Gigantische Kräfte

Sturm Zoltan zeigt Stärke: Orkanböen reißen Autotransporter und Fähre von Liegeplatz

  • schließen

Orkanböen haben einen Autotransporter im Emder Hafen von seinem Liegeplatz gerissen. Mit vereinten Kräften wurde Schlimmeres abgewendet.

Emden – Sturmtief Zoltan hat am Donnerstagabend, 21. Dezember, einen Autotransporter im Emder Außenhafen von seinem Liegeplatz an der Emspier losgerissen. Durch starke Orkanböen, die auch den Rest Niedersachsens und Bremen erreichten, brachen mehrere Leinen des unter der Flagge Liberias fahrenden Autotransporters und das Schiff trieb manövrierunfähig auf die Ems. Dank der schnellen Hilfe von vier Schleppern konnte ein Abtreiben des Autotransporters in Richtung des Geisedamms verhindert werden. Mit großer Anstrengung wurde das Schiff wieder an seinen Liegeplatz zurückgedrückt, schreibt die Wasserschutzpolizei in einer Meldung.

Während des Vorfalls berührte das Heck des Autotransporters die Kaimauer und setzte dort kurzfristig auf. Der hohe Wasserstand, der zwischen 2,50 und 3,0 Metern über dem mittleren Hochwasser lag, war eine Ursache für das Aufsetzen. Die Kaimauer der Emspier wurde nur geringfügig beschädigt, eine Metallleiste riss ab. Am Heck des Autotransporters wurde die Außenwand oberhalb der Wasserlinie aufgerissen. Vor der Weiterfahrt wird eine Überprüfung des Schiffes durch die zuständige Klasse durchgeführt. Ein Auslaufverbot wurde infolge der unruhigen Sturm-Nacht nicht ausgesprochen.

Transporter und Fähre an der Nordsee von Sturm Zoltan losgerissen

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich am Freitagmorgen im Hafen von Neuharlingersiel. Dort brachen ebenfalls mehrere Leinen eines Fähr- und Frachtschiffes durch die starken Orkanböen. Das zu dem Zeitpunkt unbesetzte Fährschiff trieb, auch bedingt durch den hohen Wasserstand, direkt auf den Vorladeplatz des dortigen Anlegers. Die schnell alarmierte Besatzung des Fährschiffes konnte das Schiff kontrolliert auf den Vorladeplatz manövrieren und dort trockenfallen lassen.

Ein Fähr- und Frachtschiff ist im Hafen von Neuharlingersiel liegend am Freitag vom Sturm kurzzeitig losgerissen worden und liegt dort nun trocken.

Durch die flache Bauform des Rumpfes ist es im Wattenmeer durchaus ein vorkommender Fall, dass Schiffe trockenfallen, allerdings normalerweise nicht an Land. Bislang konnten keine Schäden festgestellt werden und es sind keine Betriebsstoffe ausgelaufen. Die Reederei muss nun klären, wie das Fährschiff schnellstmöglich wieder ins Wasser gebracht werden kann.

Fährverkehr zwischen Neuharlingersiel und Spiekeroog nach Sturm nicht in Gefahr

Das Schiff sei eine von drei Fähren zur ostfriesischen Insel Spiekeroog, sagte die Geschäftsführerin des Hafenzweckverbandes Neuharlingersiel, Christina Harms gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Mit dieser Fähre werde normalerweise auch die Fracht gefahren. „Da wird es sicherlich zu Problemen kommen in der nächsten Zeit.“ Der Personenverkehr sei aber aus ihrer Sicht nicht betroffen. Sie gehe davon aus, dass es für einen solchen Fall einen Notfallplan auch mit Nachbarreedereien gebe.

