„Jahrhundertereignis“

„Wasser steht bis zur Hüfte“: Serengeti-Park-Video zeigt Einsatz für Sicherheit der Tiere

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Der Serengeti-Park in Hodenhagen ist derzeit besonders hart vom Hochwasser in Niedersachsen betroffen. Und für das Wochenende kündigt sich neuer Regen an.

Update von Donnerstag, 28. Dezember, 18.45 Uhr: Im Serengeti-Park sind mittlerweile rund 120 Tiere auf dem Gelände in neue Behausungen gebracht worden. Auf Facebook hat das Team soeben ein Update zur aktuellen Situation veröffentlicht. Demnach sich unter anderem Husaren, Präriehunde, Erdmännchen, Kattas, Varis, Agutis vor dem Hochwasser in Sicherheit gebracht worden.

Menschen, die dem Serengeti-Park helfen möchten, sollten sich auf der Facebook-Seite des Parks informieren, ob gerade Hilfe benötigt werde und welche genau. „Sollten wir spezielle Dinge benötigen, werden wir Euch hier darüber informieren und um Unterstützung bitten“, heißt es dort. Weil die zentrale Stromversorgung ausgefallen und die Büros nicht betretbar sind, sei das Team darüber hinaus derzeit nur schwer telefonisch erreichbar.

Die Tiere in der Serengeti-Safari seien aktuell nicht vom Hochwasser betroffen. Dieser Teil des Geländes sei bisher von den Wassermassen verschont geblieben, heißt es vonseiten des Teams. „Dafür hat es die Masai-Mara und die Dschungel-Safari um so schlimmer erwischt.“ In einem Facebook-Video sind die Bemühungen der Helfer vor Ort sichtbar – unter anderem der Transport einzelner Tiere in Transportboxen. Park-Leiter Fabrizio Sepe erklärt darin, wie stark der Park bislang von dem Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Erstmeldung von Donnerstag, 28. Dezember, 16 Uhr: Hodenhagen – Seit mehreren Tagen steht Hochwasser in großen Teilen des Serengeti-Parks. Dabei ist der Scheitelpunkt des in weiten Teilen Niedersachsens wütenden Hochwassers wahrscheinlich noch gar nicht erreicht. Park-Sprecherin Asta Knoth schaut deshalb mit Sorge auf die kommenden Tage. Dabei haben das Team um Park-Leiter Fabrizio Sepe und weitere Einsatzkräfte vor Ort schon jetzt genug zu tun. Entgegen früherer Prognosen war der Pegel des Wassers auch in der Nacht auf Donnerstag noch einmal besorgniserregend gestiegen.

Seit gestern wurden und werden verschiedene Tiere innerhalb des Geländes aus ihren Gehegen evakuiert und in passende Behelfsunterkünfte gebracht“, berichtet Sprecherin Knoth im Gespräch mit kreiszeitung.de am Donnerstag, 28. Dezember. Was das für Unterkünfte sind, müsse von Tier zu Tier neu entschieden werden. Manche kämen beispielsweise in Transportboxen, andere in Gehegen unter, in denen noch Platz für miteinander gut auskommende Tiere ist. „Jeweils den Bedürfnissen entsprechend.“

Der Serengeti-Park in Hodenhagen steht teilweise unter Wasser. Viele Tiere müssen evakuiert werden.

Im Serengeti-Park steht beim Hochwasser die Gesundheit der Tiere an erster Stelle

Bei allem stehe die Gesundheit der Tiere an erster Stelle. Bislang seien keine Bewohner des Parks zu Schaden gekommen, berichtet die Sprecherin am Donnerstagnachmittag. Bereits am Mittwoch hatte das Team im Serengeti-Park die Stromversorgung in den für die Tiere wichtigen Bereichen wieder gesichert. Mehrere Trafostationen mussten infolge des steigenden Wassers abgeschaltet werden, um Stromschläge und Folgeschäden zu verhindern.

