn
Feuerwehrleute stehen in der Nacht am Deich und reichen Sandsäcke.
Mit Sandsäcken bauten die Einsatzkräfte Quellkaden auf, um die Schadstellen einzugrenzen. © Kreisfeuerwehr Verden/Oestmann
Hochwasser in Niedersachsen: Eine vom Wasser überspülte und abgesperrte Straße.
Die L330 zwischen Hoya und Hassel ist seit Donnerstagnachmittag wegen des Hochwassers unpassierbar. © Moritz Frankenberg/dpa
Einsatzkräfte bauen eine Sandsacke-Sperre gegen Hochwasser.
Auch am Serengeti-Park in Hodenhagen sind viele Helfer im Einsatz gegen das Hochwasser. © Philipp Schulze/dpa
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag © Oliver Siedenberg
Hochwasser in Niedersachsen - Lilienthal Wörpe Wümme
Ein Gartenhaus steht hinter einem durchweichten Deichabschnitt an der Wörpe in Lilienthal. Durch das Hochwasser des Flusses sowie der nahegelegenen Wümme gab es in der Nacht einen Deichriss. © Focke Strangmann/dpa
Der Serengeti Park Hodenhagen von oben fotografiert. Mehrere Flächen sind überflutet.
Der Serengeti-Park in Hodenhagen steht teilweise unter Wasser. Viele Tiere müssen evakuiert werden. © Philipp Schulze/dpa
Serengeti-Park-Leiter Fabrizio Sepe begleitet Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) laufen auf einer Straße.
Serengeti-Park-Leiter Fabrizio Sepe begleitet Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in der aktuen Hochwasser-Lage. © Klaus Müller
Heidschnucken-Rettung der DLRG ist im vollen Gange.
Mehrere Heidschnucken wurden am Mittwoch von der DLRG in der Nähe von Hannover vor dem Hochwasser gerettet. © Karsten Hölscher/dpa/DRLG Wedemark
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover Hochwasser und Überschwemmungen der Leine
Hochwasser und Überschwemmungen bei Hannover © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Überschwemmungen in der Region Hannover  © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Hochwasser und Überschwemmungen der Leine. © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Überschwemmungen in der Region Hannover. © Ulrich Stamm/Imago
Hochwasser in Niedersachsen, Hagen-Grinden
Ein Wohnhaus am Deich auf der Weserinsel Hagen-Grinden. Das Hochwasser ist auch hier angekommen. © Christof Dathe/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Weser
Eine Schild „Parkplatz für Busse“ schaut aus dem Hochwasser. Der Wasserstand der Weser ist in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Angesichts anhaltender Regenfälle und gesättigter Böden bleibt die Hochwassergefahr in Teilen von Deutschland hoch. © Friso Gentsch/dpa
Hochwasser in Bremen-Borgfeld: Anwohner transportiert Nachbarn per Kanu
Ein Mann in Bremen-Borgfeld half per Kanu. Er brachte Anwohner zu ihren Häusern und transportierte Pumpen für die Feuerwehr. © Nord-West-Media TV
Die Feuerwehr deponierte Sandsäcke an der Astruper Straße.
Die Feuerwehr deponierte Sandsäcke an der Astruper Straße. © Archiv: Feuerwehr
Ein Trecker zieht einen Wohnwagen vom Wieltsee weg. Die Weser ist in Dreye über die Ufer getreten.
Ein Trecker zieht einen Wohnwagen vom Wieltsee weg. Die Weser ist in Dreye über die Ufer getreten. © Sigi Schritt
Hochwasser in Niedersachsen – Oker
Die hochwasserführende Oker überflutet in Oker teilweise die Promenade. Für die Flussgebiete der Oker und der Innerste warnte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vor einer weiteren Verschärfung der Hochwasserlage. © Thomas Schulz/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Sarstedt
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, steht am Fluss Innerste im Landkreis Hildesheim. Weil machte sich an verschiedenen Orten ein Bild der angespannten Hochwassersituation in Niedersachsen. © Julian Stratenschulte/dpa
Der Lauf des Klosterbachs in Stuhr ist mittig noch zu erkennen. Das Wasser ist an Weihnachten jedoch weit über das Ufer getreten.
Der Lauf des Klosterbachs in Stuhr ist mittig noch zu erkennen. Das Wasser ist an Weihnachten jedoch weit über das Ufer getreten. © Rainer Jysch
Hochwasser in Niedersachsen
Das Hochwasser am Weserwehr im Landkreis Verden (Aufnahme mit Drohne). Zufahrt und Durchfahrt sind seit Weihnachten gesperrt. Laut der Behörden in Niedersachsen bleibt die Hochwasser-Lage in den nächsten Tagen weiter angespannt. © Christof Dathe/dpa
Stadtspeicher Hochwasser
Mit „Big Packs“ wird die Mauer am Rotenburger Stadtspeicher gestützt. © Michael Krüger
Hochwasser Samtgemeinde Hoya
Hochwasser Samtgemeinde Hoya © Oliver Siedenberg
Hochwasser in Niedersachsen - Okertalsperre
Die Hochwasserentlastungsanlage lässt Wasser aus der komplett gefüllten Okertalsperre im Harz. © Julian Stratenschulte/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Leda
Hochwasser vom Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Leda
Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen die Ortschaft zu sichern, nachdem das Hochwasser vom Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda, über die Deiche trat. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Feuerwehr
Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen mit Sandsäcken das Wasser in Schach zu halten. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Schloss Marienburg
Das Schloss Marienburg in der Region Hannover steht vor überfluteten Feldern am Fluss Leine. © Julian Stratenschulte/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Ruthe im Landkreis Hildesheim
Hochwasser in Niedersachsen: Der Fluss Innerste mündet an der Ortschaft Ruthe im Landkreis Hildesheim in den Fluss Leine. © Julian Stratenschulte/dpa