Sturm und Hochwasser im Norden: Fotos zeigen drastisches Folgen von Tief Zoltan

Blick in eine Schankstube, vor deren Fenster Hochwasser steht.
Eine Gaststätte in Bremen-Vegesack ist von Wasser umspült – die für solche Situationen gebauten Fenster halten. © Nord-West-Media TV
Ein Haus teilweise unter Wasser. Das Wasser reicht bis über die Unterkante de Fenster im Erdgeschoss.
In Bremen-Vegesack stehen am Freitag Teile der Altstadt an der Weser unter Wasser.  © Nord-West-Media TV
Ein Polizeiwagen steht bei Hochwasser an einem überfluteten Parkplatz, auf dem ein Auto im Wasser parkt.
In Bremerhaven ist das Wasser bereits am Donnerstagabend über die Ufer getreten. Für Freitag werden noch höhere Pegelstände erwartet. © Kai Moorschlatt
Sturmtief Zoltan wirft Wellen gegen das Emssperrwerk.
Wellen schlagen gegen das Emssperrwerk, an dem am Abend und in der Nacht eine Sturmflut erwartet wird. © Lars Penning/dpa
Sturmtief Zoltan verursacht schwere Sturmflut in Hamburg, Fischmarkt unter Wasser
Schwere Sturmflut Hamburg Fischmarkt Elbe Sturmtief „Zoltan“ © Bodo Marks/dpa
Hamburger Fischmarkt
Der Fischmarkt in Hamburg ist überflutet worden. © Bodo Marks/dpa
Blick auf den Platz vor dem Fischmarkt in Hamburg.
Der Fischmarkt im Hamburg war am Freitagvormittag nicht mit ohne Gummistiefel trockenen Fußes zu erreichen. © Christian Charisius/dpa
Wolken und Sturmböen ziehen über die Region Hannover hinweg, sodass die Autos auf der Landstraße viel langsamer fahren müssen.
Wolken und Sturmböen ziehen über die Region Hannover hinweg, sodass die Autos auf der Landstraße viel langsamer fahren müssen. © dpa/ Julian Stratenschulte
Einsatzkräfte der Feuerwehr sichern eine Deichschart mit Sandsäcken vor der schweren Sturmflut in Cuxhaven.
Einsatzkräfte der Feuerwehr sichern eine Deichschart mit Sandsäcken vor der schweren Sturmflut in Cuxhaven. © dpa
Der Sturm lässt die Windräder im Landkreis Hildesheim viel rasanter drehen als üblich.
Der Sturm lässt die Windräder im Landkreis Hildesheim viel rasanter drehen als üblich. © dpa/ Julian Stratenschulte
Sturmtief "Zoltan" - Hannover
Ein Auto fährt bei Starkregen über eine überflutete Straße in Hannover. Sturmtief „Zoltan“ zieht mit Sturmböen über Deutschland hinweg. © Julian Stratenschulte/dpa
Zahlreiche Reisende warten auf einem vollem Bahnsteig am Hauptbahnhof auf ihren Zug. Sturmtief "Zoltan" sorgt am Donnerstag im Fernverkehr der Deutschen Bahn für Ausfälle und Verspätungen. Betroffen sind Eurocity-, Intercity- und ICE-Verbindungen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, wie die Bahn mitteilte.
Zahlreiche Reisende warten auf einem vollem Bahnsteig am Hauptbahnhof auf ihren Zug. Sturmtief «Zoltan» sorgt am Donnerstag im Fernverkehr der Deutschen Bahn für Ausfälle und Verspätungen. Betroffen sind Eurocity-, Intercity- und ICE-Verbindungen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, wie die Bahn mitteilte. © dpa/ Bodo Marks
Die Flächen vor Emssperrwerk sind komplett überflutet, das Wasser geht bis zum Deich.
Die Flächen vor Emssperrwerk sind komplett überflutet, das Wasser geht bis zum Deich. © dpa/ Lars Penning
Aufgrund des Sturms ist ein Baum auf ein Wohnhaus gefallen. Sturmtief „Zoltan“ verursachte zahlreiche umgestürzten Bäume.
Aufgrund des Sturms ist ein Baum auf ein Wohnhaus gefallen. Sturmtief „Zoltan“ verursachte zahlreiche umgestürzten Bäume. © dpa
Die Flächen vor Emssperrwerk sind komplett überflutet, das Wasser geht bis zum Deich.
Die Flächen vor Emssperrwerk sind komplett überflutet, das Wasser geht bis zum Deich.  © dpa/ Lars Penning
Wangerooge
Strandspaziergänger trotzen dem starken Wind auf der Insel Wangerooge. © Peter Kuchenbuch-Hanken/-/dpa

Nun müssen Expertinnen und Experten das weitere Vorgehen planen. Geklärt werden müsse, ob und wie schwer das Schiff beschädigt sei – und ob man es wieder ins Wasser bekomme. Dazu müsse auch geprüft werden, ob der Hafenbereich geeignet sei, schwere Kräne einzusetzen, sagte Harms. (Mit Material der dpa)

Hinweis: Der Redakteur Marvin Köhnken hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.

Rubriklistenbild: © Wasserschutzpolizei

Kommentare