Hochwasser in Norddeutschland – Die Bilder der extremen Wetterlage

Verden von oben fotografiert. Die Aller ist bis in die Altstadt über die Ufer getreten.
In Verden ist die Aller über ihre Ufer getreten. Die Südbrücke in die Altstadt wurde am Freitag wegen des Hochwassers gesperrt. © dpa
Hochwasser und Überschwemmungen der Aller in der Region Heidekreis nach tagelangen starken Regenfällen.
Auch der Heidekreis in Niedersachsen ist nicht vor Überschwemmungen gefeit. Bis zum Jahreswechsel könnten Regen und Sturm die Lage weiter verschlechtern. © Ulrich Stamm/IMAGO
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag © Oliver Siedenberg
Umgeben von Wasser ist dieser Feldhase.
Umgeben von Wasser ist dieser Feldhase. © Dorn
Feuerwehrleute stehen in der Nacht am Deich und reichen Sandsäcke.
Mit Sandsäcken bauten die Einsatzkräfte Quellkaden auf, um die Schadstellen einzugrenzen. © Kreisfeuerwehr Verden/Oestmann
Hochwasser in Niedersachsen: Eine vom Wasser überspülte und abgesperrte Straße.
Die L330 zwischen Hoya und Hassel ist seit Donnerstagnachmittag wegen des Hochwassers unpassierbar. © Moritz Frankenberg/dpa
Einsatzkräfte bauen eine Sandsacke-Sperre gegen Hochwasser.
Auch am Serengeti-Park in Hodenhagen sind viele Helfer im Einsatz gegen das Hochwasser. © Philipp Schulze/dpa
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag
Hochwasser in Hoya: Impressionen von Donnerstag © Oliver Siedenberg
Hochwasser in Niedersachsen - Lilienthal Wörpe Wümme
Ein Gartenhaus steht hinter einem durchweichten Deichabschnitt an der Wörpe in Lilienthal. Durch das Hochwasser des Flusses sowie der nahegelegenen Wümme gab es in der Nacht einen Deichriss. © Focke Strangmann/dpa
Der Serengeti Park Hodenhagen von oben fotografiert. Mehrere Flächen sind überflutet.
Der Serengeti-Park in Hodenhagen steht teilweise unter Wasser. Viele Tiere müssen evakuiert werden. © Philipp Schulze/dpa
Serengeti-Park-Leiter Fabrizio Sepe begleitet Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) laufen auf einer Straße.
Serengeti-Park-Leiter Fabrizio Sepe begleitet Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in der aktuen Hochwasser-Lage. © Klaus Müller
Heidschnucken-Rettung der DLRG ist im vollen Gange.
Mehrere Heidschnucken wurden am Mittwoch von der DLRG in der Nähe von Hannover vor dem Hochwasser gerettet. © Karsten Hölscher/dpa/DRLG Wedemark
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover Hochwasser und Überschwemmungen der Leine
Hochwasser und Überschwemmungen bei Hannover © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Überschwemmungen in der Region Hannover  © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Hochwasser und Überschwemmungen der Leine. © Ulrich Stamm/Imago
Niedersachsen, Überschwemmungen in der Region Hannover
Überschwemmungen in der Region Hannover. © Ulrich Stamm/Imago
Hochwasser in Niedersachsen, Hagen-Grinden
Ein Wohnhaus am Deich auf der Weserinsel Hagen-Grinden. Das Hochwasser ist auch hier angekommen. © Christof Dathe/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Weser
Eine Schild „Parkplatz für Busse“ schaut aus dem Hochwasser. Der Wasserstand der Weser ist in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Angesichts anhaltender Regenfälle und gesättigter Böden bleibt die Hochwassergefahr in Teilen von Deutschland hoch. © Friso Gentsch/dpa
Hochwasser in Bremen-Borgfeld: Anwohner transportiert Nachbarn per Kanu
Ein Mann in Bremen-Borgfeld half per Kanu. Er brachte Anwohner zu ihren Häusern und transportierte Pumpen für die Feuerwehr. © Nord-West-Media TV
Die Feuerwehr deponierte Sandsäcke an der Astruper Straße.
Die Feuerwehr deponierte Sandsäcke an der Astruper Straße. © Archiv: Feuerwehr
Ein Trecker zieht einen Wohnwagen vom Wieltsee weg. Die Weser ist in Dreye über die Ufer getreten.
Ein Trecker zieht einen Wohnwagen vom Wieltsee weg. Die Weser ist in Dreye über die Ufer getreten. © Sigi Schritt
Hochwasser in Niedersachsen – Oker
Die hochwasserführende Oker überflutet in Oker teilweise die Promenade. Für die Flussgebiete der Oker und der Innerste warnte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vor einer weiteren Verschärfung der Hochwasserlage. © Thomas Schulz/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Sarstedt
Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, steht am Fluss Innerste im Landkreis Hildesheim. Weil machte sich an verschiedenen Orten ein Bild der angespannten Hochwassersituation in Niedersachsen. © Julian Stratenschulte/dpa
Der Lauf des Klosterbachs in Stuhr ist mittig noch zu erkennen. Das Wasser ist an Weihnachten jedoch weit über das Ufer getreten.
Der Lauf des Klosterbachs in Stuhr ist mittig noch zu erkennen. Das Wasser ist an Weihnachten jedoch weit über das Ufer getreten. © Rainer Jysch
Hochwasser in Niedersachsen
Das Hochwasser am Weserwehr im Landkreis Verden (Aufnahme mit Drohne). Zufahrt und Durchfahrt sind seit Weihnachten gesperrt. Laut der Behörden in Niedersachsen bleibt die Hochwasser-Lage in den nächsten Tagen weiter angespannt. © Christof Dathe/dpa
Stadtspeicher Hochwasser
Mit „Big Packs“ wird die Mauer am Rotenburger Stadtspeicher gestützt. © Michael Krüger
Hochwasser Samtgemeinde Hoya
Hochwasser Samtgemeinde Hoya © Oliver Siedenberg
Hochwasser in Niedersachsen - Okertalsperre
Die Hochwasserentlastungsanlage lässt Wasser aus der komplett gefüllten Okertalsperre im Harz. © Julian Stratenschulte/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Leda
Hochwasser vom Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Leda
Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen die Ortschaft zu sichern, nachdem das Hochwasser vom Burlage-Langholter Tief, einem Nebenfluss der Leda, über die Deiche trat. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen – Feuerwehr
Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen mit Sandsäcken das Wasser in Schach zu halten. © Lars Penning/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Schloss Marienburg
Das Schloss Marienburg in der Region Hannover steht vor überfluteten Feldern am Fluss Leine. © Julian Stratenschulte/dpa
Hochwasser in Niedersachsen - Ruthe im Landkreis Hildesheim
Hochwasser in Niedersachsen: Der Fluss Innerste mündet an der Ortschaft Ruthe im Landkreis Hildesheim in den Fluss Leine. © Julian Stratenschulte/dpa