Dadurch sei das Schmutzwasserkanalnetz in Diepholz „stark überlastet“, sagt Marré. „Statt der circa 2 800 Kubikmeter pro Tag landen derzeit mehr als 11 000 Kubikmeter Abwasser im Zulauf der Kläranlage“, berichtet er, Der Hauptgrund dafür sind aus Sicht der Stadtverwaltung angeschlossene Pumpen und Drainagen von Grundstückseigentümern, „die überschüssiges Grundwasser fälschlicherweise in den Schmutzwasserkanal statt in den Regenwasserkanal leiten“.

Bei weiteren Regenfällen droht Abwasser aus Schächten auszutreten

Das sei laut Florian Marré zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch kein Grund zur Panik, denn „wir haben eine große Kläranlage und ein gutes Kanalnetz“. Sollten allerdings in naher Zukunft noch einmal stärkere Regenfälle in Diepholz auftreten, drohen Probleme. Florian Marré erläutert: „Schmutzwasser könnte aus den Schächten der Straße austreten.“ Zudem könnte es sein, dass das Abwasser weit in die Hausanschlussleitungen zurückdrückt, so der Bürgermeister. Im schlimmsten Fall droht, „dass das Wasser dann aus der Toilette herauskommt“.

Appell der Stadt Diepholz: Grundwasser korret ableiten

Damit genau das nicht passiert, ist die Stadt Diepholz auf Unterstützung und Weitsicht der Bürger angewiesen. Wer überschüssiges Grundwasser – zum Beispiel aus dem Keller oder vom Grundstück – ableiten will oder gegebenenfalls sogar muss, solle dringend darauf achten, dass es in den Regenwasserkanal fließt. „Wenn Sie Wasser in einen Kanal pumpen, um Ihr Grundstück zu entlasten, sorgen Sie dafür, dass Sie es nicht in den Schmutzwasserkanal leiten“, wendet sich der Bürgermeister direkt an die Diepholzer.

Andernfalls, so Marré, drohen „unkomfortable Maßnahmen“. Als Beispiele nennt er Mobiltoiletten, die „in anderen Gemeinden bereits aufgebaut wurden“, oder Aufrufe an Privatpersonen, nicht mehr in die Badewanne zu steigen. Marré: „So weit wollen wir natürlich nicht gehen und das sollte auf jeden Fall verhindert werden.“

Rubriklistenbild: © Edgar Haab

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