Segelschiff „Wibo“

„Geisterschiff ist wohl verhext“: Überführung von Norderney aufs Festland abgebrochen

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    Fabian Raddatz
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Eigentlich sollte das Geisterschiff von Norderney, die „Wibo“, in ein Museum auf dem Festland kommen – doch nun gab es erneut Probleme auf dem Weg nach Norden.

Update vom Freitag, 15. Dezember: Das Geisterschiff von Norderney hängt weiterhin auf der Insel fest, dabei hing es zeitweise sogar schon am Kran, um von der Insel gebracht zu werden. Das Ziel des Schiffes ist weiterhin das Automobil- und Spielzeugmuseum im ostfriesischen Norden. Eine geplante Überfahrt am Freitag, 15. Dezember, war allerdings nicht möglich, weil das Schiff nicht auf einen bereitstehenden Tieflader-Transporter verladen werden konnte.

Das Schiff, die „Wibo“, sollte am Freitagmorgen anschließend auf eine Transportfähre verladen werden. Bevor es jedoch zur Überfahrt kommen konnte, stellten die Beteiligten vor Ort fest, dass die tatsächlichen Maße des Geisterschiffs nicht mit denen in der Transportgenehmigung übereinstimmen. Laut einer Sprecherin der Reederei Norden-Frisia war die Breite des Schiffes für den Transport auf dem Frachtschiff dabei nicht das Problem. Wegen der Überbreite des Segelbootes von mehr als vier Metern sei aber der Transport mit dem Tieflader nicht gelungen. Der Sattelzug fuhr daraufhin ohne das Segelboot mit dem Frachter zurück ans Festland.

Geisterschiff „Wibo“ ist breiter als gedacht – und passt daher auf Norderney nicht auf Tieflader

Am Morgen hatten zwei Bagger das 4,30-Meter breite Geisterschiff an seinem Liegeplatz am Hafen von Norderney angehoben. Der Tieflader hätte dann unter das Boot fahren und aufladen sollen. Doch dazu kam es gar nicht, der Tieflader war nur für eine erwartete Breite von vier Metern ausgelegt. Nach Angaben eines Fotografen der Deutschen Presse-Agentur vor Ort verfolgten rund ein Dutzend Insulaner das Manöver. Wie es nun mit dem Boot weitergeht, blieb zunächst unklar.

Das Geisterschiff von Norderney sollte am Freitagmorgen nach Norden gebracht werden, passte aber nicht auf einen bereitstehenden Tieflader.

„Das Geisterschiff ist wohl verhext“, sagte Ferdinand Klein, Leiter des Automobil- und Spielzeugmuseums gegenüber einem Reporter von NonstopNews. Der Plan sei es gewesen, das Schiff ab Samstag in Norden für Schaulustige sichtbar abzustellen. Stattdessen mussten Klein und sein Team vorerst ohne neues Exponat wieder von dannen ziehen. Der Leiter des Museums war für die letztendlich misslungene Überführung des Geisterschiffs nach eigener Aussage ganz aus Stuttgart an die Nordsee gereist. (Mit Material der dpa, kom)

Update vom Mittwoch, 29. November: Das Geisterschiff von Norderney hat die Insel verlassen: Etwas überraschend und ohne Vorankündigung wurde am Mittwochmittag das selbst gebaute Segelschiff, mit dem der Skipper Anfang November am Weststrand von Norderney strandete und das sofort zu einer Touristenattraktion geworden war, auf einen Tieflader verladen und zum Hafen gebracht, um mit der Fähre nach Norddeich transportiert zu werden.

Museums-Traum geplatzt? Die „Wibo“ wird Norderney vorerst nicht verlassen.

Doch daraus wird nun erstmal nichts, denn die für den Transport auf dem Festland mit Überbreite notwendigen Unterlagen fehlten. Eigentlich sollte das Schiff ins Auto- und Spielzeugmuseum gebracht werden. Es bleibt spannend, was mit dem Schiff jetzt passiert.

So geht es jetzt mit dem Geisterschiff von Norderney weiter

Erstmeldung vom Samstag, 25. November: Norderney – Die „Wibo“ soll aufs Festland überführt werden. Der Segler, der als „Geisterschiff von Norderney“ für Schlagzeilen gesorgt hatte, liegt derzeit auf der Nordsee-Insel im Hafen auf dem Trockenen. Berichten zufolge soll das selbstgebaute Schiff künftig nicht mehr auf den Weltmeeren unterwegs sein, sondern in ein Museum kommen – auf dem Festland.

Das Segelschiff strandete Anfang November am Weststrand der Insel Norderney.

Offenbar wollen die Hafenbehörden das Schiff eines 75-jährigen Skippers nicht mehr auf dem Meer sehen. Das „Geisterschiff“ soll künftig als Exponat im Automobil- und Spielzeugmuseum in Ostermarsch, ein Stadtteil in Norden (Ostfriesland), ausgestellt werden. Auch der Skipper selbst habe davon abgesehen, sein Schiff wieder seetauglich zu machen, heißt es.

Geisterschiff von Norderney kommt ins Museum: Noch viel zu klären, bevor es losgeht

Wie der Ostfriesische Kurier berichtet, soll die „Wibo“ für längere Zeit im neuen Heimathafen bleiben. Ein Museum-Sprecher sagte gegenüber dem Blatt: „Was bei uns einmal Platz gefunden hat, bleibt in der Ausstellung, bis es zerfällt.“ Das Geisterschiff soll die Ausstellung demnach dauerhaft ergänzen.

Bis es so weit ist, könnten allerdings noch einige Tage vergehen. Denn der Transport sei aufwendig und müsse mittels Tieflader erfolgen, schreibt der Ostfriesische Kurier. Weil der Tieflader aufgrund der Bodenverhältnisse nicht bis an das Schiff herankäme, müsse gewartet werden, bis die Erde trockener und belastbarer sei.

Zunächst solle es dann auf eine Autofähre der Reederei Frisia gehen. Dabei sie weniger die Höhe des Schiffes das Problem: Mit ganzen vier Metern sei die Schiffsbreite eine ziemliche Herausforderung. Der Transport bräuchte demnach eine Sondergenehmigung, um auf Reisen zu gehen. Somit gebe es noch einiges zu klären, bevor das Geisterschiff ins Museum kommt.

Geisterschiff angespült: So kam die „Wibo“ nach Norderney

Die „Wibo“ war am 6. November am Weststrand von Norderney auf Grund gelaufen. Vorher waren der Motor und die Ruderanlage ausgefallen. Wind und Strömung drückten das manövrierunfähige Schiff letztlich an den Strand. Die Inselbewohner von Norderney kümmerten sich auch um den gestrandeten Kapitän, wie die Bild-Zeitung berichtet. So wurden Verpflegung und Unterkunft für den 75-Jährigen organisiert.

Mehrere Insulaner hatten sich zudem zusammengetan, um das Geisterschiff wieder flottzumachen. Sie sammelten Spenden. Rund 6000 Euro kamen zusammen. Die waren nötig, um den Kahn mit einem Spezialkran abzutransportieren. Ein Kfz-Meister reparierte auch den Außenborder der Segeljacht.

Rubriklistenbild: © Volker Bartels/dpa

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