„Diese Trafos laufen unabhängig voneinander und sorgen in der Regel dafür, dass der Strom hier auch in Notlagen nicht ausfällt“, erklärt Asta Knoth. Auf ein derartiges „Jahrhundertereignis“ sei die Technik aber nicht ausgelegt. In der gesamten Region herrscht derzeit extremes Hochwasser. Der Heidekreis hatte am Mittwochabend Katastrophen-Voralarm ausgelöst. Es bestehe die Möglichkeit, dass ein Katastrophenfall eintrete.

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Hochwasser-Lage im Serengeti-Park am Donnerstag stabil – Aussicht aber unsicher

„Bei uns steht das Wasser derzeit bis zur Hüfte“, sagt Asta Knoth. „Wir sind nur noch zu Fuß unterwegs, um die Tiere zu versorgen und aus ihren Gehegen zu holen.“ Derzeit sei die Situation unter Kontrolle. „Würde der Pegel genau so bleiben, wäre das für uns sehr gut.“ Leider solle es am Wochenende wieder viel Regen, berichteten die Notfall-Helfer dem Serengeti-Park-Team unlängst. „Derzeit gibt es für uns keine exakte Prognose, wann das Wasser wieder sinken wird.“

Serengeti-Park-Leiter Fabrizio Sepe begleitet Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in der aktuen Hochwasser-Lage.

Park-Leiter Fabrizio Sepe hatte sich am Vormittag unter anderem mit Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) einen aktuellen Eindruck von der Lage im Serengeti-Park gemacht. Park-Mitarbeiter sowie Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW hatten da bereits provisorische Dämme aufgeschüttet, um die Stallungen der Tiere unter anderem vor dem Wasser aus dem Fluss Meiße abzusichern.

Sepe denkt derweil auch über die Anschaffung eines Amphibienfahrzeuges für den Park angesichts der jetzigen Ereignisse nach. „Wir werden mächtige Schäden im Park haben“, vermutet der Park-Chef mit Blick auf die Zeit nach dem Hochwasser. „Es ist eine Notlage, wie wir sie in der fast 50-jährigen Geschichte des Parks so noch nie erlebt haben“, hatte Sepe bereits am Mittwoch gesagt. 1500 Tiere seien derzeit im Park in Gefahr.

Rubriklistenbild: © Philipp Schulze/dpa & Serengeri-Park

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