Westwetterlage hält an

Schwerer Herbststurm rollt heran: Hochwassergefahr für Bremen und Niedersachsen

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Viel Regen und Sturm. Das Wetter bleibt im Norden ungemütlich – und mitunter gefährlich: Die Karte oben rechts zeigen die Regensummen bis zum 22. November 2023. Regional seien bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter möglich.
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Schauer und Sturm: Ein schwerer Herbststurm rollt auf Niedersachsen und Bremen zu. Die Hochwasser-Gefahr für Norddeutschland steigt.

Hannover/Bremen – Ein andauerndes Tiefdruck-System über Nordeuropa sorgt weiterhin für ein wechselhaftes und mitunter gefährliches Herbstwetter mit milden Temperaturen und viel Regen. Ein Wechsel ist nicht in Sicht: „Die stramme Westwetterlage bleibt uns erhalten – vielleicht bis in den Winter“, sagt auch Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.

So bleibt es vorerst nass und stürmisch: In seinem Lagebericht vom Montag, 6. November, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Sturmböen an der Nordsee. Auch einzelne Gewitter sowie Schauer seien möglich. Die Woche startet in Niedersachsen und Bremen mit Windböen von bis zu 80 Kilometern pro Stunde. Laut DWD-Prognosen kommt es außerdem zu einzelnen Gewittern und Schauern. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 11 und 13 Grad.

Schwerer Herbststurm bringt Gewitter und Schauer in den Norden: Ab Donnerstag wird es kritisch

Daran soll sich auch in den nächsten Tagen wenig ändern: In der Nacht zum Dienstag sinken die Temperaturen auf bis zu 8 Grad ab. Im Tagesverlauf soll der Wind mäßig bis böig sein, auch sind weiterhin Gewitter und einzelne Schauer bei 11 Grad möglich.

Und auch am Mittwoch geht es stürmisch weiter, vor allem an der Küste, wo Windstärken von bis zu 88 Kilometern pro Stunde auftreten können. Bereits vergangene Woche ist eine Frau im Harz umgekommen, nachdem sie von einem umfallenden Baum erschlagen wurde.

Am Donnerstag, 9. November, verschärft sich die Lage dann sogar nochmal: An der Nordsee-Küste sind laut Wetterdienst schwere Sturmböen möglich, die starke Gewitter und Schauer mit sich bringen. Daran ändert sich auch am Freitag wenig, die Tiefstwerte liegen bei sechs Grad.

Viel Regen und Wind: Hochwassergefahr in Teilen Deutschlands – auch in Bremen und Niedersachsen

Diese sogenannte Westwetterlage sorge in Teilen Deutschlands für Hochwassergefahr, sagt Wetter-Experte Jung: „Besonders in Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Hessen und Baden-Württemberg sind die Flüsse randvoll. Ein größeres Hochwasser deutet sich zwar noch nicht an, allerdings sollte man die Pegel in den nächsten Tagen gut im Auge behalten.“

Auch für Niedersachsen und Bremen gilt: Das milde Wetter birgt einiges an Unwetter-Potential. Hochwasser, bis hin zu Orkanen drohen.

„Der Herbst 2023 ist auf bestem Weg, einen neuen Rekord aufzustellen“

Das anhaltende nasse Wetter habe aber auch gute Seiten, so Jung: „Der Grundwasserspiegel ist regional wieder deutlich angestiegen. Die Wasserreserven füllen sich auf.“

Zudem stiegen nächste Woche die Höchstwerte sogar noch etwas weiter an. Regional seien dann sogar bis zu 16 oder 17 Grad möglich. „Nachdem bereits September und Oktober deutlich zu warm ausgefallen sind, könnte auch der November in Deutschland sehr mild ausfallen“, so Jung: „Der Herbst 2023 ist auf bestem Weg, einen neuen Rekord aufzustellen.“

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